BOB.1 als neuer Therapieansatz und Biomarker bei Sjögren-Krankheit (BATMAN)

Handlungsfeld: „Gesundheitsversorgung“ Forschungsschwerpunkt: „EP PerMed“

Projektleitung

Universitätsklinikum Ulm
Prof. Dr. Cornelia Brunner
Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm

Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „„Europäische Partnerschaft für Personalisierte Medizin (EP PerMed)“.

Projektlaufzeit

01.09.2025 - 31.08.2028

Projektbeteiligte(r)

  • Uniklinik Köln, Institut für Radiochemie und Experimentelle Molekulare Bildgebung
  • Nantes Université, INSERM, Center for Research in Transplantation and Translational Immunology
  • Université Paris-Saclay, Hôpital Bicêtre
  • University of Udine, Division of Rheumatology
  • University of Groningen, Groningen Biomolecular Sciences and Biotechnology Institute
  • University College Dublin, Systems Biology Ireland

Motivation

Die Sjögren-Krankheit (SjD) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Gewebe angreift, wobei vor allem die Tränen- und Speicheldrüsen betroffen sind. In schweren Fällen kann sich daraus ein spezieller Krebs, das Non-Hodgkin-B-Zell-Lymphom (NHL), entwickeln. Ein Schlüsselprotein, das bei dieser Erkrankung eine zentrale Rolle spielt, ist BOB.1. Es steuert Gene, die für die Reifung und Aktivierung von bestimmten Immunzellen verantwortlich sind. Bei Mäusen ohne BOB.1 fehlen diese Zellen vollständig; beim Menschen ist BOB.1 mit der Bildung von entzündlichen Bereichen in den Drüsen verbunden und geht. mit der Entstehung von Autoantikörpern und Krebs einher. Bisher gibt es keine Therapie, die gezielt auf BOB.1 wirkt.

Ziele und Vorgehen

Im internationalen Verbundprojekt BATMAN untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs europäischen Ländern, ob BOB.1 als therapeutisches Ziel für das Fortschreiten des Sjögren-Syndroms zu Lymphomen geeignet ist. Das Projekt nutzt ein neuartiges Mausmodell, bei dem BOB.1 gezielt in bestimmten Immunzellen (B- und T-Zellen) ausgeschaltet werden kann. Dadurch lässt sich untersuchen, welche Zelltypen bei der Krankheitsentstehung eine Rolle spielen. Parallel wird getestet, ob ein neu entwickelter BOB.1-Hemmer, der in früheren Studien bereits vielversprechende Ergebnisse zeigte, auch im Mausmodell wirksam ist. Die Ergebnisse aus den Tierexperimenten werden mit Daten aus menschlichen Gewebeproben verglichen, um die Übertragbarkeit auf Patientinnen und Patienten zu prüfen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschlechtsspezifität der Erkrankung. Da Frauen viel häufiger betroffen sind, werden in allen Experimenten sowohl männliche als auch weibliche Tiere untersucht.

Perspektiven für die Praxis

Wenn BOB.1 als Biomarker validiert werden kann, wäre es möglich, bereits frühzeitig Patientinnen und Patienten mit hohem Lymphom-Risiko zu identifizieren und gezielt zu behandeln, bevor eine Krebserkrankung entsteht. Ein BOB.1-Hemmer könnte eine neue, gezielte Therapieoption darstellen, die nicht nur die Symptome lindert, sondern die Krankheitsursache direkt adressiert. Die enge Zusammenarbeit mit der Patientenorganisation Sjögren Europe stellt sicher, dass die Forschung an den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtet ist und die Ergebnisse auch in verständlicher Form an die Patientengemeinschaft zurückfließen. Damit könnte BATMAN einen wichtigen Beitrag zur personalisierten Medizin leisten – mit dem Ziel, die Lebensqualität und die Prognose von Menschen mit Sjögren-Syndrom nachhaltig zu verbessern.

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