Handlungsfeld 3: Sicherstellung einer effizienten onkologischen Behandlung

Das Ziel des Handlungsfeldes 3 "Sicherstellung einer effizienten onkologischen Behandlung" besteht darin, allen Krebskranken einen fairen und schnellen Zugang zu nachweislich wirksamen innovativen Krebstherapien zu ermöglichen. Schwerpunkt ist zunächst die Sicherstellung einer effizienten onkologischen Arzneimittelversorgung. Die rasante Entwicklung und Zulassung neuer "zielgerichteter" Krebsarzneimittel hat bei Ärztinnen und Ärzten sowie an Krebs Erkrankten hohe medizinische und bei pharmazeutischen Unternehmern hohe wirtschaftliche Erwartungen geweckt. Gleichzeitig wird aber aufgrund der teilweise extrem hohen Kosten dieser Arzneimittel eine "system-sprengende Wirkung" bei oftmals geringem oder ungeklärtem Zusatznutzen befürchtet. Die geltenden Vorschriften in Deutschland ermöglichen grundsätzlich eine unmittelbar mit dem Markzugang verbundene Erstattung neuer Arzneimittel in die Versorgung.

Um das komplexe Thema der onkologischen Arzneimittelversorgung unter medizinischen, gesundheitsökonomischen und sozialrechtlichen Aspekten aufzuarbeiten, gab das Bundesministerium für Gesundheit ein wissenschaftliches Gutachten "Sicherstellung einer effizienten Arzneimittelversorgung in der Onkologie" in Auftrag. Die Ergebnisse des Gutachtens (PDF, 770 KB) wurden der Steuerungsgruppe des Nationalen Krebsplans im Jahr 2011 von den Sachverständigen vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Die Steuerungsgruppe des Nationalen Krebsplans verständigte sich dahingehend, dass vor möglichen weiteren Schritten in diesem Handlungsfeld zunächst Erfahrungen und Folgen aus dem am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) abgewartet werden.

Das AMNOG hat eine Balance zwischen Innovation und Bezahlbarkeit von Arzneimitteln geschaffen. Es führt zu mehr Transparenz über die Feststellung des patientenrelevanten Nutzens neuer Arzneimittel gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Davon profitieren insbesondere Krebskranke, da onkologische Arzneimittel den größten Teil der neu zugelassenen Arzneimittel ausmachen. Mit dem am 13. Mai 2017 in Kraft getretenen Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz – AMVSG) werden die hochwertige Qualität der Versorgung mit Arzneimitteln, der weiterhin unmittelbare Zugang zu innovativen Arzneimitteln und die nachhaltige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sichergestellt. Für Krebskranke ist von besondere Bedeutung, dass durch das AMVSG das inzwischen bewährte Verfahren zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln weiterentwickelt wurde.