Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines dauerhaften Registers zur Erfassung und Analyse assistierter Suizide (RegAS)
Ressortforschung im Handlungsfeld „Gesundheitsförderung und Prävention“, Förderschwerpunkt „Suizidprävention stärken“
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Hospizschwester besucht einen älteren männlichen Patienten
Projektleitung
Klinikum der Universität München
Prof. Dr. Claudia Bausewein
Marchioninistraße 15
81377 München
Projektlaufzeit
01.09.2025 bis 29.02.2028
Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „Suizidprävention stärken“.
Projektbeteiligte
- Universitätsklinikum Köln
- Universitätsklinikum Düsseldorf
- Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen
- Deutsche Akademie für Suizidprävention
- Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Motivation
Schätzungen zufolge nimmt die Zahl assistierter Suizide zu. Für das Jahr 2023 wird die Zahl der assistierten Suizide auf ca. 400 Fälle geschätzt, wobei von einer drei- bis vierstelligen Dunkelziffer ausgegangen wird. Bislang gib es keine systematische Erfassung von durchgeführten assistierten Suiziden in Deutschland. Daher sind die genauen Fallzahlen sowie Informationen über die betroffenen Personen (z. B. Grunderkrankung, Alter), Umstände (z. B. Ursachen für den Wunsch nach Suizidassistenz) und Rahmenbedingungen der assistierten Suizide (z. B. Vorgehen der eingebundenen Versorgenden) bislang nicht verfügbar.
Ziele und Vorgehen
Das übergeordnete Ziel des „RegAS“-Vorhabens ist die Entwicklung und Erprobung eines Registers zur Erfassung durchgeführter assistierter Suizide. Eintragungen sollen dabei sowohl von professionellen Personen wie Ärztinnen und Ärzten als auch von Laien wie z. B. Angehörigen vorgenommen werden können. Zur Entwicklung des Registers wird dieses zunächst auf Basis einer orientierenden Datenbank- und Literaturrecherche sowie eines strukturierten Beratungsverfahrens mit internationalen Expertinnen und Experten inhaltlich geplant. Nach der technischen Entwicklung des Registers (inkl. Datenschutz- und Datenverarbeitungskonzept), wird der Register-Entwurf erprobt und überarbeitet. Im Rahmen der anschließenden Bewertung (formative Evaluation) der Registernutzung sollen Erkenntnisse u. a. zu Nutzerzufriedenheit, Effizienz, Effektivität sowie Nutzungsverhalten gewonnen und die Online-Oberfläche bedarfsgerecht angepasst werden. Zudem sollen Nutzungsbarrieren sowie Gründe für die Nicht-Nutzung des Registers erhoben werden. Zudem ist die Auswertung der Registerdaten des ersten Erfassungsjahres – v. a. mit Blick auf Genderaspekte und Risikogruppen – geplant.
Perspektiven für die Praxis
Durch das im RegAS Projekt entwickelte Register soll einerseits die Praxis der assistierten Suizide beleuchtet und transparent dargestellt werden. Andererseits soll das Register dazu beitragen, die Bedürfnisse und Herausforderungen von Menschen, die einen assistierten Suizid in Erwägung ziehen, zu identifizieren, sodass perspektivisch geeignete Unterstützungsangebote entwickelt werden können. Somit trägt das Vorhaben dazu bei, die Nationale Suizidpräventionsstrategie des Bundesministeriums für Gesundheit praktisch umzusetzen.
Weitere Informationen
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Überblick aller Handlungsfelder der Ressortforschung
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