Sachverständigenrat

Aufgabe des Sachverständigenrates

Der Sachverständigenrat hat die Aufgabe, im Abstand von in der Regel zwei Jahren Gutachten zur Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu erstellen. Insbesondere soll er

  • unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen und vorhandenen Wirtschaftlichkeitsreserven Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen entwickeln,

  • Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorlegen sowie

  • Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzeigen.

Rechtsgrundlage für die Tätigkeit des Sachverständigenrates ist § 142 des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) sowie ein Errichtungserlass.

Gutachten

Die Gutachten des Sachverständigenrates werden dem Bundesministerium für Gesundheit übergeben und den gesetzgebenden Körperschaften des Bundes – Bundestag und Bundesrat – vorgelegt. Bisher sind 20 Gutachten erschienen. Eine Reihe von Vorschlägen und Empfehlungen wurden von der Gesundheitspolitik aufgegriffen. Hierzu gehören Maßnahmen wie die Kassenwahlfreiheit, der Risikostrukturausgleich, die Förderung der ambulanten Pflege durch Steigerung der Leistungsstufen und Dynamisierung der Leistungen, die Verbesserung der Versorgung dementer Menschen oder der Ausbau von Präventions- und Rehabilitationsleistungen.

Der Sachverständigenrat hat dem Bundesgesundheitsministerium am 2. Juli 2018 sein aktuelles Gutachten mit dem Titel " Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung" übergeben. Der Gesamttext des Gutachtens sowie weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Sachverständigenrates.

Geschichte des Sachverständigenrates

Der Sachverständigenrat wurde 1985 als "Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen" eingesetzt, um die damals bestehende Konzertierte Aktion, ein Gremium aus Vertretern der an der gesundheitlichen Versorgung beteiligten Verbände, Organisationen und öffentlichen Institutionen, in ihrer Arbeit zu unterstützen und ihr neue Impulse zu geben. Berufen wurde der Sachverständigenrat erstmals am 19. Dezember 1985 durch den Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, dessen Ressort seinerzeit auch den Gesundheitsbereich umfasste, unter Beteiligung der Konzertierten Aktion im Gesundheitswesen. Seit 1991 werden die Mitglieder des Rates von der Bundesministerin bzw. dem Bundesminister für Gesundheit für eine Dauer von vier Jahren berufen. Das Gremium umfasst sieben Mitglieder und ist interdisziplinär aus den Bereichen Medizin, Ökonomie und Pflegewissenschaften besetzt.

Mit Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG) zum 1. Januar 2004 und der damit verbundenen Auflösung der Konzertierten Aktion wurde der "Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen" umbenannt in "Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen".

Dem Sachverständigenrat gehören an:

  • Prof. Dr. med. Ferdinand M. Gerlach

    Institut für Allgemeinmedizin, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Mai

  • Prof. Dr. Wolfgang Greiner

    Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld

  • Prof. Dr. med. Marion Haubitz

    Klinikum Fulda gAG und Medizinische Hochschule Hannover

  • Prof. Dr. Gabriele Meyer

    Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

  • Prof. Dr. Jonas Schreyögg

    Lehrstuhl für Management im Gesundheitswesen
    Hamburg Center for Health Economics, Universität Hamburg

  • Prof. Dr. med. Petra A. Thürmann

    Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Universität Witten/Herdecke

  • Prof. (em.) Eberhard Wille

    Abteilung Volkswirtschaftslehre, Universität Mannheim

Weitere Informationen über die Mitglieder und die Tätigkeit des Sachverständigenrates sowie die Gutachten des Rates finden Sie unter: www.svr-gesundheit.de.