Implementation of Pharmacogenomics into Molecular Tumor Boards in Europe: Improved prediction of PGx phenotypes using germline and tumor multiomics data (PGxMTB)
Handlungsfeld: „Gesundheitsversorgung“ Forschungsschwerpunkt: „EP PerMed“
Projektleitung
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Herr Prof. Dr. Stefan Fröhling
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „Europäische Partnerschaft für Personalisierte Medizin (EP PerMed)“.
Projektlaufzeit
01.04.2026 - 31.03.2029
Projektbeteiligte(r)
- Robert Bosch Gesellschaft für medizinische Forschung mbH (Stuttgart, DE, Verbundkoordinator)
- Karolinska Institutet (Stockholm, SE)
- Institut Gustave Roussy (Villejuif, FR)
- Deutsche Sarkom-Stiftung (Wölfersheim, DE)
- UMIT TIROL – Private Universität für Gesundheitswissenschaften und -technologie GmbH (Hall in Tirol, AT)
Motivation
Bei der Behandlung von Tumorerkrankungen („Krebs“) gab es in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte. Umso wichtiger wird es, bei jeder einzelnen Patientin und bei jedem einzelnen Patienten die optimale Therapie zu identifizieren und anzuwenden. Aktuell werden bei der Auswahl von Tumor-spezifischen Arzneimitteln vor allem genetische Varianten der Tumorzellen berücksichtigt. Um erwünschte Wirkungen zu maximieren und unerwünschte Wirkungen („Nebenwirkungen“) zu minimieren sollten bei der Auswahl der Arzneimittel jedoch auch vererbte genetische Variationen von nicht vom Krebs betroffenen Zellen der Patientinnen und Patienten berücksichtigt werden („Pharmakogenomik“).
Ziele und Vorgehen
Im Rahmen des internationalen Verbundprojekts PGxMTB haben sich sechs Organisationen aus vier europäischen Ländern zusammengeschlossen, um zu erforschen, wie pharmakogenomische Informationen genutzt werden können, um die individuelle Auswahl von Arzneimitteln zur Behandlung von Krebs zu verbessern. Hierzu ist geplant, Informationen aus zwei nationalen Datenbanken zur Präzisionsmedizin zu verwenden, um prototypisch ein informationstechnisches Auswahlinstrument („molecular tumor board“, MTB) zu entwickeln. In diesem Auswahlinstrument werden 344 bekannte, pharmakologisch relevante Genvariationen berücksichtigt. In einer klinischen Studie soll geprüft werden, ob die Anwendung des Auswahlinstruments dabei hilft, das Verhältnis zwischen erwünschten und unerwünschten Wirkungen bei Patientinnen und Patienten zu verbessern. Parallel werden gesundheitsökonomische Fragestellungen untersucht.
Perspektiven für die Praxis
Es ist geplant, die neu entwickelten Analyse- und Entscheidungsunterstützungsmodule nach Projektende dauerhaft in die Routinen des NCT Heidelberg und in die MASTER-Infrastruktur des DKFZ/NCT Heidelberg zu integrieren. Da die entwickelten Module etablierte Standards der Medizininformatik berücksichtigen, können sie auch von anderen Anwenderinnen und Anwendern in bestehende Systeme integriert werden. Hierdurch kann die individuelle Auswahl von Arzneimitteltherapien für Patientinnen und Patienten mit Krebs weltweit verbessert werden.