Entwicklung prototypischer Interventionsmaterialien zur Reduzierung von Sitzzeiten von Kindern im Setting Familie

Sitzendes Verhalten rückt als eigenständiges Thema neben der Bewegungsförderung zunehmend in das gesundheitswissenschaftliche und gesellschaftliche Interesse. Diverse Forschungsergebnisse zei­gen sogar einen gesundheitsriskanten Einfluss langer Sitzzeiten. Insbesondere zur Vorbeugung von Übergewicht bietet jede weniger verbrachte Minute im Sitzen einen Zusatznutzen. Studien zeigen zudem auf, dass lange Sitzzeiten während der Kindheit das Risiko erhöhen, auch als Erwachsener übergewichtig zu sein und zu werden. Ziel des Projektes war die Entwicklung, Erprobung und Opti­mierung prototypischer Interventionsmaterialien zur Reduzierung von übermäßigem Sitzen bei Kindern im familiären Setting.

Aus dem aktuellen Stand der Forschung wurden zur Reduzierung von Sitzzeiten 6- bis 10-jähriger Kinder

(1) ein Poster mit Alternativen zu sitzenden Verhaltensweisen,

(2) ein Handout zur Vermitt­lung von Wissen über das gesundheitswissenschaftliche Risiko des Sitzens und mit Tipps für mögli­che familiäre Maßnahmen (z. B. Aufstellen von Regeln, Vorbildfunktion der Eltern),

(3) ein Verhal­tensvertrag zur Reduzierung von Sitzzeiten zwischen Kindern und Eltern sowie

(4) ein Selbstbe­obachtungsbogen zur Protokollierung und damit Bewusstwerdung familiärer Sitzzeiten abgeleitet.

Die Materialien wurden mit Hilfe leitfadengestützter Interviews mit der Zielgruppe auf ihre Ver­ständlichkeit, Anwendbarkeit und Sinnhaftigkeit überprüft. Insgesamt wurden die Materialien posi­tiv bewertet. Verbesserungspotenziale werden in einer stärkeren Zielgruppenspezifität, einer inten­siveren Einbindung der Eltern, der Erweiterung der Zielgruppe auf Kinder bis 12 Jahren sowie einer höheren Praktikabilität gesehen. In einem Workshop mit der Universität Bielefeld, peb und einer Agentur für Kommunikationsdesign wurde die Idee einer Verzahnung aller entwickelten Materia­lien in Form eines familiären Spiels mit Wettbewerbscharakter kreiert, das über www.familienaufstand.de heruntergeladen werden kann.



Abschlussbericht Seiten: 82 Stand: Februar 2017

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Stand: 28. Februar 2017
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