"Digitale Innovationen noch stärker in den Versorgungsalltag integrieren"

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken stellt Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie vor

11. Februar 2026
Weiterentwicklung_Digitalisierungsstrategie_2026

GEMEINSAM DIGITAL 2026: Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat heute die Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege vorgestellt. Ziele sind eine stärkere Einbindung digitaler Innovationen in den Versorgungsalltag, eine systematische Generierung und Nutzung hochwertiger Gesundheitsdaten sowie mehr digitale Versorgungssteuerung.

Digitale Innovationen müssen noch stärker in den Versorgungsalltag integriert werden: Sie entlasten das Personal, erhöhen die Qualität der Behandlung und helfen bei der Navigation und Steuerung durch das Gesundheitssystem. Die elektronische Patientenakte wird dabei als zentrales Instrument einer modernen Versorgung so weiterentwickelt, dass sie für alle Versicherten den einfachsten Einstieg in das Gesundheitssystem bedeutet. Bisher bringt sie vor allem für Versicherte mit Krankheitsgeschichte einen Mehrwert. Durch die rasanten Entwicklungen, insbesondere in der Künstlichen Intelligenz, können Diagnosen präziser erfolgen, Verwaltungsprozesse beschleunigt und große Datenmengen viel schneller verarbeitet werden. All diese Möglichkeiten müssen wir zum Nutzen aller viel stärker nutzen – als Unterstützung, denn am Ende wird immer ein Mensch die medizinischen Entscheidungen treffen.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken

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Die drei Handlungsfelder der Digitalisierungsstrategie

1. Schaffung personenzentrierter und digital unterstützter sektoren- und professionsübergreifender Versorgungsprozesse

Über ihre Funktion als digitaler Datensatz hinaus soll die elektronische Patientenakte (ePA) als digitaler Begleiter in der Versorgung weiterentwickelt werden. Durch Einbindung weiterer Anwendungen wie der digitalen Ersteinschätzung, digitalen Terminvermittlung und E‑Überweisung soll sie in der aktiven Nutzung spürbare Mehrwerte für Versicherte bieten.

Während heute rund 4 Mio. Versicherte die ePA aktiv nutzen, sollen es bis zum Jahr 2030 rund 20 Mio. sein. Unter Gewährleistung einer sicheren Datennutzung soll der Zugang durch niedrigere Authentifizierungs-Hürden erleichtert werden; während noch in diesem Jahr ein digital gestützter Medikationsprozess, Erinnerungsfunktionen für Versicherte und die Ausleitung von Forschungsdaten an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) implementiert werden.

Ein Schwerpunkt der weiterentwickelten Digitalisierungsstrategie liegt auch auf der Nutzung des Potenzials von Künstlicher Intelligenz (KI). KI soll gezielt dort eingesetzt werden, wo sie die Behandlungsqualität erhöht, bei der medizinischen und pflegerischen Dokumentation entlastet, die Kommunikation erleichtert oder den Zugang zu validierten Gesundheitsinformationen verbessert.

Dazu können KI-Anwendungen künftig in sicheren Testumgebungen erprobt und auf ihre Wirksamkeit bewertet werden – stets unter Wahrung des Datenschutzes. Für Leistungserbringende steht zugleich die Gewährleistung von Rechtssicherheit bei der KI-Nutzung im Fokus.

Da heute insbesondere die KI-gestützte Dokumentation administrative Effizienzgewinne und spürbare Entlastung für Fachkräfte verspricht, soll sie künftig zum Standard in der Gesundheits- und Pflegeversorgung werden. Bis 2028 zielt die weiterentwickelte Strategie daher auf eine aktive Nutzung KI-gestützter Dokumentation in über 70 % der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

2. Generierung und Nutzung qualitativ hochwertiger Daten für eine bessere Versorgung und Forschung

Bisher werden Gesundheitsdaten noch zu selten strukturiert, standardisiert und verknüpft erfasst. Damit Digitalisierung ihren vollen Nutzen für Versorgung und Forschung entfalten kann, setzt die weiterentwickelte Strategie auf eine systematische Nutzung von Gesundheitsdaten aus unterschiedlichen Quellen in einem europäisch anschlussfähigen System.

Dazu sollen der Zugang zu Gesundheits- und Pflegedaten für grenzüberschreitende Versorgung und Forschung erleichtert sowie das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) an den neuen Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) angebunden und der Zugang zu Gesundheits- und Pflegedaten für grenzüberschreitende Versorgung und Forschung erleichtert werden. Die europaweite Verfügbarkeit von Daten kommt dabei auch dem Wirtschafts-, Innovations- und Forschungsstandort Deutschland zugute.

Die Digitalisierungsstrategie hält weiterhin am Ziel fest, dass bis Ende 2026 mindestens 300 Forschungsvorhaben unter Nutzung von Daten aus dem FDZ durchgeführt bzw. initiiert werden.

Das FDZ wird zudem KI-fähig ausgebaut, um Daten besser zu nutzen und KI-Anwendungen testen, trainieren und validieren zu können.

3. Nutzenorientierte Technologien und Anwendungen

Die Voraussetzung für leistungsfähige digitale Anwendungen ist eine verlässliche, moderne und stabile Telematikinfrastruktur (TI). Um die Anfälligkeit des Systems für Störungen und Ausfälle zu verringern, soll die Komplexität der TI reduziert werden, während z. B. ein mobiler Zugriff für Leistungserbringende und ein digitaler Check-In für Patientinnen und Patienten ihre Nutzerfreundlichkeit erhöhen. 

Die Rolle der gematik GmbH als zentral Verantwortlicher für digitale Anwendungen wird gestärkt. Dazu erhält die gematik mehr Durchgriffsrechte, damit vereinbarte Standards und Regelungen künftig noch konsequenter umgesetzt werden.

So geht es weiter

Noch im ersten Quartal 2026 soll ein Referentenentwurf für ein „Gesetz für digitale Versorgung und den Gesundheitsdatenraum“ vorgestellt werden, der wesentliche Vorhaben der Strategie aufgreifen wird.

Weitere Informationen

  • Digitalisierungsstrategie

    Die Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege bietet ein klares Zielbild für die digitale Transformation im Gesundheits- und Pflegewesen.

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