Elektronische Gesundheitskarte (eGK) und elektronisches Gesundheitsnetz

Seit dem 1. Januar 2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte als Nachweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können. Die elektronische Gesundheitskarte enthält ein Lichtbild. Ausnahmen gibt es lediglich für Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr und für Versicherte, die bei der Erstellung des Lichtbildes nicht mitwirken können. Die Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte kann für die „Europäische Krankenversicherungskarte“ verwendet werden und macht eine unbürokratische Behandlung innerhalb Europas möglich.

Derzeit sind auf der Karte die Verwaltungsdaten der Versicherten, wie zum Beispiel Name und Krankenversicherungsnummer, verpflichtend gespeichert. Im nächsten Schritt sollen die Verwaltungsdaten online überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden können. Im E-Health-Gesetz wurde geregelt, dass Patientinnen und Patienten, die drei oder mehr verordnete Arzneimittel anwenden, seit Oktober 2016 einen Anspruch auf einen Medikationsplan haben. Die Selbstverwaltungspartner in der gesetzlichen Krankenversicherung haben die Regelung dahingehend konkretisiert, dass dabei nur solche Arzneimittel relevant sind, deren Einnahme über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen erfolgt.Vom Medikationsplan profitieren vor allem ältere und chronisch kranke Menschen. Der Medikationsplan soll genau wie die Notfalldaten künftig auch elektronisch von der Gesundheitskarte abrufbar sein.

Der neu geregelte Einstieg in die elektronische Patientenakte und der Anspruch der Patientinnen und Patienten darauf, dass ihre mittels der Gesundheitskarte gespeicherten Daten künftig ins Patientenfach aufgenommen werden können, stärken die Selbstbestimmung. Denn in diesem Patientenfach können dann auch eigene Daten abgespeichert und es kann außerhalb der Arztpraxis eingesehen werden. Datenschutz und Datensicherheit haben höchste Priorität und werden durch gesetzliche und technische Maßnahmen sichergestellt. Jeder Versicherte entscheidet selbst, ob und in welchem Umfang er von den medizinischen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte Gebrauch machen möchte.