69. Weltgesundheitsversammlung: Robert Koch-Institut zum neuen WHO-Kooperationszentrum ernannt

23. Mai 2016. Anlässlich der 69. Weltgesundheitsversammlung (WHA) in Genf rief Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe dazu auf, die Gesundheitsversorgung international zu stärken. Um für aufkommende internationale Gesundheitskrisen bestmöglich vorbereitet zu sein, wird das Robert Koch-Institut die Weltgesundheitsorganisation (WHO) künftig als Kooperationszentrum für neu auftretenden Infektionen und biologische Gefahren unterstützen.

Allen Menschen ein gesundes Leben zu ermöglichen, ist ein maßgebliches Ziel der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Hierfür ist es entscheidend, die Gesundheitsversorgung international zu stärken. Denn ein funktionierendes Gesundheitswesen ist der beste Schutz vor Gesundheitsgefahren und Krankheit. Gleichzeitig sollen sich die Menschen auf der ganzen Welt darauf verlassen können, im Krankheitsfall ausreichend abgesichert zu sein. Die Weltgesundheitsversammlung ist eine wichtige Gelegenheit, um die Umsetzung der gesundheitsbezogenen Entwicklungsziele nun gemeinsam mit allen WHO-Mitgliedstaaten voranzutreiben.


Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Vom 23. bis 28. Mai findet in Genf die Weltgesundheitsversammlung (WHA) statt. Sie ist das höchste Entscheidungsgremium der 194 Mitgliedstaaten der WHO. Ein wichtiges Thema ist in diesem Jahr die umfassende Reform der WHO. Die Erfahrungen mit Ebola haben gezeigt, dass die WHO zukünftig besser und schneller auf internationale Gesundheitskrisen reagieren muss. Hierfür sind strukturelle Veränderungen innerhalb der WHO erforderlich sowie ausreichendes Personal und finanzielle Mittel. Das Robert Koch-Institut unterstützt die WHO zukünftig als WHO-Kooperationszentrum für neu auftretende Infektionen und biologische Gefahren dabei, für internationale Gesundheitskrisen gerüstet zu sein und im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Kooperationszentrum unterstützt das RKI die WHO bei Warn- und Reaktionsmaßnahmen in Zusammenhang mit Krankheitsausbrüchen von internationaler Tragweite mit seinen Laborkapazitäten. Darüber hinaus stellt das RKI seinen Sachverstand bei der Untersuchung und Eindämmung von Ausbruchsgeschehen, bei Schulungsmaßnahmen aber auch bei der Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV2005) in Bezug auf neu auftretende Infektionen und biologische Gefahren zur Verfügung – wie aktuell beispielsweise beim Gelbfieberausbruch in Angola. Die Ernennung gilt zunächst für 4 Jahre.

Am Rande der Weltgesundheitsversammlung trifft sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zu bilateralen Gesprächen mit der WHO Generaldirektorin Dr. Margaret Chan sowie zahlreichen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern. Außerdem besucht Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ein Treffen der "Alliance of Champions" zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen sowie einer Veranstaltung zu Demenz.

Prof. Ilona Kickbusch mit Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet

Bei einem Abendempfang anlässlich der Weltgesundheitsversammlung in Genf am 23.04.2016 hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe das Verdienstkreuz am Bande an Frau Prof. Ilona Kickbusch verliehen.

Es gibt keine weit entfernten Krankheiten, deshalb müssen wir Gesundheit mehr denn je global denken. Frau Professorin Ilona Kickbusch leistet mit ihrer Arbeit dazu seit Jahren einen wichtigen Beitrag. Sie hat die europäische und internationale Gesundheitspolitik in den letzten Jahrzehnten maßgeblich geprägt und ist eine der führenden und weltweit anerkanntesten Expertinnen in diesem Feld. Deshalb habe ich Frau Professorin Kickbusch mit großer Freude im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck das Verdienstkreuz am Bande verliehen.


Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Frau Prof. Dr. Ilona Kickbusch ist eine der führenden und weltweit anerkanntesten Expertinnen in der globalen Gesundheitspolitik. Im Anschluss an ihre Tätigkeit bei der Weltgesundheitsorganisation von 1980 bis 1998 war sie bis 2004 Professorin an der Yale University. Derzeit ist sie als selbständige Beraterin für öffentliche Gesundheit und Professorin am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf tätig, wo sie das Global Health Programme leitet. Frau Professor Kickbusch ist eine geschätzte Expertin und Beraterin zahlreicher staatlicher Institutionen, Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie der Weltgesundheitsorganisation.

Stand: 13. Oktober 2021