Gesundheitswirtschaft als Jobmotor

Die Gesundheitswirtschaft ist ein Beschäftigungsmotor. Im Gesundheitswesen arbeiten derzeit 5,58 Millionen Menschen. Damit ist heute etwa jeder achte Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Die Dynamik dieses Jobmotors zeigt sich in bemerkenswerten Beschäftigungszuwächsen: Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um 1,5 Millionen zugenommen. Bei einer weiter gefassten Definition (inkl. Wellness, Gesundheitstourismus etc.), die u. a. in der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung des BMWi verwendet wird (BMWI Gesundheitswirtschaft Fakten & Zahlen 2017), arbeiteten im Jahr 2017 rund 7,3 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Demzufolge wäre jeder sechste Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Unter den Erwerbstätigen im Gesundheitsmarkt haben Frauen einen hohen Anteil: Mehr als drei Viertel der Beschäftigten sind weiblichen Geschlechts.

Nach der Gesundheitsberichterstattung des Bundes ist die Zahl der 5,58 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen im Vergleich zum Vorjahr um 93.000 (+ 1,7 Prozent) gestiegen. Zurückzuführen ist dieser positive Beschäftigungstrend vor allem auf das Wachstum der Beschäftigten in den Berufen der Altenpflege (+ 30.000 oder 5,05 Prozent) und in den anderen Berufen des Gesundheitswesens, wie bspw. Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe (+ 21.000), Arzt- und Praxishilfe (+ 7.000) sowie nichtärztliche Therapie und Heilkunde (+4.000). Am Jahresende 2017 arbeiteten knapp drei Viertel der Beschäftigten in ambulanten und (teil-)stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens. In der ambulanten Pflege ist das Personal mit einem Zuwachs von 14 000 (+3,85 Prozent) stärker angestiegen als in der stationären- und teilstationären Pflege (+17 000 oder +2,45 Prozent). Ein unterdurchschnittliches Beschäftigungs-wachstum gab es in Krankenhäusern (+21 000 oder +1,85 Prozent), und Arztpraxen (+8 000 oder + 1,17 Prozent), in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen ist die Zahl gleich geblieben (Statistisches Bundesamt).

Langfristig betrachtet ist zwischen 2000 und 2017 das Personal in Arztpraxen um 18 Prozent gestiegen, in den Praxen sonstiger medizinischer Berufe um 108 Prozent und in Krankenhäusern um 13 Prozent. In der ambulanten Pflege erfolgte ein Anstieg des Personals um 104 Prozent und in der (teil-)stationären Pflege um 60 Prozent.

Die Gesundheitswirtschaft ist eine personalintensive Branche. Laut DIHK-Report Gesundheitswirtschaft sind die Investitionspläne der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft nach wie vor expansiv ausgerichtet, allerdings sind die Erwartungen gegenüber der Vorjahre deutlich gesunken. Die Unternehmen blicken angesichts der Gesamtwirtschaftslage etwas verhaltener in die Zukunft. Die Betriebe der Gesundheitswirtschaft sind trotzdem mit ihrer Lage überwiegend zufrieden. Ein Drittel der Unternehmen plant einen Stellenaufbau. Damit schlagen sich die gute Wirtschaftslage und die positiven Geschäftserwartungen auch in den Beschäftigungsplänen der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft nieder. Ein Risiko stellt aufgrund der hohen Personalintensivität gleichwohl der (auch demografisch bedingte) Fachkräftemangel dar.