Ebolafieber

Nach dem Ausbruch von Ebolafieber in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und ersten Fällen in Uganda, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 17.05.2026 eine Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Hier finden Sie allgemeine Informationen zum Ebola-Virus und zur Behandlung von Ebola-Patienten.

Aktuelle Entwicklung

Im Rahmen des Ausbruchsgeschehens unterstützt Deutschland bei der medizinischen Betreuung eines weiteren US-amerikanischen Patienten, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat.

Am 13. Juli 2026 ist dieser in Frankfurt/Main in die Uniklinik zur Behandlung aufgenommen worden.

Am 16. Juli 2026 wurde eine Update zum Gesundheitszustand der an Ebola erkrankten Person auf der Internetseite der Universitätsmedizin Frankfurt veröffentlicht.

Im Mai/Juni wurde bereits ein Patient erfolgreich an der Charité Berlin behandelt. Hier finden Sie aktuelle Fragen und Antworten.

Wie hoch ist das Risiko für die deutsche Bevölkerung durch den Ebola-Ausbruch in Afrika?

Das Risiko wird grundsätzlich als sehr gering eingeschätzt.

Der bislang größte Ebolafieber-Ausbruch 2014/15 in Westafrika hat gezeigt: Das Risiko, dass eine mit dem Ebolavirus infizierte Person nach Deutschland einreist, ist selbst dann sehr gering, wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ausbruch betroffen sind.

Wie lange dauert die Inkubationszeit einer Ebola-Infektion?

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2 und 21 Tagen, im Mittel 6 bis 10 Tage.

Wie wird Ebolafieber diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt molekulargenetisch (PCR). Serologische Verfahren zum Antigen- und Antikörper-Nachweis sowie die Virusisolierung in Zellkultur können zur Bestätigung dienen.

Wann ist ein Verdacht auf Ebolafieber begründet?

Ein begründeter Verdacht auf eine Ebolafieber-Erkrankung liegt nur bei Personen vor, die in den letzten 21 Tagen aus Gebieten mit Ebolafieber-Erkrankungen eingereist sind, mindestens Fieber oder erhöhte Temperatur mit Ebolafieber-typischen Begleit­symptomen haben UND vor Ort Kontakt zu Ebolafieber-Erkrankten oder -Verstorbenen, mit deren Körper­flüssigkeiten oder mit (kranken) Wildtieren gehabt haben.

Wieso wird der Patient nach Deutschland gebracht?

Deutschland verfügt über medizinische Expertise in der Behandlung von Ebolafieber sowie über Fähigkeiten in der sicheren Durchführung medizinischer Evakuierungen von infizierten Patienten unter höchsten Sicherheits- und Isolationsstandards. So wurden bereits 2014 insgesamt drei bestätigte Ebolafieber-Patienten und 2026 ein weitere Patient in Deutschland behandelt. Vor diesem Hintergrund und angesichts der geringeren Flugzeit im Vergleich zu den USA haben die Behörden der USA die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung eines US-Staatsbürgers gebeten.

Für das Management und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krankheiten durch hochpathogene Erreger gibt es in Deutschland ein bundesweites Expertennetzwerk, den STAKOB (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger), das bereits in der Vergangenheit infizierte Personen versorgt hat.

Eine medizinische Versorgung in den Sonderisolierstationen ist auf höchstem Niveau gewährleistet. Die Sonderisolierstationen liegen geographisch so verteilt (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart), dass diese von allen Orten in der Bundesrepublik auf dem Landweg gut erreichbar sind (innerhalb von maximal vier bis fünf Stunden Fahrzeit).

Besteht durch die Behandlung in Frankfurt ein Risiko für die Bevölkerung, wenn Patienten in der Universitätsmedizin Frankfurt aufgenommen werden?

Für die Bevölkerung sowie für andere Patientinnen und Patienten der Universitätsmedizin Frankfurt besteht keinerlei Gefahr. Der Patient wird vollständig isoliert auf der Sonderisolierstation aufgenommen und behandelt. Die Station ist baulich und organisatorisch vom regulären Klinikbetrieb getrennt, sodass kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entsteht.

Auch im Umgang mit potenziell kontaminierten Materialien gelten höchste Sicherheitsstandards. Das durch den Patienten entstehende Abwasser wird in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert, bevor es kontrolliert in die Kanalisation eingeleitet wird. Anfallender Müll — unter anderem gebrauchte Schutzanzüge — wird getrennt gesammelt und durch ein spezialisiertes Unternehmen sicher entsorgt. Darüber hinaus wird die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.

Warum ist eine Sonderisolierstation so wichtig?

