Begriffe A-Z

Chronisch kranke Menschen

Die Behandlung chronischer Erkrankungen erfordert in der Regel eine intensive Betreuung durch Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen und andere Heilberuflerinnen und Heilberufler sowie eine aktive Mitwirkung der Patientinnen und Patienten.

Belastungsgrenze für Zuzahlungen von Versicherten mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen

Versicherte mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen werden bei Zuzahlungen entlastet. Sie müssen Zuzahlungen nur bis zu einer Belastungsgrenze von 1 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt leisten. Für alle anderen Versicherten beträgt die Belastungsgrenze 2 %. Der Gemeinsame Bundesausschuss bestimmt in einer Richtlinie Näheres zur Definition einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung. Hiernach gilt als schwerwiegend chronisch krank, wer mindestens einen Arztbesuch pro Quartal wegen derselben Krankheit wenigstens ein Jahr lang nachweisen kann und zusätzlich eines der folgenden Kriterien erfüllt: entweder Pflegebedürftigkeit des Pflegegrades 3, 4 oder 5 oder aber ein Grad der Behinderung beziehungsweise eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60 %. Außerdem gilt als schwerwiegend chronisch krank, wer eine kontinuierliche medizinische Versorgung benötigt, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die von der Krankheit verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist. Zu den chronischen Krankheiten, die eine Dauerbehandlung erfordern, können zum Beispiel Diabetes mellitus, Asthma, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen oder koronare Herzkrankheit gehören.

Strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke (Disease Management-Programme)

Für bestimmte chronische Krankheiten – derzeit für Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2), Brustkrebs, koronare Herzkrankheit, Asthma bronchiale und chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) bieten die gesetzlichen Krankenkassen strukturierte Behandlungsprogramme an. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Aufgabe, weitere chronische Erkrankungen zu benennen, für die strukturierte Behandlungsprogramme eingerichtet werden. Er hat die Anforderungen an ein Programm zur Behandlung des chronischen Rückenschmerzes am 19. April 2019 beschlossen, welche am 1. Oktober 2019 in Kraft getreten sind. Die Anforderungen an ein Programm zur Behandlung von Depressionen wurden am 15. August 2019 beschlossen und sind am 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Zudem hat der G-BA am 16. Januar 2020 ein Programm zur Behandlung der Osteoporose beschlossen. Derzeit wird von den Krankenkassen die praktische Umsetzung dieser neuen Programme – ebenso wie der Programme für die Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz - in die praktische Versorgung vorbereitet.

An diesen sogenannten Disease-Management-Programmen (DMP) können chronisch Kranke freiwillig teilnehmen.

In den Programmen arbeiten Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen und Versorgungssektoren sowie andere Heilberufe koordiniert zusammen. Gemeinsam behandeln sie Patientinnen und Patienten nach neuesten Methoden, deren Wirksamkeit und Sicherheit wissenschaftlich überprüft sind.

Die Patientinnen und Patienten werden regelmäßig über Diagnosen und therapeutische Schritte informiert und von Anfang an in die Behandlungsentscheidungen miteinbezogen. Dazu werden unter anderem eigene Schulungen angeboten. Gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten vereinbaren die Versicherten einen auf sie zugeschnittenen Therapieplan, individuelle Therapieziele sowie regelmäßige Folgetermine.

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen für Versicherte, die sich in ein solches strukturiertes Behandlungsprogramm freiwillig einschreiben und sich aktiv daran beteiligen möchten, einen entsprechenden Wahltarif anbieten.

Bei der Zuzahlung gilt für chronisch Kranke, die an einem DMP teilnehmen, eine verminderte Belastungsgrenze von einem statt der sonst üblichen zwei Prozent des Bruttoeinkommens.

Behandlungsprogramme für chronisch Kranke

Für chronisch Kranke werden weitere strukturierte Behandlungsprogramme entwickelt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im Rahmen des Versorgungsstärkungsgesetzes den Auftrag erhalten, weitere chronische Erkrankungen zu benennen sowie Richtlinien zur Ausgestaltung von Programmen zur Behandlung von Rückenleiden und Depressionen zu erlassen. Die Anforderungen an ein Programm zur Behandlung des chronischen Rückenschmerzes wurden am 19. April 2019 beschlossen und sind am 1. Oktober 2019 in Kraft getreten. Die Anforderungen an ein Programm zur Behandlung von Depressionen wurden am 15. August 2019 beschlossen und sind am 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Zudem hat der G-BA am 16. Januar 2020 ein Programm zur Behandlung der Osteoporose beschlossen. Derzeit wird von den Krankenkassen die praktische Umsetzung in die Versorgung vorbereitet.

Die Zunahme von Mehrfacherkrankungen und chronischen Erkrankungen in unserer älter werdenden Gesellschaft bedeutet auch eine Herausforderung für die Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung. Deshalb wird zur Förderung innovativer, insbesondere sektorenübergreifender Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung ein Innovationsfonds mit einem Fördervolumen von jeweils 300 Millionen Euro jährlich in den Jahren 2016 bis 2019 geschaffen. Damit können gezielt Projekte gefördert werden, die neue Wege in der Versorgung beschreiten.

Darüber hinaus haben Versicherte nun bereits von dem Tag an, an dem die Ärztin oder der Arzt eine Arbeitsunfähigkeit feststellt, Anspruch auf Krankengeld – und nicht erst vom darauffolgenden Tag an. Dies schließt eine Versorgungslücke für Versicherte, die wegen derselben Krankheit regelmäßig nur einen Arbeitstag arbeitsunfähig sind (etwa wegen einer Chemotherapie oder einer bestimmten Form der Dialyse). 

Weiterentwicklung der Versorgung chronisch Kranker

Für chronisch Kranke werden weitere strukturierte Behandlungsprogramme entwickelt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erarbeitet derzeit im Rahmen seines Auftrags, weitere chronische Erkrankungen zu benennen sowie Richtlinien zur Ausgestaltung der Programme zu erlassen, ein weiteres DMP zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis. Zudem aktualisiert er regelmäßig die Inhalte der bestehenden DMP.

Die Zunahme von Mehrfacherkrankungen und chronischen Erkrankungen in unserer älter werdenden Gesellschaft bedeutet auch eine Herausforderung für die Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung. Deshalb wird zur Förderung innovativer, insbesondere sektorenübergreifender Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung ein Innovationsfonds mit einem Fördervolumen von jeweils 300 Millionen Euro jährlich in den Jahren 2016 bis 2019 geschaffen. Damit können gezielt Projekte gefördert werden, die neue Wege in der Versorgung beschreiten.

Darüber hinaus haben Versicherte nun bereits von dem Tag an, an dem die Ärztin oder der Arzt eine Arbeitsunfähigkeit feststellt, Anspruch auf Krankengeld – und nicht erst vom darauffolgenden Tag an. Dies schließt eine Versorgungslücke für Versicherte, die wegen derselben Krankheit regelmäßig nur einen Arbeitstag arbeitsunfähig sind (etwa wegen einer Chemotherapie oder einer bestimmten Form der Dialyse).