Binge Eating Disorder

Eine weniger bekannte aber dennoch sehr häufige Form der Essstörung sind Essanfälle ohne gewichtsregulierende Gegensteuerung (Binge Eating Disorder). Bei periodischen Heißhungeranfällen verschlingen (engl. to binge) die Betroffenen große Mengen an Lebensmitteln.

"Binge" bedeutet "schlingen". Auch beim Binge Eating leiden die Erkrankten an regelmäßigen Heißhungerattacken. Anders als bei der Bulimie ergreifen die Betroffenen aber nach Essanfällen keine Gegenmaßnahmen. Sie erbrechen oder hungern nicht und treiben auch keinen extremen Sport, um ihr Gewicht zu vermindern.

Die Binge-Eating-Störung ist meist mit Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) verbunden. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit automatisch an Binge Eating leiden. Und auch Menschen mit Normalgewicht können an der Binge-Eating-Störung erkranken. Von den psychisch bedingten Essstörungen ist das Binge Eating bisher am wenigsten erforscht.

Hierzu liegen nur wenige Daten vor. Diese deuten darauf hin, dass die Binge-Eating-Störung bei Männern seltener auftritt als bei Frauen. Allerdings kommt diese Essstörung bei Männern deutlich häufiger vor als andere Essstörungen.

Etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung sind von Binge Eating betroffen. Von 100 Menschen mit Übergewicht, die abnehmen wollen und deshalb eine Arztpraxis aufsuchen, haben 15 bis 30 eine Binge-Eating-Störung.

Essstörungen können in jedem Alter auftreten. Die Binge-Eating-Störung tritt meist im frühen Erwachsenenalter oder um die Lebensmitte das erste Mal auf. Auch Kinder können schon unter Essanfällen leiden. Das volle Krankheitsbild der Binge-Eating-Störung ist bei ihnen jedoch selten.

Menschen mit einer Binge-Eating-Störung ergreifen nach den Essanfällen keine Maßnahmen, um wieder abzunehmen. Deshalb sind sie sehr oft leicht oder stark übergewichtig. Das heißt aber nicht, dass alle Menschen mit Übergewicht an Binge Eating leiden. Von denen, die an Abnehmprogrammen teilnehmen, haben rund 15 bis 30 Prozent diese Störung.