EP PerMed
Die Medizin steht an einem historischen Wendepunkt: Weg von der traditionellen „One-size-fits-all"-Behandlung hin zu einer Therapie, die so einzigartig ist wie der Patient selbst. Die personalisierte Medizin verkörpert diesen fundamentalen Paradigmenwechsel, indem sie generalistische Ansätze durch individualisierte Strategien ersetzt.
Mithilfe der detaillierten Charakterisierung persönlicher biologischer Eigenschaften und der Identifikation spezifischer Biomarker wird es möglich, Therapien präzise auf den Einzelnen abzustimmen. Dieser Ansatz verspricht nicht nur eine signifikant gesteigerte Wirksamkeit von Behandlungen, sondern auch eine Reduktion unerwünschter Nebenwirkungen, und markiert somit den Beginn einer neuen Ära in der Gesundheitsversorgung.
Therapien können so für jeden Patienten und jede Patientin individuell angepasst werden, um die Wirksamkeit zu erhöhen und Nebenwirkungen und Risiken zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Viele neuartige Therapien, wie adoptiver Zelltransfer, aber auch hochwirksame Präventionsstrategien, werden so überhaupt erst möglich.
Die Europäische Partnerschaft EP PerMed (European Partnership for Personalised Medicine) ist eine strategische Initiative im Rahmen von Horizont Europa. Sie baut auf den Vorläuferinitiativen ERA PerMed und ICPerMed auf und fokussiert sich verstärkt auf die Forschung, Implementierung und Skalierung personalisierter Medizin in die klinische Praxis. Sie vereint öffentliche und private Akteure – darunter Forschungseinrichtungen, Industrie, Regulierungsbehörden, Gesundheitsversorger und Patientenorganisationen – um Standards zu setzen, Daten interoperabel zu machen und Innovationspfade zu ebnen.
Mit der Projektförderung im Rahmen dieser Partnerschaft beabsichtigt das Bundesministerium für Gesundheit, die Entwicklung und Implementierung neuer Ansätze in der Personalisierten Medizin auf europäischer Ebene voranzubringen. Dabei werden exzellent bewertete, translationale Forschungsvorhaben zur Personalisierten Medizin gefördert, die interdisziplinär, im Rahmen von präklinischer, klinischer und bioinformatischer Forschung sowie Forschung zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten zusammenarbeiten. Dabei soll die Zusammenarbeit zwischen Universitäten bzw. Universitätskliniken und öffentlichen bzw. außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Industrie sowie Entscheidungsträgern und Patientenorganisationen gestärkt werden, um den Weg in die Versorgung zu beschleunigen.
Projektvorhaben
- Chronische lymphatische Leukämie: Verbesserung des Gesamtüberlebens und der Lebensqualität (CLL-OUTCOME)
- Validierung diagnostischer OMICS-Tools zur Zielidentifizierung und Rezidivüberwachung beim Glioblastom (PerCareGlio)
- Inborn Errors of Immunity, Inflammation, Epigenetics, Single-cell omics, Personalized Medicine (PROMISE)
- BOB.1 als neuer Therapieansatz und Biomarker bei Sjögren-Krankheit (BATMAN)
- Steigerung der Wirksamkeit von Idebenon bei mitochondrialer Leberscher hereditärer Optikusneuropathie (LHON) durch gezielte Beeinflussung von NQO1 (SEI-MITO)
- Medin als Ursache von Aβ-Ablagerungen in den Blutgefäßen des Gehirns: Entwicklung eines Behandlungs- und Biomarkers der Amyloid-Angiopathie bei der Alzheimer-Krankheit (MedinAD)
- Genomik- und biomarkerbasierte Werkzeuge zur personalisierten Therapie und Reduktion der Chemotherapie-Belastung bei pädiatrischer Leukämie (GEPARD-2)
- Implementation of Pharmacogenomics into Molecular Tumor Boards in Europe: Improved prediction of PGx phenotypes using germline and tumor multiomics data (PGxMTB)
- Entwicklung digitaler Zwillinge als komplexe Biomarker für die ERK-Signalweg-Therapie durch die Integration von pharmakogenomischen Daten und umfassende Analyse der ERK- und alternativen Signalwegdynamiken (ERKetype)
Weitere Informationen
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Überblick Forschungsschwerpunkte
Das BMG fördert neben Einzelvorhaben insbesondere Forschungsaktivitäten zu übergreifenden Themen. Die Förderschwerpunkte richten sich nach den Handlungsfeldern der Ressortforschung. Hier gelangen Sie zum Überblick.