Klimawandel und Gesundheit

Die Folgen des Klimawandels, die wir heute in Form steigenden Durchschnittstemperaturen, häufiger auftretenden und länger anhaltenden Hitzeperioden, Dürren oder Starkregenereignissen erleben, haben vielfältige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Besonders extreme Hitze kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Heiße Tage und tropische Nächte belasten z.B. das Herz-Kreislaufsystem und erhöhen die Gefahr von Austrocknung oder eines Hitzschlags und können somit lebensbedrohlich sein. Erfahrungen der letzten Hitze-Sommer haben gezeigt, dass Menschen mit Vorerkrankungen, Menschen ab 65 Jahren sowie Säuglinge und Kleinkinder besonders betroffen sind. 

Aufgrund längerer und wärmerer Sommer kann sich auch die geografische Ausbreitung von Mücken und Zecken verändern. Außerdem halten sich die Menschen bei warmen Temperaturen häufiger und länger im Freien auf. So steigt die Wahrscheinlichkeit, von Mücken oder Zecken gestochen zu werden und damit auch das Risiko, sich mit Erregern zu infizieren, die durch Mücken oder Zecken übertragen werden.

Außerdem können die Folgen des Klimawandels zu einer Zunahme von nicht übertragbaren Krankheiten beitragen, z.B. zu der Entstehung von Allergien und Hautkrebs oder der Verschlimmerung von Asthma bronchiale. Zudem beeinflusst die Erderwärmung unser Ökosystem, so dass sich beispielsweise die Blühperiode vieler Pflanzen verlängert und damit auch die Allergiesaison für Menschen, die an einer Pollenallergie leiden.

Um die Folgen des Klimawandels abzumildern, sind deshalb Maßnahmen zur Anpassung erforderlich, die die Aktivitäten zum Klimaschutz ergänzen. Die Bundesregierung hat im Dezember 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) beschlossen. Fortschrittsberichte zur DAS sind 2015 und 2020 veröffentlicht worden.

Ziel ist es, die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Umwelt widerstandsfähiger gegenüber Klimaänderungen und deren Folgen zu machen. Menschliche Gesundheit ist dabei eines der 15 Handlungsfelder. Das Bundesministerium für Gesundheit (zusammen mit dem Robert Koch-Institut) und das Bundesministerium für Umwelt (mit dem Umweltbundesamt) sind dafür gemeinsam zuständig.

Seit 2021 informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zudem über das Internetportal klima-mensch-gesundheit.de zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit. Auf der neuen Website finden Bürgerinnen und Bürger außerdem qualitätsgeprüfte und unabhängige Informationen, wie sie Hitzebelastungen vorbeugen können. Darüber hinaus erhalten Fachpersonen Informationen, um Lebenswelten hitzetauglich zu gestalten und Menschen gezielt in ihrer alltäglichen Umgebung anzusprechen.

Stand: 30. August 2021