Gesundheitswirtschaft als Jobmotor

Die Gesundheitswirtschaft ist ein Beschäftigungsmotor. Im Gesundheitswesen arbeiten derzeit 5,7 Millionen Menschen. Damit ist heute etwa jeder achte Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Die Dynamik dieses Jobmotors zeigt sich in bemerkenswerten Beschäftigungszuwächsen: Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um 1,6 Millionen zugenommen. Bei einer weiter gefassten Definition (inklusive Wellness, Gesundheitstourismus et cetera), die unter anderem in der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung des BMWi verwendet wird (BMWI Gesundheitswirtschaft Fakten & Zahlen 2019), arbeiteten im Jahr 2019 rund 7,5 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Demzufolge wäre jeder sechste Erwerbstätige in dieser Branche tätig. Unter den Erwerbstätigen im Gesundheitsmarkt haben Frauen einen hohen Anteil: Mehr als drei Viertel der Beschäftigten sind weiblichen Geschlechts.

Nach der Gesundheitsberichterstattung des Bundes ist die Zahl der 5,7 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen im Jahre 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 73.000 (plus 1,3 Prozent) gestiegen. Zurückzuführen ist dieser positive Beschäftigungstrend vor allem auf das Wachstum der Beschäftigten in den Berufen der Altenpflege (plus 21.000 oder 3,4 Prozent) und in den anderen Berufen des Gesundheitswesens, wie bspw. Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe (plus 22.000), Arzt- und Praxishilfe (plus 7.000) sowie nichtärztliche Therapie und Heilkunde (plus 3.000). Am Jahresende 2018 arbeiteten mehr als drei Viertel der Beschäftigten in ambulanten und (teil-)stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens. In der ambulanten Pflege ist das Personal mit einem Zuwachs von 20 000 (plus 5,3 Prozent) deutlich stärker angestiegen als in der stationären- und teilstationären Pflege (plus 4 000 oder plus 0,6 Prozent). Ein unterdurchschnittliches Beschäftigungswachstum gab es auch in Krankenhäusern (plus 12 000 oder plus 1,0 Prozent), und Arztpraxen (plus 7 000 oder plus 1,0 Prozent), in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen ist die Zahl in etwa gleichgeblieben.

Mittelfristig betrachtet ist zwischen 2012 und 2018 das Personal in Arztpraxen um sechs Prozent gestiegen, in den Praxen sonstiger medizinischer Berufe um 17 Prozent und in Krankenhäusern um neun Prozent. In der ambulanten Pflege erfolgte ein Anstieg des Personals um 35 Prozent und in der (teil-)stationären Pflege um 14 Prozent.

Die Gesundheitswirtschaft ist eine personalintensive Branche. Laut DIHK-Report Gesundheitswirtschaft 2019 sind die Investitionspläne der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft nach wie vor expansiv ausgerichtet, allerdings sind die Erwartungen gegenüber der Vorjahre deutlich gesunken. Die Unternehmen blicken angesichts der Gesamtwirtschaftslage etwas verhaltener in die Zukunft. Die Betriebe der Gesundheitswirtschaft sind trotzdem mit ihrer Lage überwiegend zufrieden. Ein Drittel der Unternehmen plant einen Stellenaufbau. Damit schlagen sich die gute Wirtschaftslage und die positiven Geschäftserwartungen auch in den Beschäftigungsplänen der Unternehmen der Gesundheitswirtschaft nieder. Ein Risiko stellt aufgrund der hohen Personalintensivität gleichwohl der (auch demografisch bedingte) Fachkräftemangel dar.

Stand: 02. Juni 2021