Spahn: "Deutschlands CoronaApp hat mehr Downloads als die Corona-Apps aller anderen EU-Staaten zusammen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im BamS-Interview

BILD am SONNTAG: Was nützt uns eine App, wenn wir jede Woche einen neuen Corona-Ausbruch in Schlachthöfen haben?

Jens Spahn: Die App löst nicht alle Probleme. Das hat nie jemand behauptet. Aber auch bei so einem Ausbruch macht die App die Nachverfolgung leichter. Die Mitarbeiter hatten ja auch Kontakt zu Personen außerhalb des Schlachthofes.

Wie wollen Sie dafür sorgen, dass auch ausländische Arbeiter die App runterladen?

Jürgen Müller: Wir wollen, dass die App in mehreren Sprachen funktioniert. In etwa vier Wochen wird es eine türkische Version geben, außerdem sind weitere Sprachen in Planung: Französisch, Arabisch und auch Russisch. Das wird aber noch etwas länger dauern.

Auch Rumänisch?

Müller: Rumänisch ist ebenfalls in Planung. Wie wollen Sie verhindern, dass es weitere Ausbrüche in Schlachthöfen gibt?

Spahn: Wichtig ist, wie mit einem Ausbruch umgegangen wird, da ist entschlossenes Handein gefordert. Dennoch muss aufgearbeitet werden, was genau passiert ist. Noch ist unklar, ob die niedrigen Temperaturen in der Arbeitshalle, die Art der Unterbringung oder die mit dem langen Wochenende verbundene Heimreise Ursache für den Ausbruch waren. Aber wir sehen an diesem Beispiel, wie so ein Virus-Ausbruch eine ganze Region in Mitleidenschaft ziehen kann. Deshalb gilt umso mehr: wachsam bleiben.

Wie viele Menschen haben sich die App bislang runtergeladen?

Spahn: Mehr als 10 Millionen. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. Deutschlands CoronaApp hat mehr Downloads als die Corona-Apps aller anderen EU-Staaten zusammen. Es ist großartig, dass sich so viele Bürger bei uns daran beteiligen, das Virus zu bekämpfen. Das ist ein starkes Signal von Geschlossenheit. Genau so sollten wir weitermachen.