Gerade in Zeiten wachsender Risiken durch Pandemien, biologische Gefahrenlagen, hybride Bedrohungen oder hochkritischen Kontaminationsszenarien ist eine solche spezialisierte Infrastruktur ein zentraler Baustein moderner Gesundheitssicherheit. Sie ermöglicht schnelle Reaktionsfähigkeit, schützt Patienten und Personal und stärkt zugleich die Resilienz des gesamten Gesundheitssystems. Diese Struktur ist insbesondere in Frankfurt mit der Nähe zu einem großen internationalen Flughafen von hohem Wert und stärkt die Resilienz und Krisenfestigkeit.

Wie viele Sonderisolierstationen gibt es derzeit in Deutschland, wo sind sie angesiedelt und wie ist Ihr Haus in dieses Netzwerk eingebunden?

Es gibt 7 Sonderisolierstationen, die im Rahmen des STAKOB-Netzwerkes kooperieren.

Wie wird das dort tätige Personal ausgewählt, geschult und regelmäßig fortgebildet – und in welchen Abständen finden Trainings oder Simulationen statt?

Das Personal der Sonderisolierstation wird regelmäßig geschult und fortgebildet. Es finden mindestens 3-monatig, meist monatliche Schulungen in verschiedenen Bereichen der Sonderisolierversorgung statt.

Welche Schutzmaßnahmen sind für das Personal besonders wichtig?

Die konsequente und geschulte Nutzung der Schutzausrüstung unter Vermeidung von direktem Hautkontakt ist eine essentielle Schutzmaßnahme.

Welche Erfahrung hat die Universitätsmedizin Frankfurt mit hochpathogenen Erregern?

Die Infektiologie der Universitätsmedizin Frankfurt hat in der Vergangenheit bereits erfolgreich vier Patienten behandelt. Unter den vier Patienten lagen zwei Infektionen mit Lassa-Virus und zwei Ebola-Virus-Infektionen vor, von denen zwei Patienten schwer erkrankt waren.

Welche Vorkehrungen müssen getroffen werden?

Die Erkrankten sind entsprechend dem Infektionsschutzgesetz abzusondern und in einer geeigneten Einrichtung (Sonderisolierstation) zu behandeln. Die Laboruntersuchung auf Ebolaviren darf bei einem begründeten Verdacht auf Ebolafieber orientierend in einem geeigneten Labor der Schutzstufe 3 (S3-Labor) erfolgen. Bei bestätigter Ebolavirus-Infektion muss die Laboruntersuchung in einem Schutzstufe-4-Labor (S4-Labor) durchgeführt werden.

Was würde passieren, wenn bei einem Fluggast Ebolafieber-typische Symptome auftreten?

Wenn bei einem Flugreisenden während des Fluges Ebolafieber-typische Symptome auftreten, muss der Pilot dies gemäß dem Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-DG) der Flugverkehrskontrollstelle melden; diese informiert den Zielflughafen und das Gesundheitsamt. Das zuständige Gesundheitsamt kann anordnen, dass das Flugzeug einen gemäß IGV-DG benannten Flughafen ansteuern muss, der für infektiologische Gefahrenlagen besonders vorbereitet ist (ehem. "Sanitätsflughafen"). Dort würde der Patient isoliert und von einem Arzt des zuständigen Gesundheitsamts befragt werden. Bei Erhärtung des Verdachts auf Ebolafieber würde der Reisende zur Diagnostik und Behandlung in eine Sonderisolierstation gebracht. Gleichzeitig würden Personen, die in engem Kontakt mit solchen Patienten waren (Sitznachbarn und Personen, die den Patienten direkt betreut haben), vom Gesundheitsamt registriert und über das weitere Vorgehen aufgeklärt werden (insbesondere Selbstbeobachtung auf Krankheitssymptome innerhalb der nächsten 21 Tage).

Erfolgreiche Behandlung eines US-Staatsbürgers in der Charite - Mai/Juni 2026

Die Behörden der USA haben die Bundesregierung wegen der geringen Flugzeit im Vergleich in die USA im Mai 2026 um Hilfe bei der Behandlung eines US-Staatsbürgers gebeten, der sich in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert hat. Der Patient wurde zur Behandlung in die Sonderisolierstation der Charité nach Berlin gebracht.

Darüber hinaus haben die Behörden der USA ein Hilfeersuchen für die Aufnahme der Familienangehörigen (Ehefrau und 4 Kinder) gestellt, die sich ebenfalls in der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten haben und als Kontaktpersonen galten. Die Personen wurden in die Sonderisolierstation der Charité nach Berlin gebracht.

Der US-amerikanische Staatsbürger konnte am 6. Juni 2026 – nach Aufhebung der Quarantäne – aus der medizinischen Betreuung entlassen werden. Die Charité informierte auf Ihrer Website regelmäßig über die Behandlung des Patienten.

Weitere Informationen

Stand: 16. Juli 2026

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