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Psychotherapeutische Sprechstunde

Seit dem 1. April 2017 sind Psychotherapeuten verpflichtet, psychotherapeutische Sprechstunden anzubieten. Die psychotherapeutische Sprechstunde ermöglicht zeitnah einen niedrigschwelligen Zugang der Patientin oder des Patienten zur ambulanten Versorgung. Hier soll festgestellt werden, ob ein Verdacht auf eine seelische Krankheit vorliegt und weitere fachliche Hilfe notwendig wird. Dabei soll auch eine Beratung, Information, Klärung des individuellen Behandlungsbedarfs, eine erste Diagnosestellung und dementsprechende Behandlungsempfehlung und sofern erforderlich eine kurze psychotherapeutische Intervention erfolgen. Nach Ablauf der einjährigen Übergangsfrist zum 1. April 2018 gilt für die Patientinnen und Patienten, dass sie in der Regel eine psychotherapeutische Sprechstunde aufsuchen sollten, bevor eine weitergehende ambulante psychotherapeutische Behandlung begonnen wird.

Die psychotherapeutische Sprechstunde kann als Einzelbehandlung bei Erwachsenen in Einheiten von mindestens 25 Minuten bis zu sechsmal je Krankheitsfall (insgesamt bis zu 150 Minuten) durchgeführt werden; bei Kindern und Jugendlichen als Einzelbehandlung in Einheiten von mindestens 25 Minuten bis zu zehnmal je Krankheitsfall (insgesamt bis zu 250 Minuten).

Direkt im Anschluss an die Sprechstunde kann sich bei Bedarf eine Akutbehandlung mit bis zu 24 Einzelsitzungen in Einheiten von 25 Minuten anschließen. Die psychotherapeutische Akutbehandlung ist auf eine kurzfristige Verbesserung der Symptomatik der Patientin oder des Patienten ausgerichtet.

Versicherte können sich direkt an Psychotherapeuten oder die Kassenärztlichen Vereinigungen wenden. Die Psychotherapeuten teilen ihre Erreichbarkeit der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung zur Information der Patientinnen und Patienten mit. Darüber hinaus sind Psychotherapeuten angehalten, freie Termine an die Terminservicestellen zu melden.

Eine Überweisung entfällt

Die Terminservicestellen sind seit dem 1. April 2017 auch verpflichtet, Termine für ein Erstgespräch in einer psychotherapeutischen Sprechstunde und der sich aus der Abklärung zeitnah erforderlichen Behandlungstermine zu vermitteln. Es ist keine Überweisung erforderlich, Voraussetzung für die Vermittlung eines weiteren Behandlungstermins ist allerdings, dass ein Therapeut diese empfohlen hat. Die Terminservicestellen müssen innerhalb von vier Wochen Termine für diese Psychotherapeutensprechstunde vermitteln.

Der Bewertungsausschuss bestehend aus Kassenärztlicher Bundesvereinigung und dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen hat am 21. Juni 2017 beschlossen, diese neue Leistung so zu vergüten, wie die Gebührenordnungspositionen der Richtlinien-Psychotherapie. Danach erhalten Psychotherapeuten für die psychotherapeutische Sprechstunde bei einer Dauer von mindestens 25 Minuten 44,33 Euro und bei 50 Minuten 88,66 Euro. Zur Deckung von Personalausgaben wird zusätzlich zur Vergütung der psychotherapeutischen Sprechstunde ein Strukturzuschlag von 7,58 Euro ab einer bestimmten Leistungsmenge gewährt. Das Bundesministerium für Gesundheit hat den Beschluss nicht beanstandet.