Digitale Gesundheitsanwendungen

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) tritt neben dem Anspruch der Versicherten auf Leistungen wie Hilfsmittel ein neuer Leistungsanspruch auf Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen ein.

Was sind digitale Gesundheitsanwendungen?

Digitale Gesundheitsanwendungen sind digitale Medizinprodukte, die die Versicherte oder den Versicherten etwa bei der Behandlung von Erkrankungen oder dem Ausgleich von Beeinträchtigungen unterstützen können. Erscheinungsformen sind neben Gesundheits-Apps etwa browserbasierte Webanwendungen oder Software zur Verwendung auf klassischen Desktop-Rechnern. Digitale Gesundheitsanwendungen können Versicherte in einer Vielzahl von Situationen unterstützen. Anwendungsfelder wie Diabetologie, Kardiologie, Logopädie, Psychotherapie oder Physiotherapie vermitteln nur einen kleinen Überblick auf die Vielzahl der Einsatzgebiete.

Wie und ab wann erhalte ich eine digitale Gesundheitsanwendung?

Digitale Gesundheitsanwendungen können zukünftig von Ärztinnen und Ärzten beziehungsweise Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verordnet oder nach Genehmigung durch die Krankenkasse abgegeben werden. Voraussetzung ist, dass die Anwendungen zuvor eine Prüfung auf Anforderungen wie Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Datenschutz und ‑sicherheit beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchlaufen haben. Zugleich müssen digitale Gesundheitsanwendungen einen positiven Versorgungseffekt nachweisen. Um Leistungserbringer und Versicherte zukünftig über gute und sichere digitale Gesundheitsinformationen informieren zu können, wird beim BfArM ein Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen eingerichtet. Mit der Aufnahme erster Anwendungen wird im Laufe des Jahres 2020 gerechnet.