Daten für die Forschung und Versorgung

Forschungsdatenzentrum Gesundheit

Damit das lebensrettende Potenzial von Daten zur Entfaltung kommen kann, müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, unter denen Daten im Gesundheitsbereich systematisch und im Einklang mit der Informationellen Selbstbestimmung erhoben und genutzt werden können. Gesundheitsdaten ermöglichen dem Gesundheitswesen und der Forschung medizinischen Fortschritt und bessere Prävention und Behandlung der Patientinnen und Patienten. Es ist daher wichtig, die Nutzung von Gesundheitsdaten zum Wohl der Patientinnen und Patienten und im Einklang mit den geltenden datenschutzrechtlichen Vorgaben in Versorgung und Forschung weiter zu fördern und die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung konsequent weiter zu verfolgen.

Um strukturierte und repräsentative Daten für die Forschung zur Verfügung zu stellen, baut das BMG das Forschungsdatenzentrum Gesundheit im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf. Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit schafft einen geschützten und vertrauenswürdigen Datenraum für die Nutzung der Abrechnungsdaten der gesetzlich Krankenversicherten zur Präventions- und Versorgungsforschung und zur Steuerung des Gesundheitswesens. Das Ziel: eine bessere Gesundheitsversorgung für alle. Ab dem Jahr 2023 haben Versicherte zudem die Möglichkeit, die in der ePA abgelegten Daten freiwillig pseudonymisiert und verschlüsselt dem Forschungsdatenzentrum Gesundheit und so der medizinischen Forschung zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus können Versicherte die Daten ihrer ePA auch auf alleiniger Grundlage der informierten Einwilligung für ein bestimmtes Forschungsvorhaben oder für bestimmte Bereiche der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung stellen.

Das Forschungsdatenzentrum stellt für die Verbesserung der Versorgung qualitativ hochwertige und repräsentative Daten (Big Data) zur Verfügung. Um die Vorteile von KI nutzen zu können, braucht es genau diese strukturierten Daten. Das ist vor allem für neue Präventions-, Diagnose- und Behandlungsverfahren wichtig – denn die KI und ihre Algorithmen sind nur so gut wie die Daten auf den sie trainiert und getestet werden.

Federführende Datenschutzaufsicht

Zur Beschleunigung und Vereinfachung multizentrischer, länderübergreifender Vorhaben der Versorgungs- und Gesundheitsforschung wurde mit §287a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) eine Regelung für die einheitliche Geltung des Bundesrechts sowie für eine federführende Aufsichtsbehörde am Vorbild der DSGVO geschaffen. Forschende können so, wenn Daten aus mehr als einem Bundesland verarbeitet werden, eine federführende Datenschutzaufsichtsbehörde bestimmen, die die datenschutzrechtliche Prüfung federführend übernimmt. Zur Überwindung möglicher regulatorischer Unterschiede zwischen den Bundesländern, findet zudem bei länderübergreifenden Vorhaben der Versorgungs- und Gesundheitsforschung § 27 des Bundesdatenschutzgesetzes Anwendung.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Versorgung von Patientinnen und Patienten verbessern. KI ist ein der wichtiges Instrument zur Unterstützung und Entlastung von Ärztinnen, Ärzten und medizinischem Personal. Das Potential erstreckt sich dabei von Wissen sammeln und bündeln, über Prozesse optimieren und Diagnosen präzisieren bis hin zur datengestützten passgenauen Therapieempfehlung. Sinnvolle KI wird in Zukunft wie das Stethoskop oder das Röntgenbild im Instrumentenkoffer der Ärztin oder des Arztes zu finden sein. Es geht nicht darum das ärztliche Personal zu ersetzen, sondern dabei zu unterstützen, schneller und präziser zu behandeln. Dann bleibt am Ende mehr Zeit für das persönliche Gespräch mit der Patientin oder dem Patienten.

