Allianz für Gesundheitskompetenz

Für die eigene Gesunderhaltung eröffnen sich Bürgerinnen und Bürgern vielfältige Möglichkeiten, von der gesunden Ernährung über Bewegung bis zur Stressbewältigung in Alltag und Beruf. Das Gesundheitswesen bietet Patientinnen und Patienten zudem ein großes Spektrum medizinischer Leistungen und Behandlungen. Damit verbindet sich eine hohe Komplexität und eine Fülle von Informationen. Das BMG hat sich zur Aufgabe gesetzt, Bürgerinnen und Bürger darin zu unterstützen, sich besser in den Strukturen des Gesundheitswesens zurecht zu finden sowie Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und für die eigene Gesundheitssituation nutzen zu können.

Logo: Allianz für Gesundheitskompetenz

Eine steigende Gesundheitskompetenz der Bevölkerung nützt nicht nur jeder einzelnen Patientin und jedem Patienten, sondern auch allen Verantwortlichen im Gesundheitswesen. Denn je mehr Wissen Patientinnen und Patienten über ihre eigene Gesundheit, Krankheit, ihre Symptome und Behandlungsmöglichkeiten haben, desto erfolgreicher kann auch Prävention oder eine Therapie sein.

Diese Kompetenz wird in einer Welt der täglich immer größeren (digitalen) Informationsfülle immer wichtiger, aber zugleich auch immer anspruchsvoller. Deshalb hat das BMG bereits im Jahr 2017 zusammen mit den Spitzen der Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitswesens die „Allianz für Gesundheitskompetenz“ ins Leben gerufen. Das gemeinsame Ziel: Die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung in Deutschland zu stärken und weiter zu fördern.

Gemeinsame Ziele und gemeinsames Handeln

Partner der Allianz sind neben dem BMG, der Gesundheitsministerkonferenz der Länder und der Patientenbeauftragten bzw. dem Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege 14 Spitzenorganisationen der Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitswesens:

  • Die Bundesärztekammer (BÄK)

  • Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

  • Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK)

  • Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)

  • Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)

  • Der GKV-Spitzenverband (GKV-SV)

  • Der Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV)

  • Die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

  • Die Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V. (DKG)

  • Die Bundespsychotherapeutenkammer (BtPK)

  • Die BAG SELBSTHILFE

  • Die Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv)

  • Der Spitzenverband der Heilmittelverbände e. V. (SHV)

  • Der Deutsche Pflegerat e. V.

     

Alle Mitglieder haben sich dazu verpflichtet, neue Projekte für eine bessere Gesundheitskompetenz zu entwickeln. Drei übergreifende Themenfelder stehen dabei im Vordergrund: Es geht erstens um mehr allgemeine Gesundheitsbildung (z. B. in Schulen, Betrieben etc.), zweitens um besser verständliche und zugleich wissenschaftlich fundierte Gesundheitsinformationen (vor allem auch im Internet) und drittens um eine bessere Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten, den Gesundheitsberufen und Patientinnen und Patienten („sprechende Medizin“). Besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, wie Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf besser geholfen, aber auch darauf, wie die Gesundheitskompetenz allgemein in den Einrichtungen und Organisationen des Gesundheitswesens (z. B. Krankenhäusern, Krankenkassen usw.) gestärkt werden kann. Grundsätzlich gilt: Um Gesundheitskompetenz entscheidend zu verbessern, kommt es darauf an, die Menschen in ihren Lebenswelten zu erreichen. Es geht um das Alltagsleben der Menschen, es geht um Bildung und Erziehung, um Konsum und Ernährung, um Wohnen und Arbeiten, um den Umgang mit den Medien, aber natürlich auch um mehr Verständlichkeit im Austausch von Ärztinnen und Ärzten und Patientinnen und Patienten. Hier setzen die Projekte der Allianzpartner an.

Mehr Gesundheitskompetenz durch Gesundheitsbildung

Für Gesundheit und Wohlbefinden im gesamten Lebensverlauf und in Altersgruppen braucht es Kenntnisse darüber, wie Gesundheitsinformationen einzuschätzen, zu bewerten und zu nutzen sind. Dazu zählt auch das verlässliche Wissen über Versorgungsprozesse und -strukturen im Gesundheitswesen sowie über eine Vielzahl möglicher Hilfsangebote. Die Allianz fördert die Gesundheitsbildung insbesondere in den Lebenswelten wie Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben, Freizeit-, Erwachsenenbildungs- sowie Gesundheits- oder Senioreneinrichtungen, um Kinder und Erwachsene gleichermaßen zu erreichen. Gesundheitskompetenz sollte Bestandteil von Bildungs- und Lehrplänen von Kindertagesstätten, allgemeinbildenden Schulen und Weiter- sowie Fortbildungseinrichtungen sein.

Verlässliche Informationsangebote

Nicht allen Menschen fällt es im digitalen Zeitalter leicht, die richtigen gesundheitsbezogenen Informationen zu finden. Die Allianz verfolgt das Ziel, Informationen rund um die Gesundheit und das Gesundheitswesen auf dem aktuellen Wissensstand digital zu bündeln und verständlich aufzubereiten. Dazu hat das BMG ein „Nationales Gesundheitsportal“ entwickelt. Das Online-Portal soll ein verlässliches und zugleich verständliches Informationsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger sein. Es ist der Beitrag des BMG in der „Allianz für Gesundheitskompetenz“.

Kommunikationskompetenz in Aus-, Weiter- und Fortbildung

Eine allgemein verständliche Sprache ist auch für eine gemeinsame Entscheidungsfindung („shared decision making“) zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen und Patienten besonders wichtig. Die Allianz richtet die Aus-, Weiter- und Fortbildung aller im Gesundheitswesen Tätigen deshalb stärker als bisher an verständlicher Kommunikation aus. Das betrifft die Beratung, die Information und Aufklärung in der medizinischen Behandlung ebenso wie die Prävention. Von der Ausbildung bis zum Versorgungsalltag sollen die kommunikativen Fähigkeiten in den Gesundheitsberufen verbessert werden, um die Nutzerorientierung des Gesundheitswesens weiter zu steigern.