Medin als Ursache von Aβ-Ablagerungen in den Blutgefäßen des Gehirns: Entwicklung eines Behandlungs- und Biomarkers der Amyloid-Angiopathie bei der Alzheimer-Krankheit (MedinAD)

Handlungsfeld: „Gesundheitsversorgung“ Forschungsschwerpunkt: „EP PerMed“

Projektleitung

Klinikum der Universität München
Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung
Prof. Michael Ewers
Feodor-Lynenstr. 7
81377 München

Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „„Europäische Partnerschaft für Personalisierte Medizin (EP PerMed)“.

Projektlaufzeit

01.09.2025 - 31.08.2028

Projektbeteiligte(r)

  • Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Deutschland
  • Neuroimmune, Schweiz
  • University of Eastern Finland, Finnland
  • Amsterdam University Medical Center

Motivation

Schädigungen von Blutgefäßen im Gehirn durch Ablagerungen sind ein Hauptrisikofaktor der Demenz im Alter. In einer immer älter werdenden Gesellschaft treten solche altersbedingten Erkrankungen immer häufiger auf. Bei der Alzheimer Krankheit ist eine Ansammlung des Eiweißes Amyloid-β in den Blutgefäßen des Gehirns eine häufige Ursache; in diesem Fall sprechen die Medizinerinnen und Mediziner von einer sogenannte zerebralen Amyloidangiopathie (CAA). 40 % der älteren Menschen ohne Demenz zeigen solche Ansammlungen und ca. 80 % der Patientinnen und Patienten mit Demenz. Es gibt neue Immuntherapien für Patientinnen und Patienten, die an der Alzheimer Krankheit leiden. Für solche, die CAA haben, sind aber vermehrt Nebenwirkungen zu beobachten, wie z. B. die Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn oder kleine Blutungen des Gehirns. Diese Patientinnen und Patienten mit CAA müssen vor Beginn einer Therapie besser identifiziert werden, um Nebenwirkungen zu reduzieren.

Ziele und Vorgehen

Derzeit erfolgt die gesicherte Diagnose von CAA mit einer Untersuchung des Hirngewebes. Bildgebende Verfahren, wie die Magnetresonanztomographie (MRT), können die Gefäßwände mit CAA noch nicht in ausreichender Deutlichkeit darstellen. Außerdem ist es eine vergleichsweise kostenintensive Diagnosemethode, die durch eine begrenzte Verfügbarkeit der MRT-Geräte nicht zu jedem Zeitpunkt allen Menschen angeboten werden kann. Es bedarf Daher besserer Tests für den Nachweis von CAA. Ergebnisse von vorangegangenen Projekten konnten ein körpereigenes Eiweiß, das sogenannte Medin, identifizieren, das vermutlich mit CAA in einem Zusammenhang steht. Im Projekt MedinAD soll getestet werden, ob der Nachweis von Medin zur Verhinderung unerwünschter Nebenwirkungen einer Immuntherapie genutzt werden kann. Hierzu sollen die Tests optimiert und geprüft werden und mit MRT-Bildern von 1.500 Patientinnen und Patienten verglichen werden, um zu sehen, ob ein direkter Zusammenhang von Testergebnissen und MRT-Bildern zu CAA hergestellt werden kann.

Perspektiven für die Praxis

In den USA sind derzeit drei Antikörper für die Therapie der Alzheimer Krankheit zugelassen. Im April 2025 wurde auch ein Antikörper in der EU zugelassen. Schätzungen belaufen sich auf 5,4 Mio. Patientinnen und Patienten in Europa, die für die Behandlung mit dem Antikörper in Frage kommen. Vor diesem Hintergrund liefert das Projekt wichtige Ergebnisse zur besseren Risikoeinschätzung dieser neuen Therapieverfahren und ob mit Nebenwirkungen bei der Behandlung zu rechnen ist.

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