Internationale Gremien und Prozesse

Eine zentrale Aufgabe deutscher globaler Gesundheitspolitik ist es, zum Erhalt der regelbasierten internationalen Ordnung beizutragen, sie gemeinsam mit gleichgesinnten Partnern weiterzuentwickeln und die multilaterale Zusammenarbeit zu fördern.

Deutschlands Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen (VN) ist und bleibt dabei der zentrale Rahmen der multilateralen Politik Deutschlands. Die Bundesregierung ist der Überzeugung, dass nur ein übergreifendes international abgestimmtes Engagement  weltweit die Krankheitslast senken und zu einer gesunden Bevölkerung beitragen kann. Aus diesem Grund engagiert sich Deutschland in internationalen Foren wie G7 und G20, im VN-System und unterstützt maßgeblich Akteure der Gesundheitspolitik, wie die WHO.

Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) ist ein wichtiges Forum zur Positionierung des Themas Globale Gesundheit. Beteiligte Staaten sind: Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien sowie die USA. Einen dauerhaften Beobachterstatus hat die Europäische Union (EU).

Im System der VN nimmt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Sonderorganisation der VN für Gesundheit eine zentrale Rolle ein. Sie gibt die normative Orientierung und Richtlinien für die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit in den Mitgliedsstaaten sowie der Globalen Gesundheit vor und ist damit richtungsweisend für die Arbeit der anderen Gesundheitsakteure, die Programme zur Verbesserung der Globalen Gesundheit finanzieren und umsetzen.

Die G7 und G20 umfassen die wirtschaftlich stärksten Staaten. Selbstverpflichtungen dieser Gemeinschaft haben eine politische Signalwirkung und sind wichtig für die Umsetzung globaler Gesundheitsziele.

Die Gruppe der G20 besteht aus den 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern sowie der EU. Die G20 umfassen drei Viertel des Welthandels und zwei Drittel der Weltbevölkerung. Die Mitglieder im Einzelnen sind: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei, die USA und die Europäische Union.

Auch die Europäische Union (EU) kann maßgeblich zur Bewältigung globaler Gesundheitsprobleme beitragen. Als Mitgliedstaat der EU wirbt Deutschland im internationalen Umfeld für die gemeinsamen europäischen Werte, Interessen und Positionen. Bereits jetzt sind die Mitgliedstaaten und die EU zusammen wesentlicher Geldgeber im Bereich Globale Gesundheit. Durch eine Bündelung der innerhalb der EU bestehenden Expertise kann dieser finanzielle Beitrag eine noch höhere Wirkung in der Globalen Gesundheit entfalten

Der Europarat wurde am 5. Mai 1949 als erste der großen europäischen Nachkriegsorganisationen mit Sitz in Straßburg gegründet. Er hat gegenwärtig 47 Mitgliedstaaten. Deutschland gehört dem Europarat seit 1950 an.

Ziel des Europarates ist eine Förderung von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und Demokratie in ganz Europa.