Digitalisierung des Gesundheitswesens

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Die eGK dient als Nachweis, um Leistungen der GKV in Anspruch nehmen zu können. Sie enthält ein Lichtbild. Ausnahmen gibt es lediglich für Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr und für Versicherte, die bei der Erstellung des Lichtbildes nicht mitwirken können. Die Rückseite der eGK kann für die „Europäische Krankenversicherungskarte“ verwendet werden und macht eine unbürokratische Behandlung innerhalb Europas möglich.

Auf dem Chip der eGK sind Verwaltungsdaten zu Ihrer Person, die sogenannten Versichertenstammdaten, verpflichtend gespeichert, wie zum Beispiel Name, Geburtsdatum, Anschrift und Krankenversichertennummer. Die Prüfung dieser Daten geschieht durch das Einlesen der eGK in der Arztpraxis. Die Daten auf der Karte werden automatisch mit den Daten, die bei der Krankenkasse vorliegen, abgeglichen und wenn nötig aktualisiert.

Auf Ihren Wunsch können auf der eGK zusätzlich Ihre Notfalldaten gespeichert werden. Mit den Notfalldaten haben behandelnde Personen alle wichtigen Informationen sofort im Blick, wie zum Beispiel Allergien oder bedeutsame Vorerkrankungen. Auch die Kontaktdaten einer oder eines im Notfall zu benachrichtigenden Angehörigen können Sie auf Wunsch im Notfalldatensatz hinterlegen lassen. Im Notfall können diese Daten von Ärztinnen und Ärzten dann auch ohne Ihre PIN-Eingabe ausgelesen werden. In allen anderen Fällen entscheiden Sie, ob und wem Sie diese Notfalldaten zur Verfügung stellen.

Ebenfalls auf Ihren Wunsch kann Ihr Medikationsplan elek­tronisch auf der eGK gespeichert werden. Auf einen solchen Medikationsplan – sowohl in Papierform als auch in elektro­nischer Form – haben alle Patientinnen und Patienten einen Anspruch, die über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen gleichzeitig drei oder mehr verordnete Arzneimittel einnehmen. Das betrifft vor allem ältere und chronisch kranke Menschen, die häufig bei mehreren Ärztinnen und Ärzten in Behandlung sind und unterschiedliche Arzneitmittel einnehmen. Die elektronische Bereitstellung des Medikationsplans soll Ärztinnen und Ärzte besser über ihre Patientinnen und Patienten informieren. Zudem lassen sich dadurch die Medikationsdaten in der Arztpraxis und in der Apotheke einfacher aktualisieren.

Die nächste Generation der eGK wird diese Speichermöglichkeiten nicht mehr enthalten. Dann werden die Notfalldaten und der elektronische Medikationsplan in moderne eigenständige Onlineanwendungen innerhalb der Telematikinfrastruktur überführt. Auf der Karte selbst werden künftig nur noch Ihr Name und Ihre Krankenversichertennummer gespeichert sein.

Elektronische Patientenakte und E-Rezept

Seit dem 1. Januar 2021 haben Sie einen Anspruch auf die Bereitstellung einer elektronischen Patientenakte durch Ihre Krankenkasse. Sie können hierauf komfortabel mit Ihrem Smartphone oder Tablet und seit dem 1. Januar 2022 auch über Ihren Desktop-PC zugreifen. Wenn Sie es wünschen, können Leistungserbringer wie zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte in der elektronischen Patientenakte Informationen speichern, insbesondere zu Befunden, Diagnosen, durchgeführten und geplanten Therapiemaßnahmen. Auch Behandlungsberichte oder Röntgenbilder können in der elektronischen Patientenakte gespeichert werden. So sind Sie in der Lage, Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzte Ihre wichtigsten Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus können Sie auch eigene Dokumente in Ihrer elektronischen Patientenakte speichern, wie zum Beispiel ein Tagebuch über Blutzucker- oder Blutdruckmessungen. Auch Daten aus papiergebundenen Ausweisen, wie dem Impfausweis, dem Kinderuntersuchungsheft, dem Mutterpass oder dem Zahnbonusheft, können seit dem 1. Januar 2022 elektronisch abgelegt werden.

