Gesundheit von Männern

Die gesundheitlichen Risiken und das Erkrankungsgeschehen von Männern und Frauen sind unterschiedlich. Die Lebenserwartung von Männern liegt mit 78,2 Jahren heute noch ca. fünf Jahre unter der von Frauen (83,1 Jahre). Daher müssen die Besonderheiten in der Gesundheit und im Gesundheitsverhalten von Frauen und Männern in der Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung besonders berücksichtigt werden.

Die Beachtung geschlechtsspezifischer Fragen ist eine gesundheitspolitische Querschnittsaufgabe, die sich bei vielen Vorhaben und Maßnahmen in der Gesundheitspolitik, Prävention und Gesundheitsförderung sowie Gesundheitsversorgung zunehmend verankert:

  • So wurde mit dem Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsbeförderung und Prävention (Präventionsgesetz) vom 17. Juli 2015 (Bundesgesetzblatt I S. 1368 vom 24. Juli 2015) mit dem § 2b SGB V (Fünftes Buch Sozialgesetzbuch) die Basis für die verbindliche Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Besonderheiten für alle Leistungen der Krankenkassen gelegt. Die Leistungen der Krankenkassen sollen insbesondere in der Prävention und Gesundheitsförderung zur Verminderung geschlechtsbezogener sowie sozial bedingter Ungleichheit beitragen (§20 SGB V).
  • In der Gesundheitsberichterstattung sind Fragen zu den gesundheitlichen Besonderheiten des Geschlechts verbindlich verankert und werden in der regelmäßigen Berichterstattung sowie in Sonderberichten des Bundes aufgegriffen. Im Dezember 2014 hat das Robert Koch Institut den Themenband „Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland“ zum Gesundheitsverhalten von Männern, besonderen Krankheitsrisiken im Lebensverlauf und Informationen zur spezifischen Prävention und Gesundheitsförderung veröffentlicht.
  • In der Gesundheitsforschung sind gesundheitliche Besonderheiten des Geschlechts Gegenstand von gezielten Forschungsvorhaben und Teil der Ressortforschung des Bundes.
  • Die Förderung der Männergesundheit steht auf internationaler Ebene der WHO-EURO ebenfalls auf der Agenda. Am 19. September 2018 wurde vom Regionalkomitee die internationale Männergesundheitsstrategie mit fünf Handlungsschwerpunkten verabschiedet.

Nähere Informationen rund um das Thema Männergesundheit, gesundheitliche Risiken und hilfreiche Anregungen bietet das Männergesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Ein Newsletter mit Themen rund um die Männergesundheit kann auf der Seite abonniert werden.

Das Männergesundheitsportal bei der BZgA wird um zusätzliche Informationsangebote wie die „Wissensreihe Männergesundheit“ ergänzt, die in Kooperation mit der Stiftung Männergesundheit herausgegeben wird. Ein beratender Arbeitskreis zur Förderung der Männergesundheit unterstützt die BZgA bei der Ausrichtung Ihrer Angebote.

Foto: Konferenzteilnehmer in einem Saal, auf der Bühne wird ein Vortrag gehalten

Am 21. Januar 2020 soll deshalb wieder die 5. Männergesundheitskonferenz zum Thema "Ist die Zukunft männersensibler Prävention digital ?" in Berlin stattfinden. Die hier dargestellten Bilder sind Bilder der 4. Männergesundheitskonferenz, die am 30. Juni 2017 und ebenfalls in Berlin stattfand.

Quelle: André Wagenzik/BZgA

Foto: Ein Mann schaut sich das Programmflyer an

Zu den BZgA-Veranstaltungen gehören sowohl Fachvorträge als auch Diskussionsrunden, die sich mit Praxisbeispielen und Handlungsmöglichkeiten auseinandersetzen, wie Männergesundheit zielgruppengerecht kommuniziert und gefördert werden kann.

Quelle: André Wagenzik/BZgA

Bei der 5. Männergesundheitskonferenz sollen anhand aktueller nationaler und internationaler gesundheitspolitischer Entwicklungen und Strategien Fragen zum Thema Chancen und Risiken von Gesundheitsinformationen im Netz skizziert und in einem anschließenden Experten- und Expertinnenkreis dargestellt werden. Gleichzeitig soll dadurch insbesondere der Nutzen von digitalen Gesundheitsinformationsangeboten in einem zunehmend undurchsichtiger werdenden Markt sowie Möglichkeiten einer kompetenten Nutzung des digitalen Sortiments durch Männer erörtert werden; ebenfalls Chancen und Perspektiven der WHO-Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern in der Europäischen Region. Beispiele guter Praxis sollen am Nachmittag anschaulich Eindrücke darüber vermitteln, wie Gesundheits-Websites, Gesundheits-Apps sowie Online-Beratung per Mail und Chat konkret zu realisieren sind. Wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen zur 5. Männergesundheitskonferenz auf dem Laufenden halten.