Der Nationale Krebsplan stellt sich vor

Dank großer Fortschritte bei Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge haben sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Dennoch stehen wir vor wachsenden Herausforderungen.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland circa 500 000 Menschen neu an Krebs, etwa 230 000 Menschen versterben jährlich an den Folgen ihrer Krebserkrankung. Damit ist Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Die Zahl der Krebsneuerkrankungen steigt seit vielen Jahren kontinuierlich an und wird auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Diese Entwicklung ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass für fast alle Krebsarten das Erkrankungsrisiko mit zunehmenden Alter steigt und gleichzeitig die Zahl älterer Menschen in der Bevölkerung zunimmt. Zunehmende Neuerkrankungsraten und zugleich verbesserte Überlebenschancen führen auch dazu, dass die Anzahl der Menschen, die derzeit an Krebs erkrankt sind oder zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben an Krebs erkrankt waren, weiter zunimmt.

Durch diese Entwicklung sind zunehmend mehr Personen und deren Angehörige von individuellem Leid betroffen. Daher haben wir uns bereits im Jahr 2008 entschieden, Problembereiche in der Krebsfrüherkennung und Krebsversorgung noch intensiver anzupacken und die Aktivitäten aller an der Krebsbekämpfung Beteiligten wirksamer aufeinander abzustimmen, um ein zielorientiertes Vorgehen zu forcieren.

Diesem Ziel dient der Nationale Krebsplan, den das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren bereits am 16. Juni 2008 initiiert hatte. Dabei ist es gelungen, Länder, Krankenkassen, Rentenversicherung, Leistungserbringer, Wissenschaft und Patientenverbände als engagierte Partner für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Die Schwerpunkte des Nationalen Krebsplans liegen seit damals auf folgenden Handlungsfeldern:

  1. Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung

  2. Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung

  3. Sicherstellung einer effizienten onkologischen Behandlung (Schwerpunkt zunächst auf onkologischer Arzneimitteltherapie)

  4. Stärkung der Patientenorientierung.

Für die zielgerichtete Bearbeitung der Handlungsfelder wurden insgesamt 13 Ziele mit weiteren Teilzielen formuliert und Empfehlungen zu ihrer Umsetzung erarbeitet. Zudem wurden übergreifende Querschnittsthemen identifiziert, die derzeit bearbeitet werden. Die bisherigen Umsetzungsempfehlungen und Ergebnisse sind in einem Informationspapier (PDF, nicht barrierefrei, 1 MB) zusammengefasst. Die Krebsforschung, insbesondere die Versorgungsforschung, wurde als Querschnittsthema in den Handlungsfeldern berücksichtigt. Mit dem Nationalen Krebsplan setzt Deutschland auch entsprechende Empfehlungen der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation um.

Stand: 27. Januar 2022
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