Eine randomisierte, prospektive, offene klinische Studie mit Rekonvaleszenten-Plasma im Vergleich zur bestmöglichen Standardbehandlung von Patientinnen und Patienten mit schwerer COVID-19 Erkrankung (CAPSID)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Globale Gesundheit“

Bild eines in der Studie verwendeten Plasmapräparate.

Motivation

Zum jetzigen Zeitpunkt ist gegen das SARS-CoV-2 Virus keine Therapie mit einem Medikament zugelassen, das sich gegen das Virus selbst richtet (sog. antivirales Medikament). Vielversprechende antivirale Medikamente wie beispielsweise Remdesvidir befinden sich bereits in der späten klinischen Entwicklung und werden jetzt auch an COVID-19 Patientinnen und Patienten in Deutschland untersucht. Antikörpertherapien und andere innovative Arzneimittel befinden sich noch in der Entwicklungsphase und stehen nicht unmittelbar für die Behandlung von COVID-19 Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Somit ist ein sicheres, wirksames und effektives Medikament für eine breite Anwendung noch nicht verfügbar. Gleichzeitig erfordert das aktuelle Fehlen einer medikamentösen Behandlung insbesondere bei der akuten und schweren Form von COVID-19 einen dringenden medizinischen Bedarf für eine alternative Behandlungsmethode.

Bestandteile aus dem Blut von COVID-19 geheilten Spenderinnen und Spendern (sog. Blutplasma) könnten eine sichere und schnell umsetzbare Therapieform darstellen. Trotz vielversprechender Daten aus früheren Berichten und Studien zu Blutplasma von Genesenen bei anderen schweren Erkrankungen der Atemwege und erster Pilotstudien bei COVID-19 ist unklar, wie wirksam und sicher Blutplasma als Therapie eingesetzt werden kann.

Ziele und Vorgehen

Ziel der CAPSID-Studie ist die Untersuchung der Machbarkeit, Sicherheit und Wirksamkeit einer Therapie mit Blutplasma von geheilten Spenderinnen und Spendern bei schwerem COVID-19. Die Studie soll in mehr als 20 Zentren 106 Patientinnen und Patienten rekrutieren. Die Blutplasmen werden von Spenderinnen und Spendern gewonnen, welche von einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 genesen sind, symptomfrei und SARS-CoV-2 negativ sind. Diese Patientinnen und Patienten haben ausreichend Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus gebildet.

Perspektiven für die Praxis

Bei einem positiven Studienergebnis könnte Blutplasma zukünftig in der Therapie von COVID- 19 möglicherweise als eine zusammen mit weiteren, derzeit geprüften Therapien, Teil der Behandlung werden. Außerdem schaffen die in dieser klinischen Studie erhobenen Daten eine gute Basis für die Blutplasma Therapie gegen Viren generell und können daher auch bei künftigen Pandemien mit neuen Erregern Anwendung finden.

Fakten zum Projekt

Projektleitung

DRK -Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen gemeinnützige GmbH
Sandhofstraße 1
60528 Frankfurt

Prof. Dr. med. Hubert Schrezenmeier Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik
Helmholtzstr.10
89081 Ulm

Projektlaufzeit

01.04.2020 bis 31.05.2021

Ansprechperson

Dr. Fabian Gondorf
DLR Projektträger
projekttraeger-bmg(at)dlr.de

Stand: 01. August 2022
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