Ebolafieber
Fragen und Antworten zum Ebolaausbruch in Afrika im Mai 2026
Nach dem Ausbruch von Ebolafieber in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und ersten Fällen in Uganda, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 17.05.2026 eine Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Im Rahmen des Ausbruchsgeschehens hat Deutschland bei der medizinischen Betreuung eines US-amerikanischen Patienten, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat, unterstützt. Hier finden Sie aktuelle Fragen und Antworten.
Wie hoch ist das Risiko für die deutsche Bevölkerung durch den Ebola-Ausbruch in Afrika?
Das Risiko wird grundsätzlich als sehr gering eingeschätzt.
Der bislang größte Ebolafieber-Ausbruch 2014/15 in Westafrika hat gezeigt: Das Risiko, dass eine mit dem Ebolavirus infizierte Person nach Deutschland einreist, ist selbst dann sehr gering, wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ausbruch betroffen sind.
Wie lange dauert die Inkubationszeit einer Ebola-Infektion?
Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2 und 21 Tagen, im Mittel 6 bis 10 Tage.
Wie wird Ebolafieber diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt molekulargenetisch (PCR). Serologische Verfahren zum Antigen- und Antikörper-Nachweis sowie die Virusisolierung in Zellkultur können zur Bestätigung dienen.
Wann ist ein Verdacht auf Ebolafieber begründet?
Ein begründeter Verdacht auf eine Ebolafieber-Erkrankung liegt nur bei Personen vor, die in den letzten 21 Tagen aus Gebieten mit Ebolafieber-Erkrankungen eingereist sind, mindestens Fieber oder erhöhte Temperatur mit Ebolafieber-typischen Begleitsymptomen haben UND vor Ort Kontakt zu Ebolafieber-Erkrankten oder -Verstorbenen, mit deren Körperflüssigkeiten oder mit (kranken) Wildtieren gehabt haben.
Werden Personen in Deutschland versorgt?
Die Behörden der USA haben die Bundesregierung wegen der geringen Flugzeit im Vergleich in die USA im Mai 2026 um Hilfe bei der Behandlung eines US-Staatsbürgers gebeten, der sich in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert hat. Der Patient wurde zur Behandlung in die Sonderisolierstation der Charité nach Berlin gebracht.
Darüber hinaus haben die Behörden der USA ein Hilfeersuchen für die Aufnahme der Familienangehörigen (Ehefrau und 4 Kinder) gestellt, die sich ebenfalls in der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten haben und als Kontaktpersonen galten. Die Personen wurden in die Sonderisolierstation der Charité nach Berlin gebracht.
[Update: 06.06.2026] Der US-amerikanische Staatsbürger konnte – nach Aufhebung der Quarantäne – aus der medizinischen Betreuung entlassen werden. Die Charité informiert in ihrer dritten Stellungnahme über den Gesundheitszustand des Patienten.
Wie wurde der Patient transportiert?
Die US-Regierung hat den Transport von Uganda nach Deutschland mit einem speziellen Flugzeug zum Transport hochinfektiöser Patienten organisiert und sichergestellt.
Der Transport vom Flughafen zur Charité erfolgte mit einem speziellen Infektions-Rettungswagen, der extra für den Transport von Patienten mit hochansteckenden Infektionskrankheiten ausgestattet ist.
Die Familienangehörigen wurden auf gleichem Wege in die Charité gebracht.
Wieso wurde der Patient nach Deutschland gebracht?
Deutschland verfügt über medizinische Expertise in der Behandlung von Ebolafieber sowie über Fähigkeiten in der sicheren Durchführung medizinischer Evakuierungen von infizierten Patienten unter höchsten Sicherheits- und Isolationsstandards. So wurden bereits 2014 insgesamt drei bestätigte Ebolafieber-Patienten in Deutschland behandelt. Vor diesem Hintergrund und angesichts der geringeren Flugzeit im Vergleich zu den USA haben die Behörden der USA die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung eines US-Staatsbürgers gebeten, der sich in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert hatte.
