Vorurteile abbauen, Neuansteckungen verhindern

22. Internationale AIDS-Konferenz (IAC)

24. Juli 2018. Barrieren brechen, Brücken bauen – so lautet das Motto der diesjährigen Internationalen AIDS-Konferenz in Amsterdam. Um die Neuansteckungen mit dem HI-Virus in Deutschland weiter zu senken, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in dieser Woche einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem die gesetzlichen Krankenkassen künftig für Risikopatienten Vorsorge-Medikamente (PrEP) - einschließlich der dazugehörigen ärztlichen Beratung und medizinischen Untersuchungen - übernehmen.


Deutschland ist eines der Länder mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. Wir wollen aber die Zahl der Neuansteckungen noch weiter senken. Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko sollen einen gesetzlichen Anspruch auf ärztliche Beratung, Untersuchung und Arzneimittel zur Präexpositionsprophylaxe erhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Foto: Das Bild zeigt die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss auf der 22. Internationalen Aids-Konferenz

Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss (r.) bei der 22. Internationalen Aids-Konferenz...

Quelle: BMG

Foto: Staatssekretärin Sabine Weiß im Gespräch mit der französischen Gesundheitsministerin Dr. Agnès Buzyn

... im Gespräch mit der französischen Gesundheitsministerin Dr. Agnès Buzyn...

Quelle: BMG

Foto: Das Bild zeigt die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss mit Daniel Nagel.

... und Daniel Nagel, CEO der Organisation "Jugend gegen Aids" in Deutschland.

Quelle: BMG

Foto: Das Bild zeigt die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss im Gespräch mit Jugendlichen der Organisation "Jugend gegen Aids". Sie sitzen an einem Tisch.

Einige Jugendliche von "Jugend gegen Aids" hatten sich durch besonderes Engagement hervorgetan und waren deshalb zur Internationalen Aids-Konferenz und dem Gespräch mit der Parlamentarischen Staatssekretärin eingeladen worden.

Quelle: BMG

Foto: Auf dem Bild sieht man die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss mit einer Gruppe Jugendlicher der Organisation "Jugend gegen Aids".

Sabine Weiss und Owen Ryan, executive Director der international Aids society, mit Vertretern von "Jugend gegen Aids".

Quelle: BMG

Auf der AIDS-Konferenz in Amsterdam sprach sich die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss dafür aus, Vorurteile weiter abzubauen und für ein solidarisches Miteinander einzustehen. Alle Menschen sollten den gleichen Zugang zu den wesentlichen Präventions,- Test- und Versorgungsangeboten bekommen.

Unter dem Motto „Overcoming Barriers“ informiert Deutschland an einem gemeinsamen Stand von BMG, BMZ, BZgA, DAH und GIZ u.a. über die deutsche Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen („BIS 2030“).

Sabine Weiss traf sich zudem am Rande der AIDS-Konferenz mit der französischen Gesundheitsministerin Dr. Agnès Buzyn und tauschte sich über aktuellen Herausforderungen bei der HIV-Prävention in Frankreich und den Erfahrungen mit der PrEP aus. Als erstes europäisches Land stellte das französische Gesundheitsministerium vor zweieinhalb Jahren PrEP für Risikogruppen als erstattungsfähiges Medikament zur Verfügung.

 

Bei der internationalen AIDS Konferenz treffen sich nicht nur Wissenschaftler, Praktiker, Politiker und Menschen, die mit HIV leben, sondern auch junge Menschen. Jugend gegen AIDS bringt in einem Youth Headquarters 300 junge Menschen aus der ganzen Welt zusammen, um jugend-relevante Themen untereinander und mit Experten zu besprechen. Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss besuchte die "Youth Headquarters".

Die Internationale AIDS-Konferenz ist die größte Konferenz, die sich mit einem weltweiten Gesundheitsproblem befasst. Sie wurde erstmals während des Höhepunktes der AIDS-Epidemie im Jahr 1985 organisiert und bietet ein einzigartiges Forum für die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, politischer Unterstützung und Menschenrechten. Die 22. Internationale AIDS-Konferenz (AIDS 2018) findet vom 23. bis 27. Juli 2018 in Amsterdam in den Niederlanden statt.

Seit 1987 setzt die BZgA im Auftrag des BMG eine bundesweite Kampagne zur HIV-Prävention und seit einigen Jahren auch zur Prävention von anderen sexuell übertragbaren Infektionen um.
Die Internationalen Behandlungsziele bis 2020 von UNAIDS (90-90-90) hat Deutschland fast erreicht bzw. übertroffen:

  • 86% der Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland kennen ihren Status.
  • 86% der Menschen mit HIV-Diagnose sind in antiretroviraler Behandlung.
  • 96% der Menschen, die Behandlung bekommen haben eine Viruslast unter Nachweisgrenze.

Deutschland unterstützt auch den internationalen Kampf gegen HIV/AIDS, zum Beispiel über den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM). Seit der Gründung des Globalen Fonds 2002 hat Deutschland mehr als 2,5 Milliarden Euro (Stand: Mai 2018) zur Verfügung gestellt. Mit einem Beitrag von 810 Millionen Euro für die Jahre 2017 bis 2019 ist Deutschland der viertgrößte staatliche Geber des Fonds.