Informationen zum Mpox-Virus
Seit Mai 2022 werden Fälle von Mpox (ehemals: Affenpocken) der Klade II in Deutschland und weiteren Ländern außerhalb Afrikas berichtet.
Die anfangs vergleichsweise hohen Infektionszahlen konnten ab August 2022 infolge rasch ergriffener Präventionsmaßnahmen sehr deutlich gesenkt werden. Auf niedrigerem Niveau treten kontinuierlich Fälle von Mpox Klade IIin Deutschland auf, die meist mild verlaufen. Mpox-Todesfälle sind in Deutschland bisher nicht beobachtet worden (Stand Januar 2026).
Daneben berichtet die WHO seit 2023 über einen Anstieg von Infektionen mit Mpox Klade I in mehreren afrikanischen Staaten, insbesondere der Demokratischen Republik Kongo, und vom Auftreten einer neuen Mpox-Variante (Klade Ib). Am 14. August 2024 hat die WHO eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC) für Mpox erklärt, durch die Maßnahmen in den betroffenen Ländern intensiviert und ausgeweitet werden können. Dieser wurde im September 2025 wieder aufgehoben, da sich die Fallzahlen in den am stärksten betroffenen Gebieten Afrikas stabilisierten und zurückgingen.
Mitte Oktober 2024 wurde der erste Fall einer Infektion von Mpox Klade Ib in Deutschland bekannt, die im Ausland erworben wurde. Seither sind 16Mpox-Fälle Klade Ib in Deutschland berichtet worden, die direkt oder indirekt mit Reisen in endemische Länder in Zusammenhang stehen, sowie zwei Fälle, die sexuell übertragen wurden. (Stand Januar 2026). Der beobachtete Krankheitsverlauf war in allen Fällen mild.
Für eine Übertragung von Mpox ist nach derzeitigem Wissensstand ein enger körperlicher Kontakt erforderlich.
Insgesamt wird eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland nach derzeitigen Erkenntnissen als gering eingeschätzt. Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet die Situation sehr genau und passt seine Empfehlungen bei Bedarf an.
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) stellt über das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) und die Deutschs Aidshilfe (DAH), Informationsangebote zur Verfügung (siehe unten).
Was ist Mpox und wer ist besonders betroffen?
Mpox ist eine seltene Viruserkrankung, die durch das Virus der Gattung Orthopoxvirus (auch Monkeypox virus, MPXV) ausgelöst wird. Der Erreger wurde zuerst bei Affen nachgewiesen, hat seinen Ursprung aber wahrscheinlich bei Hörnchen und Nagetieren. Mpox tritt in der Regel örtlich begrenzt auf, vor allem in Teilen von West- und Zentralafrika. Es sind zwei Typen des Virus bekannt: der westafrikanische Typ (Klade II) und der Typ des Kongobeckens („zentralafrikanische Clade“, Klade I). Die seit 2022 in Europa bekannt gewordenen Fälle gehen auf den westafrikanischen Virustyp Klade II zurück.
Mpox gilt nicht als sehr ansteckend. Zu den Gruppen, die ein erhöhtes Risiko haben sich zu infizieren, gehören z.B. Angehörige des Gesundheitswesens, Haushaltsmitglieder einer infizierten Person und Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, v.a. Männer, die häufig wechselnden Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben. Zu den Komplikationen schwerer Fälle zählen schwere Hautinfektionen mit Geschwürbildung, Lungenentzündung, Entzündungen des Gehirns und Augeninfektionen, die zu Sehverlust führen können. Sehr selten können Erkrankte versterben. Die meisten Menschen erholen sich aber innerhalb von wenigen Wochen. Neugeborene, Kinder, Schwangere, alte Menschen und Menschen mit Immunschwäche haben jedoch ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.
Gibt es eine Impfung gegen Mpox?
Ja, es gibt eine Impfung gegen Mpox.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Personen mit einem erhöhten Expositionsrisiko die Impfung gegen Mpox mit 2 Impfstoffdosen Imvanex (MVA-BN) im Abstand von mindestens 28 Tagen.
Auführliche Informationen finden Sie beim Robert Koch Insitut und beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Wie wird das Virus übertragen?
