Gesundheitswirtschaft als Jobmotor

Die Gesundheitswirtschaft ist ein Beschäftigungsmotor. Im Gesundheitswesen arbeiten derzeit 5,8 Millionen Menschen. Damit ist heute etwa jeder achte Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Die Dynamik dieses Jobmotors zeigt sich in bemerkenswerten Beschäftigungszuwächsen: Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um 1,7 Millionen zugenommen. Bei einer weiter gefassten Definition (inklusive Wellness, Gesundheitstourismus et cetera), die unter anderem in der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung des BMWi verwendet wird (BMWI Gesundheitswirtschaft Fakten & Zahlen 2020), arbeiteten im Jahr 2020 rund 7,4 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Demzufolge wäre jeder sechste Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Unter den Erwerbstätigen im Gesundheitsmarkt haben Frauen einen hohen Anteil: Mehr als drei Viertel der Beschäftigten sind weiblichen Geschlechts.

Nach der Gesundheitsberichterstattung des Bundes ist die Zahl der 5,7 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 97.000 (plus 1 Prozent) gestiegen. Zurückzuführen ist dieser positive Beschäftigungstrend vor allem auf das Wachstum der Beschäftigten in den Berufen der Altenpflege (plus 22.000 oder 3,3 Prozent) und in den anderen Berufen des Gesundheitswesens, wie bspw. Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe (plus 18.000), Arzt- und Praxishilfe (plus 9.000), Human und Zahnmedizin (plus 10.000) sowie nichtärztliche Therapie und Heilkunde (plus 5.000). Am Jahresende 2019 arbeiteten mehr als drei Viertel der Beschäftigten in ambulanten und (teil-)stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens. In der ambulanten Pflege ist das Personal mit einem Zuwachs von 9.000 (plus 2,2 Prozent) vergleichbar stark angestiegen wie in der stationären und teilstationären Pflege (plus 10.000 oder plus 1,3 Prozent). Ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum gab es auch in Krankenhäusern (plus 27.000 oder plus 2,3 Prozent), und Praxen sonstiger medizinischer Berufe (plus 9.000 oder plus 1,7 Prozent), in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen ist die Zahl in etwa gleichgeblieben.

Mittelfristig betrachtet ist zwischen 2012 und 2019 das Personal in Arztpraxen um sieben Prozent gestiegen, in den Praxen sonstiger medizinischer Berufe um 19 Prozent und in Krankenhäusern um 12 Prozent. In der ambulanten Pflege erfolgte ein Anstieg des Personals um 38 Prozent und in der (teil-)stationären Pflege um 18 Prozent.

Die Gesundheitswirtschaft ist eine personalintensive Branche. Laut dem DIHK-Report zur Gesundheitswirtschaft 2021 rückte der (auch demografisch bedingte) Fachkräftemangel in der Branche in Folge der Corona-Pandemie in den Hintergrund und wirtschaftspolitische Risiken wurden von 50 Prozent der Unternehmen als größte Herausforderung angegeben. Die Unternehmen blicken angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage etwas verhaltener in die Zukunft. Diese Skepsis spiegelt sich auch in den Beschäftigungsabsichten der Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft wieder, welche immer noch acht Prozent unter dem Vorkrisenniveau vor der Corona-Pandemie liegt. Allerdings erhöhen die pharmazeutische Industrie und die Medizintechnik ihre Beschäftigungsabsichten bereits wieder. Eine Herausforderung stellt aufgrund der hohen Personalintensivität die Fachkräftesicherung dar.

Stand: 29. November 2021
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