Sie entscheiden, welche medizinischen Anwendungen Sie nutzen möchten und wer auf Ihre Daten zugreifen darf. Sie können für jede medizinische Anwendung (zum Beispiel die Notfalldaten, den elektronischen Medikationsplan oder die elektronische Patientenakte) jederzeit festlegen, ob und durch wen hierauf zugegriffen wird. Darüber hinaus können Sie unter Nutzung Ihres Tablets oder Smartphones mit sicheren Verfahren ausgewählten Leistungserbringern sowohl zeitlich als auch inhaltlich eingrenzbare Zugriffsberechtigungen auf Daten Ihrer elektronischen Patientenakte erteilen. Die Zugriffe werden protokolliert, sodass immer erkennbar ist, wer auf Ihre Daten zugegriffen hat.

Die zum 1. Januar 2022 vorgesehene verpflichtende bundesweite Einführung des E-Rezepts wurde verschoben. Momentan wird das E-Rezept in einer Test- und Pilotphase bundesweit erprobt. Ärztinnen und Ärzte, die nicht an der Test- und Pilotphase teilnehmen, nutzen wie gewohnt das Muster-16-Formular („rosa Rezept“). Nach der Testphase wird ein bundesweiter schrittweiser Roll-out des E-Rezepts angeknüpft. Das E-Rezept wird das Papierrezept in seiner bisherigen Form ersetzen. Ein E-Rezept kann sowohl im Anschluss an eine Behandlung in der Praxis als auch aus der Ferne ausgestellt und sowohl in einer Apotheke vor Ort als auch bei einer Versandapotheke eingelöst werden.

Elektronisches Gesundheitsnetz (Telematikinfrastruktur)

Zwingende Voraussetzung für Digitalisierungsmaßnahmen wie die elektronische Patientenakte und das E-Rezept ist der Anschluss der Leistungserbringer, also zum Beispiel der Ärztinnen und Ärzte und Apothekerinnen und Apotheker, an das elektronische Gesundheitsnetz, die sogenannte Telematikinfrastruktur. Ziel ist die sukzessive sichere digitale Vernetzung aller Akteure des Gesundheitswesens. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei höchste Priorität und werden durch gesetzliche und technische Maßnahmen sichergestellt.

In das elektronische Gesundheitsnetz werden schrittweise auch Ihre Gesundheitsdaten übertragen. Unter anderem sieht das am 9. Juni 2021 in Kraft getretene Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) vor, dass die elektronische Gesundheitskarte zukünftig bei Leistungserbringern auch kontaktlos einlesbar sein wird. Zudem wird sie künftig ausschließlich als Versicherungsnachweis für Sie und nicht mehr als Speichermedium für Gesundheitsdaten dienen. Die Notfalldaten und der elektronische Medikationsplan sollen künftig in weiteren Ausbaustufen nicht mehr auf der Karte, sondern in eigenen Onlineanwendungen der Telematikinfrastruktur gespeichert werden. Dabei sollen die Notfalldaten gemeinsam mit gegebenenfalls vorhandenen Daten zu Ihren Hinweisen auf das Vorhandensein und den Aufbewahrungsort persönlicher Erklärungen beziehungsweise Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten zu einer elektronischen Patientenkurzakte weiterentwickelt werden und dann auch Ihre EU-weite medizinische Mindestversorgung unterstützen. Wie bisher geschieht auch in diesem neuen System die Speicherung Ihrer Gesundheitsdaten nur mit Ihrer Einwilligung.

Für Sie als Versicherte bringt dieser Systemwechsel vor allem einen Vorteil: Die genannten Anwendungen können dann – anders als bisher – unabhängig von einer Leistungserbringerumgebung – etwa einer Arztpraxis – auch von Ihnen genutzt werden.

Auch die Nutzungsmöglichkeiten der elektronischen Patientenakte zur Verbesserung der Behandlungsqualität wurden durch das DVPMG weiter ausgebaut. So werden Sie zum Beispiel ab dem 1. Januar 2023 die Möglichkeit haben, Daten aus digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Ihrer elektronischen Patientenakte einzustellen. Hierdurch können Sie Ihren Behandlerinnen und Behandlern zusätzliche behandlungsrelevante Informationen zur Verfügung stellen, die die Therapieentscheidung weiter unterstützen.

Stand: 23. September 2022
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