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Vernachlässigte Tropenerkrankungen

Unter vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases/NTDs) im engeren Sinne fallen gemäß der WHO-Definition 17 Krankheiten, die insbesondere in den Tropen auftreten und hier vielfach gänzlich unbekannt sind. Hierzu zählen u.a. die Afrikanische Schlafkrankheit, Bilharziose, Chagas, Leishmaniose und das Dengue-Fieber. Mehr als 1,4 Milliarden Menschen sind weltweit an ihnen erkrankt, viele Millionen Menschen sterben jährlich an ihren Folgen.

Vernachlässigte Tropenerkrankungen haben somit eine hohe Bedeutung für die globale Gesundheit. Auftreten und Verbreitung der Krankheiten können dabei nur begrenzt auf die klimatischen Bedingungen zurückgeführt werden. Weitere wesentliche Gründe für die hohe Krankheitslast der vernachlässigten Tropenerkrankungen sind vor allem fehlende oder unter eingeschränkten Ressourcen nicht einsetzbare Medikamente und Impfstoffe. Es bestehen kaum wirtschaftliche Anreize zur Entwicklung dieser Medikamente und Impfstoffe, da die Wirtschaftskraft in den betroffenen Ländern gering ist. Zudem trägt ein fehlender oder erschwerter Zugang zu Gesundheitsleistungen zur mangelnden Versorgung bei. Auch schwach entwickelte Hygienestandards und ein nicht ausreichender Zugang zu sauberem Wasser sind Ursache für viele Erkrankungen. Eine Verbesserung der Situation ist dann möglich, wenn die unterschiedlichen Faktoren berücksichtigt werden.

Seit 2011 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Forschungsförderung im Rahmen seines Förderkonzeptes für vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten kontinuierlich ausgebaut und ist mittlerweile größter deutscher Förderer in diesem Bereich.