Mit Daten aus zwei Beobachtungssystemen gegen antibiotikaresistente Krankheitserreger (ARVIA)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Globale Gesundheit“

Bakterien besitzen die Fähigkeit gegenüber Antibiotika Resistenzen auszubilden. Ihre Ausbreitung kann mittels geeigneter Werkzeuge überwacht werden.

Motivation

Krankheitserreger, die sich früher problemlos mit Antibiotika behandeln ließen, haben inzwischen Mechanismen – sogenannte Resistenzen – entwickelt, mit denen sie sich der Wirkung von Medikamenten gezielt entziehen können. Inzwischen gibt es Bakterien, die gegenüber fast allen Antibiotika resistent und somit kaum mehr therapierbar sind. Ein wesentlicher Aspekt zur Eindämmung von Resistenzen ist die genaue Kenntnis über die Art der Resistenzen und deren Ausbreitung. Nur mit diesem Wissen können gezielte, wirksame und nachhaltige Maßnahmen getroffen werden. Hierfür sollen zwei am Robert Koch-Institut (RKI) etablierte Überwachungssysteme genutzt werden. Mit ihrer Hilfe lassen sich Antibiotika-Resistenzen und auch der Antibiotika-Verbrauch überwachen.

Ziele und Vorgehen

Mit der im Jahr 2008 am RKI gestarteten Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) und der im Jahr 2014 hinzugekommenen Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS) wurden im Rahmen der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie Werkzeuge etabliert, die Antibiotika-Resistenzen sowie -Verbrauch erfassen und Entscheidungstragende und die Fachöffentlichkeit informieren. Labore (ARS) und Krankenhäuser (AVS) können ihre Daten auf freiwilliger Basis an diese Überwachungssysteme übermitteln. Das Ziel des 2016 gestarteten ARVIA-Projekts („Antibiotika- Resistenz und -Verbrauch Integrierte Analyse“) ist es, die Daten aus beiden Systeme zusammen zu bringen, sodass eine gemeinsame Analyse der Daten möglich ist. So kann der Einfluss der Antibiotika-Verordnungspraxis auf die Resistenzlage auf Krankenhausebene dargestellt und die Verordnungen gegebenenfalls angepasst werden. Mithilfe dieser Datenanalyse sollen Krankenhäuser in Deutschland dabei unterstützt werden, einen rationalen Antibiotika-Verbrauch umzusetzen und die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Perspektiven für die Praxis

Das vermehrte Auftreten von antibiotikaresistenten Krankheitserregern ist ein internationales Problem, dass durch die Globalisierung begünstigt wird. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika ist die Voraussetzung dafür, dass deren Wirkung auch in der Zukunft erhalten bleibt. Denn nur mithilfe wirksamer Medikamente können potenziell lebensbedrohliche bakterielle Infektionen erfolgreich behandelt werden. ARVIA kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Krankenhäusern einen Überblick zum eigenen Antibiotika-Verbrauch zu geben und diesen zu optimieren, um Antibiotika-Resistenzen zu verhindern und Maßnahmen auf Krankenhausebene zu beurteilen. Das ARVIA-System wird kontinuierlich weiterentwickelt und trägt dazu bei, die Anforderungen und Ziele der Deutschen Antibiotika- Resistenzstrategie (DART) bestmöglich umzusetzen.

Fakten zum Projekt

Projektleitung

Robert Koch-Institut
Dr. Tim Eckmanns
Nordufer 20
13353 Berlin

Projektlaufzeit

15.09.2016 bis 31.12.2021

Kontakt

projekttraeger-bmg@dlr(dot)de