Genomik- und biomarkerbasierte Werkzeuge zur personalisierten Therapie und Reduktion der Chemotherapie-Belastung bei pädiatrischer Leukämie (GEPARD-2)
Handlungsfeld: „Gesundheitsversorgung“ Forschungsschwerpunkt: „EP PerMed“
Projektleitung
Technische Universität München (TUM),
Klinikum rechts der Isar
Dr. Franziska Auer
Ismaninger Straße 22
81675 München
Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „„Europäische Partnerschaft für Personalisierte Medizin (EP PerMed)“.
Projektlaufzeit
01.09.2025 - 31.08.2028
Projektbeteiligte(r)
- Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Klinik für Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation
- Tampere University, Faculty of Medicine and Health Technology
- Uppsala University, Department of Medical Sciences
Motivation
Akute lymphatische Leukämie (ALL) ist die häufigste Krebserkrankung im Kindesalter. Obwohl über 90% der betroffenen Kinder heute langfristig geheilt werden können, bleibt die Behandlung mit Chemotherapie oft belastend. Langfristige Folgen wie Organschäden, kognitiven Einschränkungen oder Unfruchtbarkeit können dabei auftreten, sodass vor einer chemotherapeutischen Behandlung Nutzen und Risiko abgewogen werden müssen. Besonders bei Kindern mit niedrigem oder mittlerem Risiko, die langsam auf Therapien ansprechen, ist die Notwendigkeit einer Chemotherapie oft schwer vorherzusagen.
Ziele und Vorgehen
Ziel des Projekts GEPARD-2 ist es, durch moderne Biomarker und künstliche Intelligenz individuellere, schonendere Therapien bei ALL zu entwickeln. Im internationalen Verbundprojekt GEPARD-2 arbeiten Forschungsteams aus Deutschland, Finnland und Schweden zusammen, um die Behandlung von Kindern mit ALL zu verbessern. Dazu sollen genomische und molekulare Eigenschaften (so.g Biomarkern) von Kindern mit ALL untersucht und erweitert werden, die anzeigen, welche Kinder auf eine weniger intensive Therapie ansprechen. Laboruntersuchengen (sog. Patienten-Xenografts und Hochdurchsatz-Screenings) sollen entwickelt werden, um neue, weniger toxische Kombinationstherapien zu testen. Mit Hilfe von Methoden künstlicher Intelligenz sollen die Risikoeinschätzung und Therapiewahl präziser gestalten werden.
Perspektiven für die Praxis
Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Therapie von Kindern mit ALL nicht nur wirksamer, sondern auch schonender zu gestalten. Durch die Identifikation von Biomarkern und die Nutzung von KI kann die Behandlung besser auf den Einzelfall abgestimmt werden. Für die Betroffenen bedeutet dies weniger Nebenwirkungen und bessere Lebensqualität langfristig. Die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Praxis erhöht die Chance, dass die Erkenntnisse schnell in die medizinische Versorgung einfließen.