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Herz-Kreislauf-Stillstand

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 50.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Nur 10% der Betroffenen überleben solch einen Notfall. Dabei ist Hilfe oft nicht weit entfernt: 62% der Herz-Kreislauf-Stillstände treten zu Hause auf; in knapp der Hälfte der Fälle sind Familienangehörige, Passanten oder Arbeitskollegen in der Nähe, die sofort Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten könnten. Eine unverzüglich begonnene Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschancen der Betroffenen. Da jede Sekunde zählt, ist es wichtig, dass Zeugen des Herz-Kreislauf-Stillstandes keine Scheu vor Wiederbelebungsmaßnahmen haben.

10.000 Menschenleben könnten jedes Jahr zusätzlich gerettet werden, wenn sich mehr Menschen eine sofortige Herzdruckmassage zutrauen würden.

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand ist meist die Folge eines schwerwiegenden Herzinfarkts oder einer Herzrhythmusstörung; ferner kann er durch eine akute Lungenembolie verursacht werden. In selteneren Fällen führen auch Erkrankungen des Gehirns (z. B. Schlaganfälle), Lungenerkrankungen, Vergiftungen oder Unfälle zum Stillstand des Herzens und einem daraus entstehenden Ausfall des Blutkreislaufs im Körper. Die wichtigsten Anzeichen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes sind plötzliche Bewusstlosigkeit, ein fehlender Puls und Atemstillstand. Das im Herbst 2016 ins Leben gerufene und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) koordinierte „Nationale Aktionsbündnis Wiederbelebung (NAWIB)“ – ein Zusammenschluss von 13 Gründungsmitgliedern (Fachgesellschaften, Verbänden und Hilfsorganisationen) und weiteren Organisationen – setzt sich mit der Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums für eine Verbreitung des Wissens über Laienreanimation ein. Es will zeigen: Wiederbelebung ist ganz einfach, jeder kann Leben retten. Wichtig ist, überhaupt zu handeln. Im Ernstfall genügen wenige Schritte: Prüfen. Rufen. Drücken. Ziel des NAWIB ist es, die bestehenden Maßnahmen zur Wiederbelebung in Deutschland zu bündeln und die Laienreanimationsquote von derzeit 39% auf mindestens 50% im Jahr 2020 zu steigern. Weitere Informationen zum NAWIB sind unter www.wiederbelebung.de zu finden.