Welttuberkulosetag der WHO

Vor 135 Jahren, am 24. März 1882, gab Robert Koch seine Entdeckung des Tuberkulose-Erregers bekannt. Tuberkulose wurde damit zu einer Erkrankung, die  diagnostizierbar, behandelbar heilbar ist. Der Welttuberkulosetag am 24. März ehrt die Leistung des Wissenschaftlers und macht gleichzeitig darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die Erkrankung konsequent zu bekämpfen. Das Bundesgesundheitsministerium ist gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut, dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose und dem Forschungszentrum Borstel auf vielen Ebenen aktiv.  

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Die weltweite Verbreitung der bakteriellen Infektionskrankheit Tuberkulose ist auch heute noch hoch: Im Jahr 2015 erkrankten gemäß Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 10,4 Millionen Menschen an Tuberkulose, 60 Prozent der Fälle traten in nur sechs Staaten auf: Indien, Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika. Etwa 1,8 Millionen Menschen verstarben 2015 an Tuberkulose. In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) 5.915 Tuberkulose-Fälle für das Jahr 2016 gemeldet.

Durch eine Antibiotika-Therapie ist Tuberkulose behandelbar und in der Regel heilbar. Damit die Behandlung den vollen Erfolg zeigt, muss die Krankheit frühzeitig erkannt und konsequent behandelt werden. Mit einer Behandlung im frühen Stadium sinkt auch das Übertragungsrisiko. Ansteckungsgefahr besteht in erster Linie für enge Kontaktpersonen von Erkrankten, vor allem nach längerem oder wiederholtem Kontakt. Nicht alle Patientinnen und Patienten sind zwangsläufig infektiös: Knapp die Hälfte von ihnen leidet nicht an der ansteckenden, offenen Lungentuberkulose, sondern an andern Formen.

Gemeinsame Anstrengungen im Kampf gegen Tuberkulose

Um Tuberkulose wirksam zu bekämpfen sind gemeinsame Anstrengungen für die frühe Erkennung, konsequente Behandlung und Vermeidung von Tuberkulose erforderlich. Zur Verstärkung des Erfahrungsaustausches unterstützt das Bundesgesundheitsministerium daher seit mehreren Jahren die Tagung "Tuberkulose aktuell". Sie dient vor allem Gesundheitsämtern, Praxen sowie Kliniken und Laboren als wichtiges Forum und wird gemeinsam vom Robert Koch-Institut, dem Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose und dem Forschungszentrum Borstel organisiert. Die diesjährige Tagung am 20. März stand unter dem Motto "Neues zur Surveillance, Management und Kontrolle."

Das Bundesgesundheitsministerium fördert darüber hinaus im Rahmen der Ressortforschung u.a. das Projekt „Explain-TB“, das eine mobile Tuberkuloseaufklärung ermöglicht. Über Apps sowie Erklärvideos soll es Sprach- und Verständnisbarrieren abbauen – denn der Arzt-Patienten-Kontakt und die Begleitung bei der oftmals nebenwirkungsreichen Tuberkulose-Therapie sind zentral für den Behandlungserfolg.

Das Robert Koch-Institut erstellt jährlich den Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland und andere aktuelle Fachinformationen – zum Beispiel zur Erstuntersuchung von Asylsuchenden, bei der Tests auf Tuberkulose (TB) Pflicht sind, sowie speziell auch zur Umsetzung der TB-Untersuchung bei asylsuchenden Kindern und Jugendlichen.

Epidemiologisches Bulletin des RKI

Hier erhalten Sie aktuelle Daten und Informationen zum Welttuberkulosetag 2017.

Zusammen mit den medizinischen Fachgesellschaften erstellt das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose Leitlinien zu Diagnostik, Therapie und Prävention im Erwachsenenalter. Ein wichtiger Schwerpunkt des am Forschungszentrum Borstel angesiedelten Nationalen Referenzzentrum für Mykobakterien ist die Resistenztestung der Tuberkuloseerreger. Das Forschungszentrum Borstel ist eine der führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Tuberkulose und wird als Institut der Leibnitz-Gemeinschaft zu 50 Prozent vom Bundesgesundheitsministerium finanziert.