Für das Management und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krankheiten durch hochpathogene Erreger gibt es in Deutschland ein bundesweites Expertennetzwerk, den STAKOB (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger), das bereits in der Vergangenheit infizierte Personen versorgt hat.
Eine medizinische Versorgung in den Sonderisolierstationen ist auf höchstem Niveau gewährleistet. Die Sonderisolierstationen liegen geographisch so verteilt (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart), dass diese von allen Orten in der Bundesrepublik auf dem Landweg gut erreichbar sind (innerhalb von maximal vier bis fünf Stunden Fahrzeit). Es gibt zudem eine funktionierende Überwachung entsprechender Verdachtsfälle.
Besteht durch die Behandlung in Berlin ein Risiko für die Bevölkerung, wenn Patienten in der Charité aufgenommen werden?
Für die Bevölkerung sowie für andere Patientinnen und Patienten der Charité bestand keinerlei Gefahr. Der Patient wurde vollständig isoliert auf der Sonderisolierstation aufgenommen und behandelt. Die Station ist baulich und organisatorisch vom regulären Klinikbetrieb getrennt, sodass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entsteht.
Auch im Umgang mit potenziell kontaminierten Materialien gelten höchste Sicherheitsstandards. Das durch den Patienten entstehende Abwasser wird in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert, bevor es kontrolliert in die Kanalisation eingeleitet wird. Anfallender Müll — unter anderem gebrauchte Schutzanzüge — wird getrennt gesammelt und durch ein spezialisiertes Unternehmen sicher entsorgt. Darüber hinaus wird die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.
Welche Vorkehrungen müssen getroffen werden?
Die Erkrankten sind entsprechend dem Infektionsschutzgesetz abzusondern und in einer geeigneten Einrichtung (Sonderisolierstation) zu behandeln. Die Laboruntersuchung auf Ebolaviren darf bei einem begründeten Verdacht auf Ebolafieber orientierend in einem geeigneten Labor der Schutzstufe 3 (S3-Labor) erfolgen. Bei bestätigter Ebolavirus-Infektion muss die Laboruntersuchung in einem Schutzstufe-4-Labor (S4-Labor) durchgeführt werden.
Was ist das Besondere der Sonderisolierstation der Charité?
Die Sonderisolierstation der Charité stellt eine hochspezialisierte Infrastruktur für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hochansteckenden lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten sowie für medizinische Lagen mit unklaren biologischen, chemischen oder radiologischen Kontaminationen, sogenannte CBRN-Lagen dar. Die Station ist eine in sich geschlossene und geschützte Einheit konzipiert und ermöglicht die sichere Isolation, Diagnostik und Behandlung von bis zu 20 Personen gleichzeitig, ohne die regulären Krankenhausabläufe zu beeinträchtigen.
Ein wesentlicher Vorteil dieser Struktur liegt in ihrer operativen Unabhängigkeit und Flexibilität. Die Station verfügt über eigene Zugangswege, Schleusensysteme, Lüftungs- und Filteranlagen mit Unterdrucktechnik sowie eine geschlossene Abwasseraufbereitung. Dadurch kann auch bei hochgefährlichen Erregern oder bei den genannten Kontaminationslagen eine sichere Versorgung gewährleistet werden. Der Betrieb ist flexibel in unterschiedlichen Schutzstufen möglich; von Vorsichtsmaßnahmen bei unklaren Kontaktverläufen bis hin zur maximalen Isolation unter Verwendung von Gebläseschutzanzügen und erweiterten Dekontaminationsverfahren.
Die Sonderisolierstation verbindet höchste Sicherheitsstandards mit der gesamten medizinischen Leistungsfähigkeit der Charité. Patientinnen und Patienten können nicht nur isoliert diagnostiziert und überwacht, sondern bei Bedarf auch intensivmedizinisch auf höchstem Niveau behandelt werden, einschließlich künstlicher Beatmung, Organersatzverfahren oder Dialyse sowie chirurgischer Eingriffe. Damit hält die Charité eine einzigartige Fähigkeit vor, um selbst komplexe und unklare Krankheits- oder Schadenslagen unter vollständigen Schutzbedingungen zu beherrschen.
