Mehr professionelle Gesundheitskompetenz durch bessere Kommunikation (PIKoG)

Ressortforschung im Handlungsfeld „Gesundheitskompetenz“, Förderschwerpunkt „Gesundheitskompetenz“

Mit neuen Kommunikationskonzepten Klinikbeschäftigte befähigen, Patientinnen und Patienten gesundheitsrelevante Informationen verständlich zu vermitteln.

Motivation

Eine geringe Gesundheitskompetenz ist mit höheren Gesundheitsrisiken und auch schlechteren Behandlungsergebnissen für die Betroffenen verbunden. Dies führt nicht nur zu negativen Folgen für die Betroffenen, sondern auch zu höheren Kosten für das Gesundheitssystem. Studien zufolge hat jede zweite Person in Deutschland eine zu geringe Gesundheitskompetenz. Dies liegt zum einen an individuellen Voraussetzungen und Fähigkeiten, aber auch an der Komplexität des Gesundheitssystems. Ansatzpunkte für eine bessere Gesundheitskompetenz sind sowohl bei den Menschen selbst als auch auf Seiten der Organisationen denkbar, wie sie etwa das Konzept der „gesundheitskompetenten Organisation“ aufgreift. Solche Organisationen erleichtern es Patientinnen und Patienten, gesundheitsrelevante Informationen zu finden und zu verstehen, um so für sich bessere Entscheidungen treffen zu können.

Ziele und Vorgehen

Das Projekt „Wie für uns gemacht – Partizipativ angelegte Implementierung eines Kommunikationskonzepts zur Verbesserung der professionellen Gesundheitskompetenz“ (PIKoG) verfolgt das Ziel, ein Kommunikationskonzept zu entwickeln, das die organisationale Gesundheitskompetenz von Kliniken fördert und so die Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten erhöht. Das Konzept wird mithilfe von Beschäftigten in ausgewählten Kliniken des PIUS Hospitals in Oldenburg und mit Patientinnen und Patienten erarbeitet. Es soll in vier Kliniken modellhaft angewendet und ausgewertet werden. Über eine stärkere Kommunikationskompetenz innerhalb der einzelnen Berufe soll die Gesundheitskompetenz der beteiligten Kliniken und der Patientinnen und Patienten gestärkt werden. Neben Schulungen sollen ebenfalls unterstützende Maßnahmen entwickelt werden. So sollen die Rahmenbedingungen für gute Gespräche optimiert werden, zum Beispiel durch störungsfreie Gesprächsräume oder Hilfen wie mehrsprachige Patienteninformationen.

Perspektiven für die Praxis

Um mehr Gesundheitskompetenz bei den Menschen in Deutschland zu schaffen, braucht es nicht nur Maßnahmen, die sich auf die Patientenseite konzentrieren, sondern auch eine verbesserte Kommunikationskompetenz innerhalb der Gesundheitsfachberufe. Beschäftigte müssen geschult werden, angemessen auf die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten zu reagieren und zu kommunizieren. Das Forschungsprojekt PIKoG verfolgt das Ziel ein dafür nützliches Kommunikationskonzept zu entwickeln und auszuwerten. Die Besonderheit des Projekts ist es, einen Beitrag für bessere gesundheitskompetenzfördernde Rahmenbedingungen in den Organisationsstrukturen der beteiligten Einrichtungen zu leisten. Mithilfe einer Anleitung und Handlungsempfehlungen sollen die Projektergebnisse zudem in andere Gesundheitsversorgungseinrichtungen übertragbar sein. Das Projekt verspricht eine in der Breite anwendbare Maßnahme zur Stärkung der Kommunikationskompetenz bei Beschäftigten im Gesundheitswesen und zugleich zur Entwicklung gesundheitskompetenter Organisationen.

Fakten zum Projekt

Projektleitung

Carl von Ossietzky
Universität Oldenburg
Fakultät: Medizin und
Gesundheitswissenschaften
Prof. Dr. Lena Ansmann
PD Dr. Anna Levke Brütt
Ammerländer Heerstraße 114 - 118
26111 Oldenburg

Projektlaufzeit

01.10.2019 bis 30.09.2022

Projektbeteiligte

• Jacobs University Bremen
• PIUS Hospital Oldenburg:
• Universitätsklinik für Orthopädie
und Unfallchirurgie
• Universitätsklinik für Gynäkologie
• Universitätsklinik für Innere
Medizin - Onkologie
• Universitätsklinik für
Viszeralchirurgie

Ansprechperson

Dr. Eva Becher

DLR Projektträger

projekttraeger-bmg@dlr(dot)de