Personalisierte Tumortherapie neu denken: Minimale Resterkrankung in Hochrisiko-Lymphompatienten angreifen (HiRisk-HiGain)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Gesundheitsversorgung“, Förderschwerpunkt „ERA PerMed“

HiRisk-HiGain - Verbleibende Tumorzellen sollen gezielt angegriffen werden.
Verbleibende Tumorzellen sollen gezielt angegriffen werden.

Motivation

Durch heutige medikamentöse Tumortherapien kann meistens ein Großteil der Tumorzellen im Körper zerstört werden. Jedoch können verbleibende Tumorzellen nach einiger Zeit zu einem Rückfall (Rezidiv) führen. Diese Tumorzellen weisen veränderte Eigenschaften auf (z. B. Genexpression, Metabolismus). Diese Veränderungen können sich wiederum auf die Tumoraggressivität und auf die Empfindlichkeit gegenüber den nachfolgenden Behandlungen auswirken. In diesem Projekt soll untersucht werden, ob und wie Auswirkungen einer anfänglichen Therapie auf die Eigenschaften und Empfindlichkeiten der verbleibenden Tumorzellen in der Folgetherapie ausgenutzt werden können.

Ziele und Vorgehen

Grundidee dieses Forschungsvorhabens als Teil des Gesamtkonsortiums ist es, nach einer ersten Behandlung molekulare Veränderungen in Tumorzellen zu identifizieren, die mit biologischen Zustandswechseln und klinischem Verlauf assoziiert sind. Dabei soll anhand dieser molekularen Veränderungen (Biomarkern) eine Vorhersage für das Ansprechen einer zweiten Behandlungslinie getroffen werden. Weiterhin soll es möglich sein, noch vor Beginn der initialen Behandlung anhand der identifizierten Biomarker eine Voraussage zur Empfindlichkeit gegenüber der zweiten Behandlungslinie treffen zu können. Darauf basierend soll für die Erkrankten eine individuell an ihren Tumor angepasste Tumortherapie entwickelt werden. Das Projekt fokussiert sich dabei auf das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL). Dabei sollen unter Mitwirkung von Patientinnen und Patienten (prä-)klinische Modelle mit Hilfe von molekularen und bioinformatischen Methoden erarbeitet werden.

Perspektiven für die Praxis

Die Ergebnisse des Projekts können es ermöglichen, die Standard-Tumortherapie durch eine individuell angepasste Therapie zu ersetzen. Zudem könnten die Projektergebnisse auf die Behandlung weiterer Tumorarten übertragen werden. Hierbei spielen insbesondere molekulare Biomarker, welche vor der Behandlung bei den Erkrankten bestimmt werden, eine wichtige Rolle. Anhand dieser Biomarker können personalisierte Therapielinien angewendet werden, welche die Überlebenschancen erhöhen, die Nebenwirkungen reduzieren und die Kosten der Behandlung durch eine zielgerichtete Therapie reduzieren.

Fakten zum Projekt

Projektleitung

Charité ‐ Universitätsmedizin Berlin
Molekulares Krebsforschungszentrum
Prof. Dr. Clemens Alexander Schmitt
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Projektlaufzeit

01.05.2021 - 30.04.2024

Projektbeteiligte

• Istituto Europeo di Oncologia, Mailand Italien

• Universitätsklinikum Essen, Deutschland

• Hôpital Saint-Louis, Paris, Frankreich

• Centre Henri Becquerel, Rouen, Frankreich

• Istituto Scientifico Romagnolo per lo Studio e la Cura dei Tumori, Meldola, Italien

Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „ERA PerMed“.

Ansprechperson

Dr. Fabian Gondorf

DLR Projektträger

projekttraeger-bmg(at)dlr.de 

Stand: 14. Januar 2022
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