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder über den Kontakt mit den typischen Hautveränderungen (z.B. Bläscheninhalt, Schorf) der Mpox-Infizierten möglich. Die Viren gelangen häufig über kleinste Hautverletzungen sowie alle Schleimhäute und möglicherweise auch die Atemwege in den Körper. Auch Tröpfcheninfektionen können bei engem Kontakt vorkommen.
Infizierte sind ansteckend, solange sie Symptome haben, d.h. in der Regel zwei bis vier Wochen lang. Es gibt Hinweise darauf, dass das Mpox-Virus in Samenflüssigkeit auch nach Abklingen der Symptome längere Zeit vorhanden und infektiös ist. Menschen, die in engem Kontakt mit einer ansteckenden Person stehen, wie z. B. Sexualpartner und Haushaltsmitglieder, sind daher einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. Trotz eingeschränkter Übertragbarkeit kann es daher zu einer begrenzten Ausbreitung kommen.
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen, beträgt etwa 4-21 Tage, es wurden jedoch auch Inkubationszeiten von 1-3 Tagen berichtet.
Jede Person, die engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, insbesondere mit Ausschlag, Wunden oder Schorf der erkrankten Person, kann sich infizieren. Gesundheitspersonal ist daher einem höheren Risiko ausgesetzt, weil es im Verlauf der Behandlung mit den infizierten Stellen in Kontakt kommen kann.
Eine Übertragung ist bereits möglich, wenn noch unspezifische Symptome (wie z. B. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen) vorliegen. Noch vor dem Auftreten der Hautveränderungen kann man sich durch ausgeschiedene Atemwegssekrete infizieren.
Auch über Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Gegenstände wie Essgeschirr, die mit dem Virus verunreinigt wurden, kann man sich infizieren.
Woran erkenne ich, dass ich mich angesteckt habe?
Erste Symptome sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich Hautveränderungen, welche die Stadien vom Fleck bis zur Pustel durchlaufen und letztlich verkrusten und abfallen. Der Ausschlag konzentriert sich in der Regel auf Gesicht, Handflächen und Fußsohlen. Die Haut- und Schleimhautveränderungen können auch auf dem Mund, den Genitalien und den Augen gefunden werden. Bei einigen gemeldeten Fällen wurde auch von zuerst im Genital- und Anal-Bereich auftretenden Hautveränderungen berichtet. Auch Erkrankungen an Mpox mit Hautveränderungen ohne vorherige allgemeine Krankheitssymptome, wie beispielsweise Fieber, sind berichtet worden.
Was mache ich, wenn ich mich angesteckt habe oder Kontakt zu einer infizierten Person hatte?
Bei Symptomentwicklung sollte der Kontakt zu anderen Menschen direkt vermieden und der Hausarzt – vorab telefonisch – unter Angabe des Verdachtes auf Kontakt zu Mpox kontaktiert werden.
Wie erfolgt die Behandlung?
Die Therapie der Infektion ist in erster Linie unterstützend und behandelt die Symptome (z. B. Fieber und Schmerzen). Bei Vorliegen einer relevanten Immundefizienz kann die Gabe spezifischer Arzneimittel erwogen werden.
Wie können Infektionen vermieden werden?
Jede Person, die Symptome hat, die auf Mpox hindeuten, sollte enge körperliche Kontakte vermeiden, auf Hygiene achten und sich umgehend von medizinischem Fachpersonal beraten lassen.
Personen, die mit der infizierten Person im gleichen Haushalt leben, sollten besonders gut auf Hygiene achten, nicht das gleiche Geschirr benutzen sowie den Kontakt mit Bettwäsche, Kleidung und Handtüchern der infizierten Person vermeiden. Ebenfalls kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) oder einer FFP2-Maske die Aufnahme des Virus durch Mund und Nase verhindern. Türklinken und Toilettensitze sollten regelmäßig desinfiziert werden.
Weitere Informationen
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Themenseite des RKI zu Mpox
Umfassende Informationen zu Mpox, u.a. zu Vorkommen, Infektionswegen und Diagnostik, sind in den FAQ des Robert Koch-Instituts zu Mpox abrufbar.
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Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zu Mpox
Hier finden Sie aktuelle Informationen des BIÖG zum Thema Mpox