Präventionsoffensive startet: Gesundheit fördern, bevor Krankheit entsteht
Die Präventionsoffensive ist heute mit einer Auftaktveranstaltung im Bundesministerium für Gesundheit gestartet.
Ziel ist, Prävention und Gesundheitsförderung zu einer tragenden Säule des Gesundheitssystems zu machen und einen nachhaltigen Mentalitätswandel anzustoßen: Gesundheit soll stärker gefördert und Krankheit möglichst verhindert werden, bevor sie entsteht. Im weiteren Prozess wird zusammen mit den beteiligten Akteuren über spezifische Schwerpunkte gesprochen, um gezielt Handlungsfelder zu identifizieren.
Unser Gesundheitssystem leistet eine qualitativ hochwertige und umfassende Versorgung im Krankheitsfall. Künftig müssen wir aber noch besser darin werden, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit der Präventionsoffensive setzen wir ein klares Signal: Prävention ist keine Nebensache, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe. Wir wollen Gesundheit stärker fördern, Krankheiten verhindern und Prävention stärker im Alltag der Menschen verankern. Das Gesundheitssystem kann hier besser werden, aber auch nicht alles leisten. Deshalb setze ich auf einen möglichst breiten Ansatz und werde dazu in den kommenden Monaten mit möglichst vielen Politikfeldern gemeinsame Handlungsfelder erörtern.
Prävention wirkt, das ist Fakt. Die Grundlagen sind zuletzt vor mehr als zehn Jahren weiterentwickelt worden. Mit dem Präventionsgesetz haben seinerzeit vor allem die Kranken- und Pflegekassen neue Aufgaben bekommen. Im vergangenen Jahr sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Prävention und Gesundheitsförderung auf 734 Millionen Euro gestiegen. Dieses Engagement kommt an Grenzen. Wir sprechen über eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Größere Stellschrauben für Prävention und Gesundheitsförderung liegen außerhalb des klassischen Gesundheitssystems. Das heißt: Auch Bund, Länder und Kommunen müssen ihren Teil leisten, mit mehr Verbindlichkeit und vor allem finanziell.
Die Präventionsoffensive bietet die Chance für einen echten Paradigmenwechsel: Gesundheit muss in allen Politikbereichen mitgedacht und Gesundheitsförderung zu einer tragenden Säule unseres Gesundheitssystems werden. Besonders wichtig ist es, Prävention über den gesamten Lebenszyklus von Schwangerschaft und Geburt bis ins hohe Alter umzusetzen. Dabei müssen Verhaltens- und Verhältnisprävention zusammengedacht werden. Eine besondere Bedeutung kommt auch der Stärkung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu. Wer heute in wirksame Prävention investiert, verhindert morgen vermeidbare Erkrankungen. Die Ärzteschaft steht bereit, sich mit ihrer Kompetenz in die Präventionsoffensive einzubringen.
Die Präventionsoffensive knüpft an das bisherige Präventionsgesetz an und hat zum Ziel, es konsequent weiterzuentwickeln. Sie versteht Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und setzt auf eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen, Leistungserbringern sowie weiteren Akteuren aus dem Gesundheitswesen. Ziel ist es, bestehende Maßnahmen besser miteinander zu verzahnen, Präventionsangebote weiterzuentwickeln und Gesundheitsförderung dauerhaft in den Lebenswelten der Menschen zu verankern.
Das Präventionsgesetz, das 2015 in seinen wesentlichen Teilen in Kraft getreten ist, hat bereits wichtige Impulse gesetzt. Dennoch ist es bislang nur teilweise gelungen, gemeinsam mit den Ländern und vielen weiteren verantwortungstragenden Einrichtungen die strukturellen Voraussetzungen für Gesundheitsförderung und Prävention in jedem Lebensalter und in allen Lebensbereichen zu schaffen. Die Präventionsinitiative setzt hier an und orientiert sich an fünf übergeordneten Zielen:
- Gesundes Aufwachsen von Kindern – in Lebenswelten, die gezielt fördern
- Gesundes und produktives Arbeiten – mit einem besseren Zusammenwirken von betrieblicher Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz
- Gesund leben und älter werden – mehr gesunde Lebensjahre und Vermeidung von Pflegebedürftigkeit
- Höhere Gesundheitskompetenz – durch zugängliche und zielgerichtete Informationen
- Rahmenbedingungen, die einen gesunden Lebensstil ermöglichen und fördern – entschieden gegen vermeidbare Volkskrankheiten