„Widerspruchslösung ist die Pflicht, sich mit der Organspende auseinanderzusetzen.“

28. November 2018. Der Deutsche Bundestag hat heute den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aufgegriffen und eine breite Debatte über Verbesserungen für die Organspende geführt.

Im Zentrum der Debatte stand Spahns Vorschlag einer doppelten Widerspruchslösung. Danach soll jeder Mensch potenzieller Organspender sein, wenn er zu Lebzeiten nicht widerspricht oder die Angehörigen dies nach dem Tod ablehnen. Derzeit muss ein Organspender – oder seine Angehörigen – der Spende aktiv zustimmen.

Es gibt gewichtige Argumente auf beiden Seiten, das braucht den offenen Austausch. Die doppelte Widerspruchslösung ist kein Zwang zur Spende. Sondern der Zwang, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich finde, das müssen wir uns zumuten. Die 10.000 Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, müssen es uns wert sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

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Bereits Ende Oktober hat das Bundeskabinett dem von Spahn vorgelegten „Zweiten Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende" zugestimmt. Damit sollen künftig mehr Leben durch eine Organspende gerettet werden können.

Eine Schlüsselrolle zur Erhöhung der Organspenden in Deutschland spielen die Krankenhäuser, in denen Organe entnommen werden. Gut funktionierende Abläufe bei der Erkennung möglicher Organspender, mehr Zeit und eine gute Finanzierung können dazu beitragen, mehr Menschenleben zu retten. Hier setzt der Gesetzentwurf an, der voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2019 in Kraft treten soll.