Warum ist eine Sonderisolierstation so wichtig?
Gerade in Zeiten wachsender Risiken durch Pandemien, biologische Gefahrenlagen, hybride Bedrohungen oder hochkritischen Kontaminationsszenarien ist eine solche spezialisierte Infrastruktur ein zentraler Baustein moderner Gesundheitssicherheit. Sie ermöglicht schnelle Reaktionsfähigkeit, schützt Patienten und Personal und stärkt zugleich die Resilienz des gesamten Gesundheitssystems. Diese Struktur ist insbesondere in der Bundeshauptstadt von hohem Wert und stärkt die Resilienz und Krisenfestigkeit.
Wie arbeiten die Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte auf der Sonderisolierstation der Charité?
Die Sonderisolierstation ist nicht nur die größte Einrichtung dieser Art in Deutschland, sondern auch die Einzige, die Infektiologie und Intensivmedizin unmittelbar miteinander verbindet. Beide Expertisen kommen hier aus einer Hand und werden regelmäßig speziell geschult: Das Personal absolviert regelmäßig umfassende Nachschulungen und trainiert zusätzlich zweimal im Monat konkrete Abläufe und Notfallszenarien.
Das medizinische Personal betritt die Isolationsbereiche ausschließlich in spezieller Schutzkleidung mit integriertem Luftfiltersystem. Das Anlegen dieser Schutzkleidung ist aufwändig und dauert etwa 20 Minuten, das Ablegen und anschließende Entsorgen nimmt ebenfalls rund 20 Minuten in Anspruch. Da das Arbeiten unter diesen Bedingungen körperlich äußerst belastend ist, sind die Einsätze von Ärztinnen und Ärzte und Pflegekräften zeitlich streng begrenzt. Rund um die Uhr kümmern sich jeweils zwei bis drei Mitarbeitende direkt auf der Station um den Patienten. Zusätzlich überwachen ein bis zwei weitere Mitarbeitende außerhalb der Isolationsbereiche kontinuierlich über Monitore den Zustand des Patienten.
Was würde passieren, wenn bei einem Fluggast Ebolafieber-typische Symptome auftreten?
Wenn bei einem Flugreisenden während des Fluges Ebolafieber-typische Symptome auftreten, muss der Pilot dies gemäß dem Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-DG) der Flugverkehrskontrollstelle melden; diese informiert den Zielflughafen und das Gesundheitsamt. Das zuständige Gesundheitsamt kann anordnen, dass das Flugzeug einen gemäß IGV-DG benannten Flughafen ansteuern muss, der für infektiologische Gefahrenlagen besonders vorbereitet ist (ehem. "Sanitätsflughafen"). Dort würde der Patient isoliert und von einem Arzt des zuständigen Gesundheitsamts befragt werden. Bei Erhärtung des Verdachts auf Ebolafieber würde der Reisende zur Diagnostik und Behandlung in eine Sonderisolierstation gebracht. Gleichzeitig würden Personen, die in engem Kontakt mit solchen Patienten waren (Sitznachbarn und Personen, die den Patienten direkt betreut haben), vom Gesundheitsamt registriert und über das weitere Vorgehen aufgeklärt werden (insbesondere Selbstbeobachtung auf Krankheitssymptome innerhalb der nächsten 21 Tage).
Charité informiert über den Gesundheitszustand des an Ebola erkrankten Patienten
Weitere Informationen
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Ebolafieber-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo
Das Robert Koch-Institut informiert fortlaufend auf seiner Internetseite über aktuelle Entwicklungen
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Allgemeine Informationen zum Ebolafieber
Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Ebolafieber sowie Downloadmöglichkeit des Erregersteckbriefs auf der Internetseite des BIÖG