Kompetenzkommunikation und Wertschätzung in der Pflege

Ressortforschung im Handlungsfeld „Demografischer Wandel und Pflege“

Motivation

Die gesellschaftliche Wertschätzung eines Berufs hängt stark von der Fähigkeit ab, eigenes Handeln und dafür benötigte Kompetenzen in der Öffentlichkeit verständlich zu beschreiben. Studien haben gezeigt, dass Pflege- und Altenpflegefachkräfte ihre Tätigkeit häufig negativ und ihre fachliche Expertise nicht angemessen darstellen. Diese Befunde entsprechen vielfach auch der Selbstwahrnehmung der Pflegefachkräfte, wie eine Auswertung der Aktion „Mehr-Pflege-Kraft“ gezeigt hat. In einer Onlinebefragung des BMG konnten ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser in Deutschland eigene Ideen und Anregungen für verbesserte Pflegearbeitsbedingungen einbringen. Die Teilnehmenden zeigten auf, dass grundlegende Berufsinformationen und eine positive Selbstdarstellung oftmals fehlen. Dies trägt dazu bei, dass Anforderungen, Komplexität und positive Erlebnisse innerhalb dieser Berufsbilder in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt sind. Darunter leiden die Anerkennung und Attraktivität des Pflegeberufs in der Öffentlichkeit.

Ziele und Vorgehen

Die Auswertung der Aktion „Mehr-Pflege-Kraft“ hat gezeigt, dass das Selbstwertgefühl von Pflegefachkräften und deren Arbeitszufriedenheit unter der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung leidet. Daher wird innerhalb des Projekts „Kompetenzkommunikation und Wertschätzung in der Pflege“ (KoWeP) ein Handlungsleitfaden erarbeitet, der die Kompetenzkommunikation von Alten-, Gesundheits- und Krankenpflegekräften verbessern soll. Zu diesem Zweck erfolgt in einer ersten Projektphase eine Literaturanalyse. Dabei sollen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Forschungsstand zur Kompetenzkommunikation sowie Konzepte zur Wertschätzung systematisch erfasst und aufbereitet werden. In der zweiten Projektphase geht es darum, ein Konzept zur Kompetenzkommunikation und Wertschätzung zu entwickeln. Hierzu wird auf bestehende Theorien, Modelle und empirische Ergebnisse aus der Forschung zurückgegriffen. Darüber hinaus erfolgt eine Umfrage unter Pflegenden mit dem Ziel, die bestehende Kompetenzkommunikation sowie existierende Muster der Selbst- und Fremdeinschätzung zu erfassen. Ergänzt wird die Analyse durch Workshops, in denen die Selbstreflexionsfähigkeit und Emotionsarbeit untersucht wird. Die Ergebnisse der beiden Projektphasen werden aufbereitet und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. In der dritten Projektphase wird anhand der Erkenntnisse sowie unter Einbezug didaktischer und pädagogischer Grundlagen ein Schulungsmodul entwickelt, getestet und evaluiert sowie abschließend über das Pflegenetzwerk einer größeren Fachöffentlichkeit zur

Verfügung gestellt. Perspektiven für die Praxis

Der in dem Projekt erstellte Handlungsleitfaden wird niederschwellig verfügbar gemacht, sodass das Schulungskonzept in der Praxis zeit- und ortsunabhängig angewendet werden kann. Neben dem Handlungsleitfaden in gedruckter Form umfasst dies einen Materialband mit allen Ergebnissen sowie ein Lernsystem (Lehrmaterial und Begleitmaterialien). Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte bekommen damit ein Werkzeug an die Hand, um ihre Kompetenzkommunikation nachhaltig zu steigern. Neben der Fähigkeit zur besseren Außendarstellung der eigenen Expertise werden auch Kommunikationsmuster zur Demonstration des gesellschaftlichen Werts und der Sichtbarkeit der eigenen Tätigkeit gefördert. Zugleich erfolgt eine Stärkung der Pflegefachkräfte, indem durch die Kompetenzkommunikation auch ihr Selbstwertgefühl gesteigert wird und sie in die Lage versetzt werden, aktiv an öffentlichen Diskursen zum Thema Pflege teilzunehmen und diese im eigenen Sinne mitzugestalten.

Fakten zum Projekt

Projektleitung

Frankfurt University of
Applied Sciences
Prof. Dr. Klaus Müller
Nibelungenplatz 1
60318 Frankfurt am Main

Projektlaufzeit

02.01.2021 bis 31.12.2022

Projektbeteiligte

  • Deutsches Institut für Angewandte Pflegeforschung e. V. (dip)
  • Deutsche Angestellten-Akademie DAA Westfalen
  • MA&T Sell & Partner GmbH

Ansprechperson

Bundesministerium für Gesundheit
Referat 415
415(at)bmg.bund.de

Stand: 17. Februar 2021
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