Praxisorientierte Forschung zur Gesundheitskompetenz

Wirksame und praxisnahe Projekte sind gefragt, um Bürgerinnen und Bürger in ihren Lebenswelten zu erreichen und insbesondere Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf stärker einzubeziehen. Die Ressortforschung des BMG liefert dafür wichtige Erkenntnisse und Informationen.

Das BMG fördert wissenschaftliche Projekte zur Gesundheitskompetenz bis zum Jahr 2023. Dabei stehen verschiedene Schwerpunkte der Gesundheitskompetenz im Vordergrund:

"Gesundheitskompetente Schule: Organisationsentwicklung für die Stärkung der Gesund-heitskompetenz im Setting Schule" (GeKoOrg-Schule) heißt ein Forschungsprojekt, das sich der Gesundheitskompetenz von Kindern in der Schule widmet. Ziel des Modellvorhabens ist, das Konzept der "Gesundheitskompetenten Organisation" auf schulische Bildungseinrichtungen in Deutschland zu übertragen. Mittel- und langfristig soll das Projekt die personelle Gesundheitskompetenz von Mädchen und Jungen an Schulen mit Hilfe verhaltensorientierter Organisationsentwicklung stärken. Im Fokus stehen dabei u. a. die schulischen Rahmenbedingungen sowie angeschlossene Netzwerke und beteiligte Akteurinnen und Akteure. Die Universität Bielefeld führt das Projekt durch.

Das Forschungsprojekt "Gesundheitskompetenz am Arbeitsplatz stärken" (Geko-A) entwickelt interaktive, von Tutorinnen und Tutoren durchführbare Lernstationen in Betrieben. Im Rahmen von Bildungsveranstaltungen angebotene Lerninhalte vermitteln Angestellten Wissen über das Gesundheitssystem, über mögliche Leistungsansprüche und über ihre Patientenrechte. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten darüber hinaus Wissen zur Navigation im Gesundheitssystem, im Internet sowie zur Kommunikation im Gesundheitswesen. Das Projekt ist in der Medizinischen Hochschule Hannover angesiedelt.

"Wirksamkeit arbeitsplatzbasierter und professionsübergreifender Kommunikationstrainings mit Video-Feedback zur Aufklärung" (APRIKO) ist der Titel eines Projekts, das die Gesundheitskompetenz der Gesundheitsberufe stärken soll. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wird die Wirksamkeit arbeitsplatzbasierter und professionsübergreifender Kommunikationstrainings zur Aufklärung über medizinische Maßnahmen überprüft. Die Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Heidelberg führt das Forschungsvorhaben durch.

Den Titel "Maßgeschneiderte Implementierung eines Kommunikationskonzepts zur Stärkung der organisationalen Gesundheitskompetenz" (PIKoG) trägt ein Projekt, dass die Gesundheitskompetenz in Organisationen in den Fokus nimmt. Das Projekt soll Kliniken dabei unterstützen, ihre Kommunikation besser auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Patientinnen und Patienten auszurichten. Angesiedelt ist das Projekt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Das Projekt "Framework für evidenzbasierte Interventionen zur Förderung der Gesundheitskompetenz im Setting berufliche Wiedereingliederung“ (FORESIGHT) entwickelt ein Programm zur Gesundheitskompetenzförderung für Langzeitarbeitslose in der beruflichen Wiedereingliederung. Das Projekt wird vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH durchgeführt.

"Gesundheitskompetenz in der Hygiene" (GeKo-Hyg) ist ein Projekt, das ein Konzept zur praxisorientierten und kultursensiblen Vermittlung von Hygienemaßnahmen für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf entwickelt. Das Forschungsvorhaben bezieht insbesondere Patientinnen und Patienten mit türkischem Migrationshintergrund ein. Das Universitätsklinikum Köln führt das Projekt durch.

Das Forschungsvorhaben "Erklärvideos zur Stärkung der Gesundheitskompetenz für Menschen mit geistiger Behinderung" (Geko-MmgB) vermittelt gesundheitsbezogene Informationen durch Erklärvideos und stärkt und so die Gesundheitskompetenz. Die Fachhochschule Bielefeld führt das Projekt durch.

Das Projekt „Mythen zur Patientenverfügung - Vermittlung von Fachkompetenzen zur Reduktion von Fehlvorstellungen bei der Beratung zu Vorsorgedokumenten" (MyPatH) nimmt Inhalte und das Ausmaß von Wissensdefiziten zu Vorsorgedokumenten (z. B. Patientenverfügung, Vorsorgevoll-macht) bei Menschen mit Beratungsbedarf in den Blick. Es zielt darauf ab, die Gesundheitskompetenz bei den Angehörigen der beteiligten Gesundheitsberufe sowie bei Menschen mit einem höheren Bedarf an Unterstützung zu verbessern. Das Vorhaben führt die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg durch.

Das Auftreten der Covid-19-Pandemie unterstreicht die Bedeutung der Gesundheitskompetenz. Das Projekt „Corona-bezogene Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung - Health Literacy Survey COVID-19“ (HLS-COVID-19) widmet sich den Kompetenzen in der deutschen Bevölkerung. Die Studie untersucht darüber hinaus, wie sich das Vertrauen in Coronavirus-bezogene Information entwickelt und welchen Einfluss dies auf das Gesundheits-, das Präventions- und das Informationsverhalten hat. Die Universität Bielefeld führt das Vorhaben durch.