Bundestag beschließt PTA-Reformgesetz

Spahn: „Moderne Ausbildungen sichern den Nachwuchs Fachkräften“

Berlin,  14. November 2019

Die Beratung der Patientinnen und Patienten und die Abgabe von Arzneimitteln und Medizinprodukten werden in den Apotheken zunehmend auch von pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) geleistet. Auf diese Tätigkeiten sollen die Auszubildenden künftig verstärkt vorbereitet werden. Deswegen werden das Berufsbild und die Ausbildung umfassend reformiert. Der Deutsche Bundestag hat heute in 2./3. Lesung das „Gesetz zur Weiterentwicklung des Berufsbildes und der Ausbildung der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und pharmazeutisch-technischen Assistenten“ (PTA-Reformgesetz) beschlossen.

Diese Reform war überfällig! Die PTA übernehmen in den Apotheken wichtige und verantwortungsvolle Aufgaben bei der Beratung und der Abgabe von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Diese Kompetenzen stärken wir mit einem modernen Berufsgesetz. Es ist Teil unserer Strategie, die Ausbildungen der Gesundheitsberufe an heutige Anforderungen in der Berufspraxis anzupassen. Moderne Ausbildungen sichern den Nachwuchs an Fachkräften, den wir so dringend brauchen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Das PTA-Reformgesetz ersetzt das bisherige „Gesetz über den Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten“. Insbesondere werden das Berufsbild, der Zugang zu Ausbildung und die Struktur der Ausbildung entsprechend den heutigen Anforderungen geregelt. Die Begrifflichkeiten werden zeitgemäß formuliert.

 Die wesentlichen Regelungen: 

  • Das Berufsbild und die Ausbildung der PTA werden an geänderte Anforderungen im Apothekenalltag angepasst. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Beratungskompetenz, da die Abgabe von Arzneimitteln und Medizinprodukten und die fachgerechte Information der Patientinnen und Patienten gegenüber der Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung wird entsprechend geändert. Die Vermittlung der pharmazeutisch technologischen Kompetenz muss dabei gewährleistet bleiben.

  • Die Ausbildung dauert weiterhin zweieinhalb Jahre. Sie gliedert sich in einen zweijährigen schulischen Teil und eine halbjährige praktische Ausbildung in einer Apotheke. Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen.

  • Während der praktischen Ausbildung in einer Apotheke erhalten die Auszubildenden eine angemessene Vergütung. Dies wird im Ausbildungsvertrag ausdrücklich festgelegt. Die Schulgeld-Frage wird in ein Gesamtkonzept zur Reform der Gesundheitsfachberufe einbezogen.

  • In der Apothekenbetriebsordnung wird geregelt, dass erfahrenen PTA unter bestimmten Voraussetzungen erweiterte Kompetenzen, beispielsweise das Abzeichnen von Prüfprotokollen, im Apothekenbetrieb übertragen werden können. Eine Vertretung der Apothekenleiterin oder des Apothekenleiters ist weiterhin nicht vorgesehen.

  • Vor Inkrafttreten des Reformgesetzes begonnene PTA-Ausbildungen werden nach bisherigen Vorschriften weitergeführt und abgeschlossen.

Das Gesetz soll zum 1. Januar 2023 in Kraft treten. Der Bundesrat muss dem Gesetz zustimmen.