Vernetzung von Pflegepraxis und Wissenschaft durch den ,Living Lab Demenz‘ Ansatz (PraWiDem)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Demografischer Wandel und Pflege“, Förderschwerpunkt „Nationale Demenzstrategie“

Motivation

Im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie wurde verabredet, die Strukturen der Demenzversorgungsforschung in Deutschland zu stärken. Hierfür baut das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Kooperation mit einschlägigen außeruniversitären und hochschulischen Forschungseinrichtungen ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes nationales Netzwerk zur Demenzversorgungsforschung aus.

Vor diesem Hintergrund wird im vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt „PraWiDem“ untersucht, wie eine Beteiligung der versorgungsrelevanten Akteurinnen und Akteure (insbesondere aus dem Bereich der Langzeitpflege) am Netzwerk für Demenzversorgungsforschung erreicht werden kann. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Versorgungspraxis soll mit „PraWiDem“ nachhaltig verbessert werden, um die Integration von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen in den Versorgungsalltag zu beschleunigen.

Ziele und Vorgehen

Ziel des Projektes ist die Adaption, Erprobung und Evaluation des in den Niederlanden entwickelten ‚Living Lab Ansatzes‘ im Kontext der pflegerischen Versorgung von Menschen mit Demenz in Deutschland. Beim ‚Living Lab Ansatz‘ kooperieren sogenannte „Linking Pins“ miteinander, d.h. Tandems mit jeweils einer Verbindungsperson aus der Versorgungspraxis und einer Person aus der Wissenschaft, um sowohl praxisnahe Forschung als auch die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Versorgungspraxis zu ermöglichen. Das Konzept wird zunächst an den nationalen Kontext und an demenzspezifische Anforderungen angepasst, dann an drei Standorten erprobt und anschließend eine Evaluation mit Beteiligung aller Akteurinnen und Akteure durchgeführt. Inhaltlich werden sich die Linking Pins mit der Umsetzung von Ansätzen der Person-zentrierten Pflege in verschiedenen Versorgungssettings beschäftigen. Übergeordnet steht eine engmaschige Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Menschen mit Demenz, Angehörigen, Pflegenden und Einrichtungsleitungen, um so die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, die Qualität der Pflege und die Arbeit der in der Pflege Beschäftigten zu verbessern.

Perspektiven für die Praxis

Für eine qualitativ hochwertige Versorgung von Menschen, die sich an den neusten wissenschaftlichen Kenntnissen orientiert, ist eine gelungene Zusammenarbeit von allen an der Versorgung beteiligten Personen und eine kontinuierliche Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis notwendig. Die vom Projekt erarbeiteten Ergebnisse können die Theorie-Praxis-Lücke verkleinern und so eine Verbesserung der wissenschaftlichen Forschung und der Versorgung herbeiführen. Diese Erkenntnisse sollen anschließend in die Arbeit des sich aktuell im Aufbau befindlichen Netzwerks zur Demenzversorgungsforschung einfließen.  

Zudem wird das Projekt weitere Erkenntnisse zur Einführung von Ansätzen der Person-zentrierte Pflege in den Versorgungsalltag generieren. Damit soll die Versorgungs- und Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen gesteigert und die Arbeitsbedingungen der Pflegenden verbessert werden.

Fakten zum Projekt

Projektleitung

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft
Dr. rer. medic. Anja Bieber
Magdeburger Straße 8
06112 Halle (Saale)

Projektlaufzeit

01.09.2021 bis 31.08.2024

Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunkts „Nationale Demenzstrategie“.

Projektbeteiligte

  • Universität zu Köln

  • Universitätsklinikum Düsseldorf

Ansprechperson

Dr. Maren Walgenbach

DLR Projektträger

projekttraeger-bmg(at)dlr.de

Stand: 11. Oktober 2021
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