Darüber hinaus wird ein besseres Verständnis von Gesundheitsdaten die Patientenversorgung insofern nachhaltig unterstützen, dass Zusammenhänge von Krankheiten besser erkennbar sind und Ursachen schneller gefunden werden. Dabei geht es nicht um die Auswertung von Gesundheitsdaten Einzelner, sondern darum, Erkenntnisse zu Krankheiten allgemein zu generieren oder Algorithmen für KI mit möglichst vielen Daten zu trainieren, testen und evaluieren. Um mehr über die konkreten Vorteile und Anwendungsfälle von KI im Gesundheitswesen zu erfahren, fördert das BMG verschiedene Forschungsprojekte. Die Fördermaßnahmen des BMG sind in die KI-Strategie der Bundesregierung eingebettet. Die Strategie hat das Ziel, den Weg von Künstlicher Intelligenz Made in Germany an die Weltspitze voranzutreiben. KI "made in Germany" soll in das Wertegerüst der Europäischen Union eingebettet sein und die künftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sichern. Dabei ist die Gewährleistung einer verantwortungsvollen und gemeinwohlorientierten Entwicklung und Nutzung von KI von zentraler Bedeutung. Das ist besonders für den Umgang mit sensiblen Daten wie im Gesundheitswesen wichtig. Dafür muss KI im Rahmen einer aktiven politischen Gestaltung für die Bevölkerung in Deutschland und Europa anwendbar sein und zum Wohl der Gesellschaft genutzt werden.

KI-Fördermaßnahmen im BMG

Die ausgewählten Fördermaßnahmen arbeiten an wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Nutzen digitaler Innovationen und deren Beitrag zur Verbesserung der patientenzentrierten Versorgung. Ein wichtiger Aspekt der geförderten Projekte ist daher immer das rechtskonforme Nutzbarmachen großer Datenmengen zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Konkret geht es in den Projekten zum Beispiel darum, durch die Entwicklung und den Einsatz von Anwendungen der KI, Therapien individueller auf die Patientinnen und Patienten auszurichten, Prozesse in Kliniken zu optimieren und Diagnosen präziser zu machen. Die KI-Anwendungen sollen in der Praxis erprobt und getestet werden. Hierfür bieten sich verschiedene Anwendungsfälle, beispielsweise bei der automatisierten Analyse von Bilddaten in der Radiologie oder Dermatologie an. Neue datengetriebene Innovationen ermöglichen, dass zum Beispiel Algorithmen Hautveränderungen diagnostizieren, Wundliegegeschwüre vorbeugen oder die Dokumentation im Schockraum erleichtert wird.

Aktuell werden über 20 Projekte zur konkreten Umsetzung von KI-Maßnahmen mit folgenden Themenschwerpunkten gefördert:

  • "Smarte Sensorik"
  • "Smarte Datennutzung“
  • "Smarte Algorithmen"
  • "Smarte Kommunikation".

Darüber hinaus werden weitere Projekte zur Umsetzung der KI-Strategie im Gesundheitsbereich gefördert, unter anderem der Einsatz neuer datengestützter Technologien, insbesondere der KI, zur Verbesserung der Versorgung in der Langzeitpflege; Maßnahmen zur vertrauenswürdigen KI; die Untersuchung von KI-Methoden zur Generierung von synthetischen Daten; , die Operationalisierung der schnellen Krisenbewältigung durch KI beim Robert Koch-Institut sowie die Genomdateninitiative – GenomDE.

Die Projekte sollen zum Beispiel Antworten auf folgende Fragen geben:

  • Welcher Nutzen besteht beim Einsatz von KI für die Patientinnen/Patienten?
  • Worin können Ärztinnen und Ärzte unterstützt werden?
  • Welche Hindernisse zum Einsatz von KI müssen abgebaut werden?
  • Welche Maßnahmen müssen im Gesundheitswesen ergriffen werden, damit KI wirklich da helfen kann, wo sie sinnvoll ist?
Stand: 19. Oktober 2022
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