Fragen und Antworten zum Thema Masern

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen oder Gehirnentzündungen sind möglich. Zwar erkrankten früher die meisten Menschen bereits als Kind an Masern, jedoch können sich Jugendliche und Erwachsene genauso anstecken. Es stecken sich heutzutage sogar vermehrt ungeschützte Jugendliche und Erwachsene an, da viele Kinder gegen Masern geimpft sind. Mehr als die Hälfte der Masernfälle in Deutschland betreffen heute Jugendliche über 10 Jahre und Erwachsene.

Eine durchgemachte Kinderkrankheit stärkt nicht unbedingt den Organismus des Kindes, sondern schwächt, z.B. durch hohes Fieber, über viele Tage den Körper. Mögliche Folgen wie eine Gehirnentzündung bei Masern, die zu einer lebenslangen geistigen Behinderung führen kann, werden dabei oft außer Acht gelassen. Rudolf Steiner entwickelte zwar vor etwa 100 Jahren die These, dass jede durchgemachte Kinderkrankheit einen Entwicklungsschub bedeute und den Menschen nach vorne bringen könnte, hierfür fehlen jedoch wissenschaftliche Beweise. Steiner lehnte Impfungen grundsätzlich nicht ab.

Tatsächlich heilen viele Infektionen folgenlos aus, jedoch können sogenannte Kinderkrankheiten in bestimmten Fällen sehr drastisch verlaufen. Bei einem von 1.000 Kindern, die an Masern erkranken, entwickelt sich eine Entzündung des Gehirns, die sogenannte Masern-Enzphalitis. Diese kann zu bleibenden Hirnschäden führen oder sogar tödlich verlaufen. Auch die bei Masern recht häufig auftretenden Fieberkrämpfe, die bei jedem 15. Erkrankten auftreten, können aufgrund einer Impfung weitestgehend vermieden werden.

Nein, dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg. 1998 veröffentlichte A.J. Wakefield zusammen mit anderen Wissenschaftlern eine Studie, die einen Zusammenhang zwischen der Masernimpfung und Magen-Darm-Symptomen sowie Entwicklungsstörungen bei zwölf Kindern vermutete. Weitere Studien konnten diese Ergebnisse ebenfalls nicht bestätigen. Wakefield wurde nachgewiesen, dass er bewusst Daten gefälscht hatte. Die entsprechende Publikation wurde zurückgezogen und ihm die Approbation entzogen.

Eine Mutter, die durch Impfung oder durchgemachter Krankheit gegen Masern immun ist, gibt Antikörper an das Kind weiter. Die Antikörper werden im Laufe der ersten Lebensmonate abgebaut. Man weiß nicht sicher, wie lange das im Einzelfall dauert. Manche Kinder sind schon nach drei Monaten ohne Schutz, andere erst nach neun. Um folgende Immunitätslücken möglichst schnell zu schließen, empfiehlt die Ständige Impfkommission die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln im Alter von 11 bis 14 Monaten. Jüngere Kinder, die in eine Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen werden, können bereits ab einem Alter von 9 Monaten geimpft werden.

Beim Masernimpfstoff, der ein abgeschwächtes, aber noch vermehrungsfähiges Masernvirus enthält, kommt es bei zwei bis fünf Prozent der Geimpften nach etwa einer Woche zu einem masernartigen Hautausschlag, der allerdings nicht ansteckend ist. Eine voll ausgeprägte Masernerkrankung oder bekannte Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen treten jedoch nicht auf. Auch die gefürchtete Entzündung des Gehirns, die Masern-Enzephalitis, ist nach einer Masernimpfung für immungesunde Kinder nicht belegt.

Masernimpfstoffe sind sicher und ausgesprochen nebenwirkungsarm. Die Impfung ist gut verträglich. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Der Körper soll nach der Impfung Antikörper bilden. Dies merkt man an typischen Reaktionen. Oft kommt es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr zu einer leichten Rötung oder Schwellung an der Impfstelle, die auch schmerzen kann. In den ersten drei Tagen nach der Impfung können kurzfristig auch Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Diese Reaktionen sind aber nicht gefährlich und klingen nach kurzer Zeit wieder ab.

Da die MMR-Impfung eine Impfung mit abgeschwächten lebenden Viren ist, können bei etwa zwei bis fünf Prozent der Geimpften nach ein bis vier Wochen vorübergehend nicht ansteckende Impfmasern auftreten: ein schwacher, den Masern ähnlicher Hautausschlag. In Einzelfällen können allergische Reaktionen auftreten.

Trotz möglicher Nebenwirkungen sind die Risiken der Impfung wesentlich geringer als die einer Erkrankung.

Nein. Der leichte, masernähnliche Hautausschlag, der bei einigen Menschen nach der Impfung auftritt, kann nicht auf andere Menschen übertragen werden. Hervorgerufen wird dieser Ausschlag durch die Lebendviren, die der Impfstoff enthält.