Analyse neuartiger Virulenz- und Resistenzeigenschaften von STEC und genomischer Vergleich der Isolate aus der Mehlproduktionskette mit Isolaten humaner Erkrankungsfälle (PERMA – Teilprojekt 5)
Handlungsfeld: „Übertragbare Erkrankungen“
Projektleitung
Robert Koch-Institut
Dr. Christina Lang
Nordufer 20
13353 Berlin
Projektlaufzeit
01.09.2026 - 31.08.2029
Motivation
Shigatoxin-bildende Escherichia coli (STEC) sind bakterielle Erreger, die durch verunreinigte Lebensmittel schwere Erkrankungen des Verdauungssystems und der Niere verursachen können. STEC können typischerweise über durch Wiederkäuer verursachte fäkale Verunreinigungen in die Lebensmittelkette gelangen. Verunreinigungen mit STEC sowie mit antibiotikaresistenten Escherichia coli (ABE) und damit zusammenhängende Erkrankungsausbrüche werden zunehmend auch im Grundnahrungsmittel Mehl sowie in Mehlprodukten beobachtet. Wie die Keime ins Mehl gelangen, einschließlich relevanter Einflussfaktoren aus der Umwelt oder der Verarbeitungs- und Produktionskette, ist noch unzureichend aufgeklärt. Ebenso fehlen Daten zu den Eigenschaften und der genetischen Vielfalt von STEC.
Ziele und Vorgehen
Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts PERMA - „Eintrag und Persistenz von Zoonose-Erregern aus Nutz- und Wildtieren in Ackerböden und Übertrag in das Grundnahrungsmittel Mehl am Beispiel von Shigatoxin-bildenden und Antibiotika-resistenten Escherischia coli“. PERMA zielt darauf ab, die Übertragungswege von STEC und ABE in die und innerhalb der Mehlproduktionskette systematisch zu untersuchen. Die Teilprojekte 1-4 werden durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. In dem durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Teilprojekt 5 sollen die mehlassoziierten Bakterienstämme eingehend charakterisiert werden. Hierfür sollen STEC, die aus Tieren und Lebensmitteln gewonnen wurden, auf ihre wichtigsten Eigenschaften hin untersucht und miteinander verglichen werden. Dazu gehören beispielsweise genetische Merkmale, Stoffwechseleigenschaften, die Infektionskraft (Virulenz) sowie Resistenzpotenziale.
Perspektiven für die Praxis
Das Projekt PERMA kann dazu beitragen, die Übertragungswege von STEC in die Mehlproduktionskette zu identifizieren und relevante Stämme und deren Eigenschaften zu charakterisieren. Dies kann relevante Akteure wie Behörden, Landwirtschaft, Lebensmittelproduzenten sowie den Öffentlichen Gesundheitsdienst in die Lage versetzen, gezielt Vorkehrungen und Maßnahmen in den Bereichen Erregerüberwachung, Hygiene und Risikobewertung zu entwickeln.