Digitalisierung im Gesundheitswesen
Die Digitalisierung ist eine zentrale Voraussetzung für eine moderne, effiziente und zukunftssichere Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Die Chancen nutzen
Die Digitalisierung hat viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und der Wirtschaft bereits stark verändert. Auch für die Gesundheitsversorgung bietet sie große Chancen: nicht nur für schnellere Kommunikation und effizientere Verwaltungsabläufe, sowie für die Abschaffung von Faxnachrichten und Papierformularen, sondern beispielsweise auch für die Bereitstellung von Patientendaten immer dann und dort, wo sie benötigt werden, als Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige, wirksame und menschenzentrierte Behandlung. Digitale Technologien sichern die Zukunftsfähigkeit der Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Die systematische und sichere Auswertung von Gesundheitsdaten erleichtert darüber hinaus die Erkennung von Krankheiten, ermöglicht eine individuell ausgerichtete Versorgung und eröffnet neue Heilungschancen. Die Nutzung mobiler Anwendungen birgt Chancen für eine selbstbestimmte Rolle der Patientinnen und Patienten im Behandlungsablauf und für eine Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz.
Schwerpunkte der digitalen Transformation
Das Bundesministerium für Gesundheit hat in den vergangenen Jahren den nötigen Rahmen geschaffen und treibt die digitale Transformation substantiell voran – stets mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung in Deutschland auf allen Ebenen zu verbessern. Zudem werden die notwendigen Strukturen für ein modernes Gesundheitswesen und eine datenbasierte Versorgung etabliert, der Versorgungsalltag der Menschen mit Blick auf deren Bedarfe vereinfacht und für die Patientinnen und Patienten, deren Angehörige wie auch für die Ärztinnen und Ärzte und andere Leistungserbringende ein konkreter, erlebbarer Nutzen geschaffen.
Zu nennen sind hier vor allem Betriebsstabilität der Telematikinfrastruktur (TI), die Weiterentwicklung verschiedener Anwendungen wie der elektronischen Patientenakte (ePA für alle) und des elektronischen Rezepts (E-Rezept), die Stärkung der Interoperabilität, die Vorbereitungen für digitale Elemente des geplanten Primärversorgungssystems und die Verbesserung der Möglichkeiten zur Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung, Innovation und Versorgung.
Digitalisierungsstrategie
Im Februar 2026 hat das Bundesministerium für Gesundheit eine Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege veröffentlicht, die auf Basis eines breit angelegten Beteiligungsprozesses erarbeitet wurde. Mit dieser werden aktuelle Entwicklungen auf globaler, europäischer und nationaler Ebene (beispielsweise der Aufbau des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS), Fortschritte im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) berücksichtigt und die Digitalisierung insgesamt als wesentliche Säule in der Versorgung etabliert.
Die digitale Transformation im Gesundheitswesen wird unter dem Dach der Digitalisierungsstrategie u.a. durch verschiedene Gesetze vorangetrieben, zuletzt mit dem Digitalgesetz (DigiG) und dem Gesetz zur verbesserten Nutzung von Gesundheitsdaten (GDNG) und dem Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG). Kern des Digitalgesetzes war die Einrichtung der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle gesetzlich Versicherten; mit dem GDNG wird vor allem die Datennutzung für Forschung und Innovation im Gesundheitswesen vorangetrieben und verbessert. Das GeDIG greift zahlreiche Punkte aus der weiterentwickelten Digitalisierungsstrategie auf und enthält Maßnahmen für beinahe alle digitalisierungsrelevanten Themenbereiche des Gesundheitssystems.
Neben dem Auf- und Ausbau von Infrastruktur und der Etablierung digitaler Services und Anwendungen wurden auch wichtige Weichenstellungen für die digitale Weiterentwicklung des Gesundheitswesens vorgenommen, beispielsweise mit dem Aufbau des Forschungsdatenzentrums Gesundheit (FDZ) im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder mit der Weiterentwicklung des Interoperabilitätsverzeichnisses der gematik zu einer Wissensplattform.
Für konkrete Erkenntnisse aus der Praxis sorgt zudem die Erprobung von digitalen Innovationen in der Gesundheitsversorgung, etwa im Rahmen des Innovationsfonds, von experimentellen Pilotprojekten oder durch andere regional oder thematisch fokussierte Fördermaßnahmen.
Nationales Gesundheitsportal
Auf dem Nationalen Gesundheitsportal gesund.bund.de erhalten Bürgerinnen und Bürger in Deutschland wissenschaftlich fundierte, neutrale und gut verständliche Informationen zu ausgewählten Gesundheitsthemen, Krankheitsbildern und Behandlungsmöglichkeiten. Sie werden so in die Lage versetzt, gemeinsam mit ihrer Ärztin beziehungsweise ihrem Arzt informierte Entscheidungen treffen zu können. Das Ziel ist es, nachhaltig das Wissen um Gesundheit zu steigern und damit dazu beizutragen, die Gesundheitskompetenz zu erhöhen und die Patientensouveränität zu stärken. Die Arzt-, Krankenhaus- und Apothekensuche sowie die ICD- oder OPS-Code-Suche unterstützen zusätzlich bei der Orientierung im Gesundheitswesen.
Neben Informationen zu Krankheiten, Pflegeleistungen und Patientenrechten werden auf dem Portal unter anderem auch die digitalen Angebote des Gesundheitswesens erklärt, zum Beispiel die ePA, die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) oder Angebote der Telemedizin. Das Gesundheitsportal unterstützt die Bürgerinnen und Bürger dabei, die Angebote richtig einzuordnen, individuelle Mehrwerte zu identifizieren und die mit der Digitalisierung verbundenen Innovationsschritte nachzuvollziehen und für sich zu nutzen.
Weitere Informationen
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Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege
Die Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege wurde gemeinsam mit zahlreichen Akteuren durch das BMG erarbeitet.
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Daten für die Forschung und Versorgung
Daten helfen, wenn sie im Gesundheitsbereich systematisch und im Einklang mit der informationellen Selbstbestimmung erhoben und genutzt werden können.
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Nationales Gesundheitsportal
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