Globaler Aktionsplan (GAP) für ein gesundes Leben und das Wohlergehen aller Menschen

„Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“ (SDG 3). Gesundheit ist in der Agenda 2030 prominent als politische, entwicklungspolitische und humanitäre Priorität für alle Länder verankert.

Das Nachhaltigkeitsziel zu Gesundheit (SDG 3) umfasst 13 spezifische Unterziele für die Gesundheit von Müttern und Kindern, für übertragbare Krankheiten, wie beispielsweise HIV/AIDS, Tuberkulose und Hepatitis sowie für nichtübertragbare Krankheiten wie beispielsweise Krebserkrankungen und Diabetes, zu Dienstleistungen im Bereich der psychischen Gesundheit sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte, zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltverschmutzung, Verkehr und Tabakkonsum und zur Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen. Die Erreichung des Nachhaltigkeitsziels SDG 3 stützt sich auf Unterziele wie den Ausbau der allgemeinen Gesundheitsversorgung, einen erschwinglichen Zugang zu hochwertigen, unentbehrlichen Impfstoffen und Arzneimitteln, eine nachhaltige Finanzierung, Bereitstellung von ausreichendem,  qualifiziertem Gesundheitspersonal und die Schaffung von Kapazitäten, um gesundheitliche Notfälle zu verhindern und zu bewältigen.

In Deutschland gibt es konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des SDG 3:

  • Senkung vorzeitiger Sterblichkeit auf 100 (Frauen) bzw. 190 (Männer) Todesfälle pro 100.000 Einwohner bis 2030

  • Senkung der Raucherquote von Jugendlichen auf 7 Prozent, der Erwachsenen auf 19 Prozent bis 2030

  • Anstieg der Adipositasrate von Jugendlichen und Erwachsenen dauerhaft stoppen

  • Senkung der Emissionen von Luftschadstoffen bis 2030 auf 55 Prozent gegenüber 2005

  • Möglichst flächendeckende Erreichung des Richtwerts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Feinstaubbelastung von nicht mehr als 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bis 2030

Ob die Ziele erreicht werden, wird anhand verschiedener Indikatoren gemessen und seitens des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht. Erfreulich ist der deutliche Rückgang von Menschen, die rauchen.

Globale Bemühungen zur Umsetzung der Agenda 2030

International haben viele Akteure im stark fragmentierten Gesundheitssektor ihre Programme bereits auf die Umsetzung der Agenda 2030 ausgerichtet, jedoch nicht aufeinander abgestimmt. Um die gesundheitsbezogenen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreichen zu können, ist es wichtig, dass internationale Akteure verstärkt zusammenarbeiten, Synergien nutzen und Dopplungen vermeiden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat daher im April 2018 gemeinsam mit den Regierungschefs Norwegens und Ghanas in einem Brief an den Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, die WHO in Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen um Erarbeitung eines Globalen Aktionsplans (GAP) für ein gesundes Leben und das Wohlergehen aller Menschen gebeten, der die Umsetzung bis 2030 auf konkrete zeitliche und quantitative Vorgaben herunterbricht, um Fortschritte bzw. Defizite bei der Umsetzung zu messen und rechtzeitige Korrekturen zu ermöglichen.

Im September 2019 wurde der Globale Aktionsplan (GAP) für ein gesundes Leben und das Wohlergehen aller Menschen im Beisein der Bundeskanzlerin am Rande der 74. UN-General­versammlung in New York vorgestellt. Besonders im Vordergrund steht die verbesserte Koordinierung und Zusammenarbeit der zwölf GAP Unterzeichner GAVI, GFF, Global Fund, UNAIDS, UNDP, UNFPA, UNICEF, UNITAID, UNWomen, World Bank Group, WFP und WHO auf globaler und Länderebene.

Im September 2020 ist ein erster Fortschrittsbericht zum Globalen Aktionsplan (GAP) für ein gesundes Leben und das Wohlergehen aller Menschen von der WHO veröffentlicht werden.