Gesundheitswirtschaft als Jobmotor

Die Gesundheitswirtschaft ist ein Beschäftigungsmotor. Im Gesundheitswesen arbeiten derzeit 5,5 Millionen Menschen. Damit ist heute etwa jeder achte Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Die Dynamik dieses Jobmotors zeigt sich in bemerkenswerten Beschäftigungszuwächsen: Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um rund eine Million zugenommen. Das entspricht einem Zuwachs von über 27 Prozent. Bei einer weiter gefassten Definition (inkl. Wellness, Gesundheitstourismus etc.), die u. a. in der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung des BMWi verwendet wird, arbeiteten im Jahr 2016  erstmals 7 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Demzufolge wäre jeder sechste Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Unter den Erwerbstätigen im Gesundheitsmarkt haben Frauen einen hohen Anteil: Mehr als drei Viertel der Beschäftigten sind weiblichen Geschlechts.

Insgesamt waren zum 31. Dezember 2016 rund 5,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland im Gesundheitswesen tätig. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 111.000 (+ 2,1 Prozent) gestiegen. Zurückzuführen ist dieser positive Beschäftigungstrend vor allem auf das Wachstum der Beschäftigten in den Berufen der Altenpflege (+ 27.000 oder 4,7 Prozent) und in den anderen Berufen des Gesundheitswesens, wie bspw. Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe (+ 22.000), Arzt- und Praxishilfe (+ 11.000) sowie nichtärztliche Therapie und Heilkunde (+8.000)  (Statistisches Bundesamt).

Zwischen 2000 und 2016 ist das Personal in Arztpraxen um 41 Prozent gestiegen, in den Praxen sonstiger medizinischer Berufe um 105 Prozent und in Krankenhäusern um 11 Prozent. In der ambulanten Pflege erfolgte ein Anstieg des Personals um 97 Prozent und in der (teil-)stationären Pflege um 57 Prozent.

Am Jahresende 2016 arbeiteten drei Viertel der Beschäftigten in ambulanten und (teil-)stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens. In der ambulanten Pflege ist das Personal mit einem Zuwachs von 21 000 (+6,1 Prozent) stärker angestiegen als in der stationären- und teilstationären Pflege (+18 000 oder +2,7 Prozent). Ein unterdurchschnittliches Beschäftigungs¬wachstum gab es in Krankenhäusern (+21 000 oder +1,9 Prozent), Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen (+2 000 oder +1,3 Prozent) und Arztpraxen (+8 000 oder + 1,2 Prozent).

Die Gesundheitswirtschaft ist eine personalintensive Branche. Laut DIHK-Report Gesundheitswirtschaft (Herbst 2017) planen die Betriebe der Gesundheitswirtschaft aller Bereiche einen Stellenaufbau. Fast jedes dritte Unternehmen möchte zusätzliches Personal einstellen. Damit schlagen sich die gute Wirtschaftslage und die positiven Geschäftserwartungen auch in den Beschäftigungsplänen der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft nieder. Ein Risiko stellt aufgrund der hohen Personalintensivität gleichwohl der (auch demografisch bedingte) Fachkräftemangel dar.