HIV-Selbsttest

Bundesrat beschließt Einführung von HIV-Selbsttests

Am Freitag hat der Bundesrat die Abgabe von HIV-Selbsttests – so genannten „Heimtests“ - erlaubt.

Bislang dürfen HIV-Schnelltests in Deutschland nur an Ärzte, medizinische Laboratorien und bestimmte weitere Einrichtungen, Behörden und Unternehmen abgegeben werden. Durch die neue Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung können sich die Menschen in Deutschland in Zukunft HIV-Selbsttests  zum Beispiel in Apotheke, Drogerien oder im Internet kaufen – auch ohne ärztliche Verordnung. Der Selbsttest soll von Menschen genutzt, die bislang vor einem Test beim Arzt zurückschrecken und sich daher bisher gar nicht oder nur unregelmäßig testen lassen. HIV lässt sich dadurch früher nachweisen und lässt sich schneller behandeln. 

 

Um die künftigen Selbsttester mit verlässlichen Informationen zu versorgen, hat Gesundheitsminister Jens Spahn das Paul-Ehrlich-Institut gebeten, ein Anwenderportal aufzubauen. Das Portal wird zeitgleich mit Inkrafttreten der Verordnung in der kommenden Woche frei geschaltet und beinhaltet folgende Elemente:

  • Liste der auf dem EU-Markt befindlichen CE-gekennzeichneten Tests
  • Weblinks zu Anwendervideos der aufgeführten Tests
  • Hinweise darauf, was beim HIV-Selbsttest zu beachten ist (z.B. diganostisches Fenster und Bestätigungstests)
  • Links zur BZgA und zur Deutschen Aidshilfe mit weiteren Informationen für Testnutzer

Wir wollen Menschen, die sich ohne ärztliche Beratung auf HIV testen, unterstützen. Deswegen wird das Paul-Ehrlich-Institut auf einer offiziellen Internetseite des Bundes fachliche Information und Orientierung für die HIV-Selbsttester anbietet. Mit der Verkaufs-Freigabe für solche HIV-Selbsttests können wir noch erfolgreicher sein im Kampf gegen HIV und AIDS. Je früher Betroffene die Diagnose HIV kennen, desto früher können sie gut behandelt werden. Und andere haben bei Unsicherheit die Chance auf schnelle Gewissheit, nicht infiziert zu sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn