70 Jahre Weltgesundheitsorganisation

Am 7. April 1948 - also vor genau 70 Jahren - wurde die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegründet. Die WHO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Gesundheit mit Sitz in Genf. Sie hat heute 194 Mitgliedstaaten. An der Spitze steht seit Juli 2017 Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus aus Äthiopien.

Grafik mit dem Logo der WHO und der Aufschrift "Weltgesundheitsorganisation, Sonderorganisation der Vereinten Nationen, gegründet am 7. April 1948 in Genf, Aufgaben: Koordinierung der internationalen Gesundheitspolitik, Gesundheitsförderung, Bekämpfung von Erkrankungen"

Lange Erfolgsgeschichte

Auftrag der WHO ist es unter anderen, die Mitgliedstaaten in gesundheitspolitischen Fragen zu unterstützen. Dazu gehört auch die Aufgabe, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Empfehlungen für die Impfpolitik zu entwickeln. Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Zur Dokumentation der durchgeführten Impfungen wird jedem Neugeborenen entsprechend den Vorgaben der WHO der Internationale Impfausweis ausgestellt. Auf der Vorderseite des Impfpasses ist das Logo der WHO abgebildet.

Als ein maßgeblicher Erfolg der WHO gilt die Ausrottung der Pocken. 1967 beschloss die WHO ein intensives Massenimpfprogramm zur Ausrottung der Pocken. Bis zu diesem Zeitpunkt starben weltweit jährlich rund zwei Millionen Menschen an der Krankheit. Pocken waren hochansteckend und verliefen in rund 30 Prozent der Fälle tödlich. Im Jahr 1980 - 13 Jahre später - konnte die WHO die Ausrottung der Pocken offiziell verkünden.

1988 wurde die globale Kampagne zur Ausrottung von Kinderlähmung, die unter dem Dach der WHO koordiniert wird, ins Leben gerufen. Damals kam Kinderlähmung (Polio) in weltweit 125 Ländern vor, pro Jahr wurden 350.000 Neuansteckungen erfasst. Seither wurden 2,5 Mrd. Kinder gegen Kinderlähmung geimpft. Im Jahr 2017 wurden nur noch 22 Neuansteckungen gemeldet. Nach den Pocken wäre Polio die zweite durch Impfen weltweit ausgerottete Krankheit.

Deutsche Unterstützung für eine starke WHO

Die Bundesregierung setzt sich für eine starke Rolle der Weltgesundheitsorganisation ein. Die WHO hat eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, globale Gesundheitskrisen zu bewältigen. Als Lehre aus dem Ebola-Ausbruch in Westafrika haben die WHO-Mitgliedsstaaten eine Reform der WHO und die Einrichtung des Notfallfonds (CFE, Contingency Fund for Emergencies)  beschlossen. Er soll der WHO ermöglichen, bei Gesundheitskrisen sofort zu handeln. Künftig muss die WHO nicht erst Mittel von ihren Mitgliedsstaaten einwerben, sondern kann schnelle Gegenmaßnahmen bei Gesundheitskrisen sofort aus dem Fonds finanzieren. Deutschland unterstützt den Notfallfonds als größter Beitragszahler mit 13 Millionen Dollar. Der Fonds soll langfristig mit insgesamt 100 Mio. US-Dollar (ca. 84 Mio. Euro) ausgestattet werden. Zudem wurde 2017 erstmals ein eigener Beitrag aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in Höhe von 35 Millionen Euro als freiwilliger zusätzlicher Beitrag für die WHO entrichtet. Darüber hinaus unterstützt das BMG im Rahmen des Global Health Programms mit Expertinnen und Experten in Krisensituationen vor Ort und gibt Hilfestellung bei der Vorbeugung von Krankheitsausbrüchen.

Weltgesundheitstag

Jedes Jahr wird am Gründungsdatum der WHO – dem 7. April – der Weltgesundheitstag begangen. Das Motto des diesjährigen Weltgesundheitstages lautet „Universal health coverage: everyone, everywhere“. Es geht dabei um das Bestreben, dass alle Menschen überall hochwertige Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen können, ohne in finanzielle Not zu geraten. Nach Angaben der WHO werden jedes Jahr weltweit rund 100 Millionen Menschen durch die Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten in die Armut getrieben. Fast die Hälfte der Menschheit hat keinen Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung.