Psychotherapeuten bekommen eigenen Studiengang

Gesundheitsminister Spahn reformiert Ausbildung

Mit einer Novelle des Psychotherapeutengesetzes will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Beruf der Psychotherapeuten auf eine neue Grundlage stellen und die Ausbildung attraktiver und bundesweit einheitlich gestalten. Ein Direktstudium (BA, MA) soll künftig nach einer staatlichen Prüfung zur Approbation führen. Damit können Psychotherapeuten in Weiterbildung dann als Angestellte vergütet werden.

Geänderte Berufsbezeichnung

Der Begriff Psychotherapeutin/Psychotherapeut wird künftig als Berufsbezeichnung festgelegt. Bisher lautete die Bezeichnung Psychologische Psychotherapeut/innen oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/innen.

Ärztinnen und Ärzte, die Psychotherapie anbieten, können sich ärztliche Psychotherapeutin/Psychotherapeut nennen.

Moderne, anspruchsvolle Ausbildung

Künftig können Universitäten ein Direktstudium der Psychotherapie anbieten. Es gliedert sich in ein 3-jähriges Bachelor- und ein 2-jähriges Masterstudium und wird mit einer staatlichen psychotherapeutischen Prüfung abgeschlossen. Die Approbation wird bei bestandener Prüfung erteilt. Das Studium der Psychotherapie soll nach Möglichkeit erstmals 2020 angeboten werden.

Weiterbildung: Angemessene Vergütung für PiW

An das Studium soll eine nach jeweiligem Landesrecht organisierte Weiterbildung in stationären oder ambulanten Einrichtungen angeschlossen werden. Es soll erreicht werden, dass Psychotherapeuten in Weiterbildung (PiW), die mit der Approbation die Erlaubnis erworben haben, Patienten psychotherapeutisch zu behandeln, im Angestelltenverhältnis beschäftigt und für ihre Tätigkeit vergütet werden können.

Mit Abschluss der Weiterbildung sind Psychotherapeuten berechtigt, sich ins Arztregister eintragen zu lassen und können sich um eine Zulassung für die Versorgung im Rahmen der GKV bewerben.

Das Gesetz ist im Bundesrat zustimmungspflichtig und soll in der 2. Jahreshälfte 2019 verkündet werden.