Impfungen und Gesundheitsversorgung bei Asylsuchenden

Zu einer angemessenen medizinischen Versorgung von Flüchtlingen gehört ein ausreichender Impfschutz. Schließlich zählen Impfungen zu den wirksamsten Maßnahmen, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu vermeiden.

Impfungen und Gesundheitsversorgung bei Asylsuchenden

Zu einer angemessenen medizinischen Versorgung von Asylsuchenden gehört ein ausreichender Impfschutz. Schließlich zählen Impfungen zu den wirksamsten Maßnahmen, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu vermeiden.

Nach dem Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz vom Oktober 2015 müssen die zuständigen Behörden vor Ort sicherstellen, dass Asylsuchenden frühzeitig notwendige Schutzimpfungen angeboten werden. Durch Verweis auf die Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) regelt das Gesetz einen bundesweit einheitlichen Standard bei der Versorgung von Asylsuchenden mit Schutzimpfungen. So wird gewährleistet, dass die Gruppe der Asylsuchenden einen mit der Allgemeinbevölkerung vergleichbaren Impfschutz aufweist.

Nach dem Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz) müssen seit dem 1. März 2020 Personen, vier Wochen nach Aufnahme in eine Einrichtung zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen einen vollständigen Impfschutz gegen Masern nachweisen. Dies gilt auch für Beschäftigte in diesen Einrichtungen.

Impfempfehlungen für Migrantinnen und Migranten bzw. Asylsuchende

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat in ihren Empfehlungen 2018/19 erstmals Impfempfehlungen für Migrantinnen und Migranten bzw. Asylsuchende nach Ankunft in Deutschland aufgenommen. Dabei wurde das mit den Ländern abgestimmte Konzept des RKI zur Umsetzung frühzeitiger Impfungen bei Asylsuchenden nach Ankunft in Deutschland vom Oktober 2015 aufgegriffen und aktualisiert. Darin wird empfohlen, dass in Deutschland lebende Migrantinnen und Migranten und Asylsuchende entsprechend den STIKO-Empfehlungen altersgerecht geimpft sein sollen. Die allgemeinen Hinweise der STIKO zur Durchführung von Schutzimpfungen sollen dabei berücksichtigt werden. Für alle Personen gilt, dass fehlende Impfdokumente kein Grund sind, empfohlene Impfungen nicht nachzuholen oder mit der Erstimmunisierung nicht zu beginnen.

Informationen für  Migrantinnen und Migranten bzw. Asylsuchende

Um Asylsuchende bzw. Migrantinnen und Migranten gezielt zu informieren, wurden die Patienten-Informationen zu Infektionskrankheiten in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in sechs Sprachen übersetzt. Der Impfkalender sowie Impfaufklärungsmaterialien liegen in 20 Fremdsprachen vor. Das Bundesministerium für Gesundheit hat den Wegweiser durch das deutsche Gesundheitswesen „Gesundheit für alle“ in 14 Sprachen veröffentlicht.

Weitere Hinweise für Migrantinnen und Migranten bzw. Asylsuchende enthält das Internetportal Migration und Gesundheit. Auf dem Portal werden gebündelt zahlreiche Informationsmaterialien zu den Schwerpunktthemen "Gesundheitswesen“, "Gesundheit und Vorsorge“, "Pflege“ sowie "Sucht und Drogen“ in mehreren Sprachfassungen zur Verfügung gestellt.