Bedeutung der Gesundheitswirtschaft
Die Gesundheitswirtschaft hat eine erhebliche ökonomische Bedeutung für den Standort Deutschland. Die Bruttowertschöpfung lag 2025 bei knapp 498,4 Milliarden Euro. Das entspricht rund 12,4 Prozent der Bruttowertschöpfung in der Gesamtwirtschaft. Die Gesundheitswirtschaft ist damit weiterhin eine Wachstumsbranche auf Expansionskurs.
Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre wuchs die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft um 4,7 Prozentpunkte und damit stärker als die Gesamtwirtschaft (Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung BMWE). Die Gesundheitswirtschaft ist zudem Beschäftigungsmotor für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Mehr als jeder bzw. jede sechste Erwerbstätige in Deutschland arbeitet in der Gesundheitswirtschaft.
Neben einer umfassenden Gesundheitsversorgung zeichnet sich der deutsche Gesundheitsmarkt vor allem durch die Entwicklung innovativer Hightech-Produkte in der Medizintechnik und bei Arzneimitteln sowie neuer Behandlungs- und Untersuchungsmethoden aus. Der industrielle Teilbereich der Gesundheitswirtschaft trägt einen Anteil an der Wertschöpfung von 20,4 Prozent der Gesundheitswirtschaft und umfasst Medizinprodukte, Arzneimittel sowie Einzelhandels- und Großhandelsleistungen, aber auch Waren zur Gesundheitsversorgung, erweiterte Handelsleistungen, Bauinvestitionen und Geräte für E-Health und digitaler Anwendungen.
Herausforderungen und Potenziale im Gesundheitsmarkt
Die digitale Gesundheitswirtschaft ist dabei derzeit noch ein kleiner Teilbereich der Gesundheitswirtschaft, aber die starke Wachstumstendenz verdeutlicht ihr großes Potenzial. Neben dem allgemeinen digitalen Transformationsprozess führte auch die pandemische Lage zur weiteren Steigerung des Wachstums.
Als größter europäischer Markt bietet Deutschland mit hervorragend ausgebildeten Fachkräften und einer guten Infrastruktur zudem ausgezeichnete Standortbedingungen für die Leistungserbringer und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft. Zugleich zeigt sich jedoch ein zunehmender Fachkräftemangel, insbesondere im Pflegebereich.
Auch die Gesundheitsausgaben sind in Deutschland vergleichsweise hoch: Im Jahr 2024 beliefen sie sich laut Statistischen Bundesamt auf rund 538 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr sind sie damit gestiegen.
Dabei muss jedoch immer berücksichtigt werden, dass eine gute Gesundheitsversorgung über die ökonomische Bedeutung des Gesundheitssektors hinaus gleichzeitig einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen hat. Denn ein Gesundheitssystem mit guter medizinischer Akutversorgung und einem ausgebauten Rehabilitationswesen ist ein entscheidender Standortvorteil. Es trägt wesentlich dazu bei, dass die Erwerbsfähigkeit und Produktivität der Erwerbstätigen erhalten bleibt und die Menschen aus eigener Kraft für ihren Unterhalt sorgen können. Investitionen in die Gesundheit der Menschen sind deshalb ein wichtiger Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand.
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