Gesetzlicher Anspruch für HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) kommt

Deutschland ist eines der Länder mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. Wir wollen
die Zahl der Neuansteckungen noch weiter senken. Daher verstärken wir unsere Anstrengungen,
aufzuklären und zu informieren. Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko sollen in Zukunft einen gesetzlichen Anspruch auf ärztliche Beratung, Untersuchung und Arzneimittel zur Vorsorge erhalten.

PrEP ist ein wirksamer Schutz gegen HIV. Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass die HIV-Infektionszahlen durch PrEP deutlich gesenkt werden können. Dem Wildwuchs, den es derzeit rund um PrEP in Deutschland gibt, wollen wir ein strukturiertes Angebot entgegensetzen. Denn nur richtig genommen, wirkt es. Falsch gemacht, steigt im Gegenteil eher das Risiko von Resistenzen und Ansteckungen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn


Das Bundesministerium für Gesundheit wird die Wirkung der PrEP bis Ende 2020 evaluieren. Daten aus Ländern, in denen die PrEP seit einigen Jahren als ergänzender Baustein eingesetzt wird, haben bereits nachgewiesen, dass die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesenkt werden konnte. In diesen Ländern ist die PrEP eingebunden in ein Beratungs- und ärztliches Versorgungssystem, erweiterte Testangebote, Selbsttests, frühzeitige Behandlung usw.

Wer zu den Risikogruppen gehört und damit Anspruch auf die PrEP hat, wird von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband vereinbart.